Gebetstreffen

Es ist eine traurige Tatsache, dass viele Christen bis morgens auf Partys gehen können, aber recht ungemütlich werden, wenn das Gebetstreffen einmal fünf Minuten länger dauert als geplant. Leider trifft es auch zu, dass viele unserer Gebetsversammlungen keine sehr denkwürdigen Anlässe sind. Es ist falsch zu meinen, wir könnten eine attraktive Gebetsstunde haben ohne sorgfältige und ideenreiche Vorbereitung und sich dafür verantwortlich wissende, einsatzwillige Brüder. Im anderen Falle wird es nämlich zu unangenehmen Pausen, langatmigen Gebeten, langweiligen Wiederholungen und vagen Verallgemeinerungen kommen. Mit solchen Gebetsversammlungen kann eine Gemeinde ihre Mitglieder nur deshalb zum Gebetstreff bekommen, weil es eben ein Prinzip der Heiligen Schrift ist. Wir sollten unsere Gebetsversammlungen aber so gestalten, dass keiner dabei fehlen möchte.

Dazu braucht es fähige Brüder, die es verstehen, das Gebetstreffen durch Lieder, Zeugnisse über kürzlich erlebte Gebetserhörungen, das Lesen von wichtigen Schriftstellen usw. ansprechend zu gestalten. Die Gebetsanliegen tragen sie dazwischen thematisch gesammelt vor. Zunächst und vielleicht auch später betet die ganze Versammlung zusammen, dann können die Verantwortlichen die Aufteilung in kleinere Gruppen vorschlagen.

Das Beten in kleinen Gruppen hat den Vorteil, dass mehr Leute laut beten und sich die einzelnen eher trauen, auch persönliche Anliegen zu nennen. Auch Jüngeren fällt es im kleinen Kreis leichter, selbst laut zu beten. Frauen und Männer können sich auch getrennt in kleinen Gruppen zum Gebet zusammenfinden, um für besondere Anliegen zu beten. Vorsicht: Zu lange Pausen fördern ein Abschweifen der Gedanken.

Die für die Gebetsversammlung Verantwortlichen sammeln die Anliegen über ihre persönlichen Kontakte mit den Gemeindegliedern, aus Gebetsbriefen von Missionaren oder aus Missionszeitschriften. Aber auch während der Gebetsversammlung bieten sie Gelegenheit, dringende Anliegen zu nennen. Doch auch hier ist Vorsicht geboten: Die Brüder müssen darauf achten, dass die Anliegen kurz und bündig genannt werden. Am besten werden die Anliegen vor bzw. direkt zu Beginn des Gebetstreffens gesammelt. Dazu können leere Gebetskärtchen verteilt werden, auf die in Stichworten die entsprechenden Anliegen vermerkt werden können. Sind diese dringenderen Anliegen bereits vor der Gebetsversammlung bekannt, können sie auf einer Liste zusammengestellt werden, die dann kopiert und ausgeteilt wird, wodurch sich ein langatmiges Mitteilen vermeiden lässt. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die Anliegen auf dem Overhead-Projektor zu zeigen.

Es ist sehr gut, die Anliegen bereits vorher schriftlich festzuhalten und dann Kopien davon auszuteilen, denn so kann jeder in der Woche dafür weiterbeten.

Sollten einzelne wiederholt sehr langatmig beten, werden die Verantwortlichen darauf hinweisen, dass kürzer und präziser gebetet werden sollte.

Ausserdem können sie die Art des Gebets variieren. Es kann eine Zeit des Bekennens von Sünden geben - nicht eine sensationslüsterne Abhandlung „böser Taten", sondern ein Bekenntnis dessen, was Gottes mächtiges Wirken in der Gebetsversammlung hindern könnte. 

Auch für das Gebet anlässlich von Katastrophen oder Meldungen aus der Tagespresse kann es Raum geben, ebenso wie für eine Zeit der Anbetung und des Lobpreises.

Die Verantwortlichen sollten feinfühlig auf das Drängen des Heiligen Geistes reagieren; wir sollten uns daran erinnern, dass nicht sie letztendlich das Zusammenkommen bestimmen, sondern der Heilige Geist. Er sollte die Brüder erfüllen und leiten, wie er die Redenden bei der Wortverkündigung erfüllen und leiten möchte. Die Brüder sollten das Treffen vor Monotonie und Abschweifen bewahren und es so interessant und wertvoll gestalten, dass die Leute gerne zum Beten kommen.

Fortsetzung: Verhinderte Gebetserhörungen  


Autor: William Mac Donald
Quelle: Nur bis zur Zimmerdecke?

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