Lohnt es sich zu beten?

„Einige denken gehässig von den Gebeten der demütigen Kinder Gottes. Sie wiederholen den Aufschrei aus dem Buch Hiob: ,Was nützt es, dass wir zum Allmächtigen flehen!'

(Hiob 21,15). Doch Gott sagt, dass diese Gebete den Himmel in Bewegung setzen. Sie sind das Mittel, durch das Er Seine Gerechtigkeit auf diese Erde bringt. Gottes Antworten auf diese Gebete erfüllen die ganze Schöpfung mit Erstaunen. Bevor die letzte Anklage erhoben wird, bevor das Endgericht kommt und bevor das letzte und endgültige Reich Gottes anbricht, wird im Himmel all jener Gebete der Kinder Gottes gedacht werden. Ich habe bereits darüber gesprochen in der Predigt über das fünfte Kapitel der Offenbarung. Dort wird beschrieben, wie der Apostel Johannes in einer Vision das Lamm Gottes, die vier Cherubim und die 24 Ältesten sieht. Jeder der Ältesten hielt eine Harfe und goldene Schalen voll Räucherwerk in der Hand, welche die Gebete der Heiligen versinnbildlichen. Alle Gebete des Volkes Gottes sind wohlverwahrt in goldenen Schalen, so wertvoll sind sie Ihm." (W. A. CrisweIl, „Expository Sermon an Revelation").

Im folgenden wollen wir eine Reihe von Gebetserhörungen betrachten und uns dann eine Meinung bilden.

Waren es Engel?

Oft wird im Zusammenhang von Gebetserhörungen davon gesprochen, dass Gott sich der Engel bediente, um uns zu Hilfe zu kommen. Hiervon berichtet auch das folgende Beispiel:

Eines Tages waren ein Missionar und sein chinesischer Helfer zu Fuss auf dem Heimweg; sie hatten etliches Bargeld für ihr Krankenhaus dabei. Als es Nacht wurde und sie noch immer weit weg von Zuhause waren, beschlossen sie, auf einem Hügel ihr Nachtlager aufzuschlagen.

„Aber hier gibt es Banditen", meinte der Chinese, „was machen wir mit dem Geld?"

„Das Geld ist für die Arbeit im Reich Gottes; wir wollen Ihn bitten, darauf aufzupassen", lautete die Antwort. Und so legten sie sich schlafen, nachdem sie gebetet hatten. Am nächsten Morgen wachten sie auf, und das Geld war noch da.

Monate vergingen, und der Anführer einer Räuberbande wurde ins Krankenhaus gebracht. Während er behandelt wurde, fragte er jenen Missionar: „Gingen Sie vor einiger Zeit in die Stadt und hatten Sie auf dem Rückweg Geld dabei?"

„Jawohl", lautete die Antwort.

„Haben sie auf dem Hügel kampiert mit Wachsoldaten?"

„Wir haben auf dem Hügel kampiert, aber wir hatten keine Wachsoldaten."

„Oh, doch", erwiderte der Bandit, „wir wollten euch ausrauben, aber wir fürchteten uns vor den 27 Soldaten."

Einige Zeit später erzählte man diese Geschichte bei einem Treffen in England. Einer der Anwesenden berichtete dem Sprecher: „Ja, ich erinnere mich, dass wir an jenem Abend ein Gebetstreffen hatten", und dann schaute er in sein Tagebuch, „und wir waren 27 Beter!" (Quelle unbekannt)

Das Wunder von Dünkirchen

Der Herr kann noch immer dem Wind und den Wellen gebieten, wie Er es viele Jahre zuvor in Galiläa getan hat.

John E. Hunter erinnert sich, dass „in den dunklen Tagen des 2. Weltkrieges König Georg VI., ein Christ, sein Volk zu einem Tag des Gebets aufrief. Die britische Armee sass in Dünkirchen in der Falle. Hitlers Armeen hatten sie mit einer strategischen Zangenbewegung eingekesselt und standen unmittelbar davor, sie zu vernichten. Die Lage war völlig hoffnungslos. Dann rief der König sein Volk zum Gebet auf, was es auch tat. Es war ein Sonntag. In den folgenden Tagen geschah ein Wunder im Ärmelkanal, denn es gab keinen Wind und keine Wellen, so dass selbst Ruderboote von Dünkirchen zu den weissen Klippen an der englischen Küste hinüberrudern konnten. Alle Briten entkamen, kein einziger fiel. Diese Geschichte ist als das Wunder von Dünkirchen bekannt geworden."

