Wo kann ich den Messias finden?

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Die Geschichte von Leopold Cohn ist wohlbekannt. Ein aus Europa nach Amerika ausgewanderter Rabbi las das 9. Kapitel des Buches Daniel. Als er zum 26. Vers kam, war ihm klar, dass der Messias vor der Zerstörung Jerusalems kommen würde. Weil aber Jerusalem im Jahre 70 n.Chr. zerstört wurde, musste also der Messias bereits gekommen sein. Er lief zu einem älteren Rabbi und fragte ihn: "Wo kann ich den Messias finden?" Der Gefragte fertigte ihn ziemlich lapidar ab: "Musst nach New York gehen; da kannst du alles finden." Tatsächlich ging er nach New York. Dort wanderte er die Strassen auf und ab und suchte den Messias. Eines Tages ging er an einer Versammlungshalle vorüber, aus der Gesang erscholl. Und drinnen hörte er die gute Botschaft von der Errettung - und er fand den Herrn Jesus als Herrn und Messias. Daraufhin kaufte er einen Pferdestall, unterzog diesen einer gründlichen Reinigung und begann mit Evangelisationsversammlungen. Das war der Anfang eines sehr fruchtbaren Dienstes.

Geschichte hat die Eigenart, sich selbst zu wiederholen. Ein Taxifahrer in Israel hatte das Glück, einen gottesfürchtigen Christen als Fahrgast zu befördern. Der Gläubige forderte ihn heraus, Daniel 9 und Jesaja 53 zu lesen. Der Chauffeur nahm die Herausforderung an. Nach Dienstschluss ging er nach Hause und las diese beiden Kapitel. In Daniel 9,26 fand er: "Und nach den zweiundsechzig Wochen wird der Messias weggetan werden und nichts haben. Und das Volk des kommenden Fürsten wird die Stadt und das Heiligtum zerstören." Ihm war klar, dass der Messias vor der Zerstörung Jerusalems sterben muss. Da aber Titus die Stadt bereits im Jahre 70 n.Chr. zerstört hat, folgt daraus, dass der Messias schon gekommen ist. Daraus schloss er, dass Gott Sein Volk Israel bereits heimgesucht hat.

Sofort kaufte er sich ein Neues Testament und machte sich daran, es zu lesen. Dabei bat er Gott, Er möge ihm ein eindeutiges Zeichen geben, ob der Messias, von dem die Christen sprechen, der richtige sei. Er ging davon aus, dass er mit dem Neuen Testament ein antisemitisches Buch in Händen hielte. Doch wurde ihm schon im 5. Kapitel des Matthäus-Evangeliums klar, welch ein segensreiches Buch es ist; und im 11. Kapitel sah er die Fürsorge des Messias Jesus für Sein Volk. Er las beständig weiter, und nach ungefähr zwei Wochen war er am Ende der Johannes-Offenbarung angekommen.

An dieser Stelle möchte ich die Erzählung unterbrechen und daran erinnern, dass dieser Mann im Krieg Fallschirmjäger war. Er hatte bei einigen schweren Schlachten mitgekämpft, unter anderen bei der Eroberung des Berges Hermon, wo er zwölf seiner Kameraden verloren hatte. Das hatte ihn hart gemacht, so dass er seit fünfzehn Jahren nicht mehr geweint hatte. Als er aber am Ende des Neues Testaments angekommen war, geschah etwas Unerwartetes. Das harte Herz war weich geworden, wie es in Hesekiel 36,26 heisst: "Ich werde euch ein neues Herz geben und einen neuen Geist in euer Inneres geben; und ich werde das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben." Und sein weichgewordenes Herz begann zu weinen und weinte immerfort; stundenlang strömten die Tränen. Er hatte verstanden, dass Gott Sein Volk geliebt und Seinen einzigartigen Sohn für dieses Sein Volk hatte sterben lassen - und für die ganze Welt obendrein. Seine Tränen und das weichgewordene Herz fasste er als das erbetene Zeichen auf. So tat er Busse für seine Sünden und nahm Jesus als seinen Retter und Messias an.

Er ist immer noch Taxifahrer; aber nun bezeugt er seinen Kunden die frohe Botschaft, wenn sich irgendeine Gelegenheit dafür bietet. Sein Lieblingsthema ist die Auferstehung Christi als die einzige Hoffnung für die Sicherheit Israels.

Fortsetzung: Johans Geschichte


Autor: William Mac Donald
Quelle: Ein Gott der Wunder tut

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