Das Gebet und die Ehre Gottes

Vielleicht kann uns das folgende Beispiel helfen. Alexander der Grosse hatte die Angewohnheit, jederzeit einen jeden seiner Untertanen zu empfangen. Eines Tages kam ein Bettler mit, wie es schien, unverschämten Bitten. Ohne Entschuldigung bat er um einen Hof für sich selbst, eine Mitgift für seine Tochter und eine Ausbildung für seinen Sohn. Zum Erstaunen der Anwesenden am Königshof gewährte ihm Alexander alle drei Bitten. Als später die Minister ihre Verwunderung darüber zum Ausdruck brachten, sagte Alexander: „Ach, ich bin es leid mit den Leuten, die wegen einer Goldmünze zu mir kommen. Dieser freche Bettler hat mich wie einen König behandelt. Er hat um Grosses gebeten." (Ian MacPherson)

E. W. Moore schrieb dazu: „Wir wollen den Glauben haben, um Grosses von Gott zu erwarten".

Du trittst vor einen König hin,
drum grosse Bitten mit dir nimm.

Wie oft haben wir den Herrn betrübt, weil wir so wenig von Ihm erwartet haben. Wir waren schon mit kümmerlichen Erfolgen zufrieden, mit ein paar armseligen Errungenschaften, mit so schwachen Gebetszielen nach höheren Dingen, dass wir die um uns herum nicht gerade beeindruckt haben mit der Vorstellung, unser Gott sei ein grosser Gott. Wir haben Ihn nicht verherrlicht in den Augen derer um uns herum, unser Leben machte andere nicht neugierig auf die Macht, die hinter uns steht. Oft hiess es nicht von uns, was von dem Apostel berichtet wurde:' Sie verherrlichten Gott an mir.' "

Wenn wir Gott durch unsere Gebete ehren wollen, dann müssen wir Grösseres und mehr erbitten. Wir müssen den Berg ersteigen und unseren Horizont erweitern, indem wir auf das ganze unter uns liegende Land blicken. Manch einer von uns sieht im Gebet nur Ziele auf Armeslänge. Was würde Gott tun, wenn wir unseren getrübten Blick von Ihm durch eine neue Brille der Verheissung schärfen liessen, uns einmal richtig umsähen und für ganze Familien, für die Nachbarschaft, für Versammlungen, Gemeinden, Staaten, Länder und Menschenrassen beteten? Wie können wir erwarten, die Welt auf den Kopf zu stellen, wenn wir in unseren Gebeten niemals über das „tägliche Brot" hinauskommen? Der Herr bewahre uns vor einem Gebetsleben auf Sparflamme!

Fortsetzung: Wie bekomme ich mehr Gebet in mein Leben?


Autor: William Mac Donald
Quelle: Nur bis zur Zimmerdecke?

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