Weihnachten für alle - Die Topfkollekte der Heilsarmee

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Topfaktion
Die Heilsarmee ist in der Vorweihnachtszeit kaum aus den Strassen wegzudenken. Sie wirbt mit dem Slogan "Frohe Weihnachten für alle. 365 Tage" für ihre Weihnachts-Sammelaktion: an der traditionellen Topfkollekte, auf den in der ganzen Schweiz platzierten Plakaten sowie im Weihnachts-Mailing, das in diesen Tagen an eine halbe Million Haushalte in der deutschen Schweiz versandt wird.

Früher hiess es "Haltet den Topf am Kochen". Der Slogan hat sich verändert, doch das vertraute Bild ist geblieben: In Einkaufsstrassen und -zentren stehen die Sammeltöpfe der Heilsarmee, Musikanten und Sängerinnen erinnern mit ihren Weihnachtsmelodien an den eigentlichen Sinn des Festes und bringen eine besinnliche Note in die geschäftige Adventszeit. Da und dort ergibt sich auch ein persönliches Gespräch mit dem Topfwächter, mit der Topfwächterin.

Die traditionelle Topfkollekte wird von einer Plakataktion begleitet. In Zürich und Bern auch mit Werbung im Tram. Die Aktion spricht die Themen Armut, Obdachlosigkeit und Einsamkeit an. Der Slogan "Frohe Weihnachten für alle. 365 Tage" will sagen, dass das ganze Jahr über mit dem gesammelte Geld Not gelindert wird - und Menschen in einer schwierigen Situation hoffentlich froher werden lässt.

Die Heilsarmee sammelt auch mit modernen Mitteln. Eine halbe Million Haushalte in der deutschen Schweiz erhält in diesen Tagen ein Mailing. Sujets und Themen sind gleich wie jene der Topfkollekte. Teil der Weihnachtsaktion ist auch die mit Bildern von Rosina Wachtmeister gestaltete Spezialausgabe der Heilsarmee-Zeitung mit einer Auflage von rund 100'000 Exemplaren.

Rund 20 Prozent des Ertrags der Topfkollekte werden für Weihnachtsfeiern für einsame und bedürftige Menschen eingesetzt. Mit dem grösseren Teil des Geldes werden die lokalen und regionalen Sozialfonds gespiesen und Projekte in den verschiedenen Heimen unterstützt. Letztes Jahr sind an der Topfkollekte gesamtschweizerisch über 1'400'000 Franken gesammelt worden.

Die Heilsarmee ist zugleich evangelische Freikirche und Sozialwerk. 1865 in London entstanden, ist sie heute in 108 Ländern auf allen Kontinenten vertreten und seit 1882 auch in der Schweiz. Hier sind 4500 Mitglieder und 1000 Angestellte in den 52 Sozialinstitutionen und den 87 Heilsarmeekorps (Gemeinden) tätig.

Die Geschichte des Topfes

Es war im Dezember 1891. Der Heilsarmeekapitän Joseph McFee in San Francisco war fest entschlossen, für die armen Leute seiner Umgebung ein Weihnachtsessen zu organisieren. Doch, wer sollte das bezahlen? Mit dieser Frage beschäftigt, erinnert er sich an seine Zeit als Matrose in Liverpool in England, wo er beobachtete, wie Passanten am Landesteg für einen wohltätigen Zweck Gaben in einen grossen Topf legten.

Kurz entschlossen holte Joseph McFee bei den Behörden die Bewilligung für eine Sammlung dieser Art am Landesteg der Oakland-Fähre ein und stellte an gut sichtbarer Stelle einen Kochtopf auf. Wer auf die Fähre ging oder von der Fähre kam, musste am Topf vorbei. Die Idee breitete sich aus. Vier Jahre später stellten bereits 30 Heilsarmeekorps in der Weihnachtszeit Sammeltöpfe auf, um mit dem Erlös eine Weihnachtsfeier mit Essen und Geschenken für benachteiligte Menschen zu finanzieren. 1898 feierte die Presse die Topfkollekte der Heilsarmee als die "neueste und originellste Sammelaktion".

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Topf
Der Brauch der Sammeltöpfe ist bis heute erhalten geblieben. Der Topf am Dreibeinständer ist in der Weihnachtszeit nicht mehr aus den Einkaufsstrassen und Shoppingcenters wegzudenken. Die Topfkollekte der Heilsarmee findet man an Weihnachten in Korea, Japan und Chile, unter der glühenden Sonne Australiens und bei uns, wenn der Schnee leise rieselt.

Auch die Tradition der Weihnachtsessen für einsame und bedürftige Menschen ist geblieben. In Tausenden von Heilsarmeezentren wird dazu eingeladen und arme Familien erhalten Lebensmittel oder Gutscheine, um ihr eigenes Weihnachtsessen feiern zu können.


Quelle: Jesus.ch

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