Begegnung mit dem Autor

Das Gebet bewirkt Umstände, die nach dem Gesetz der Wahrscheinlichkeit oder des Zufalls niemals entstehen würden. Das folgende Beispiel wurde in der Zeitschrift „NOW" wiedergegeben:

„Letztes Jahr ging eine Christin auf den Londoner Flughafen, um mit Fluggästen über Jesus Christus zu sprechen. Sie begegnete einer Stewardess und gab ihr ein Zeugnis; die Stewardess nahm Christus als ihren persönlichen Heiland an. Wenige Minuten später wurde der Flug jener Stewardess aufgerufen, und sie musste gehen. Das Mädchen wühlte in ihrer Handtasche und sagte: `Hier, lesen Sie das.' Es war ein Buch von Dr. Francis Schaeffer. Nachdem die Stewardess gegangen war, betete das Mädchen: `Oh Herr, bitte schicke doch einen Christen mit auf diesen Flug, der noch weiter mit ihr reden kann.' Später traf die Stewardess dann jenes Mädchen wieder und erzählte ihr, dass sie auf dem Klappsitz gesessen und das Buch gelesen habe, als ein Passagier anhielt und sie fragte: `Was halten Sie von diesem Buch?' ,Ich bin erst vor ein paar Minuten Christ geworden, deshalb kann ich es eigentlich nicht richtig verstehen', meinte sie. ,Nun, vielleicht kann ich Ihnen helfen', lautete die Antwort, ,mein Name ist Francis Schaeffer.` "

Von einem Schmetterling geführt

Viele von uns kennen die Enttäuschung und Verzweiflung, die uns überfällt, wenn wir etwas verloren haben und es nicht wiederfinden können. Erst ganz zum Schluss greifen wir dann zum Gebet, und der Herr leitet uns.

„Eine arme Witwe war überaus bekümmert, als sie eine grosse Rechnung erhielt, die sie bereits bezahlt hatte. Da sie die Quittung nicht finden konnte, hatte sie Angst davor, die Summe ein zweites Mal bezahlen zu müssen. Sie hatte fast ihr ganzes Vermögen bei der Beerdigung ihres Mannes ausgegeben, und deshalb betete sie jetzt ganz konkret, der Herr möge ihr zeigen, wo sie die Quittung wiederfinden könnte. Einige Tage später bekam sie unerwartet Besuch; jener Mann war beauftragt, das Geld zu kassieren. Da sie nicht bezahlen konnte, drohte er damit, sie vor Gericht zu bringen, wenn sie die Summe nicht in den nächsten Tagen begliche. Genau in diesem Augenblick flatterte ein Schmetterling zum Fenster hinein. Ihr Sohn begann, diesen Schmetterling zu jagen, um damit seine Sammlung für die Schule zu erweitern. Doch der Schmetterling flatterte hinter das Sofa. Da der Junge das schwere Möbelstück nicht allein wegrücken konnte, bat er den Mann, ihm zu helfen. Beim Verrücken des Sofas fiel plötzlich ein Zettel zu Boden. Die Witwe hob ihn auf und war ganz erstaunt, als sie sah, dass es die gesuchte Quittung war. Gott hatte ihr ernsthaftes Gebet wunderbar erhört."

Wie Gebet eine Ernte rettete

Gott beantwortet unsere Gebete oft auf eine Weise, wie wir es uns selbst in unseren kühnsten Träumen nicht ausdenken könnten. Die folgende Geschichte wurde in der amerikanischen Tageslese „Our Daily Bread" abgedruckt.

„Ein ernsthafter Christ in Japan besass eine Obstplantage mit tausend Bäumen, durch die er den Lebensunterhalt für sich und seine Familie bestritt. Eines Morgens stellte er mit Schrecken fest, dass eine ihm unbekannte Wurmart die halbreifen Früchte befallen hatte. Fast jeder Baum war in Mitleidenschaft gezogen. Er rief seine Familie zusammen, und dann riefen sie zum Herrn um Hilfe. Danach arbeiteten sie den ganzen Tag sehr hart, um mit der Wurmplage fertig zu werden. Doch die Würrrier vermehrten sich in unglaublicher Geschwindigkeit.

Es war bald ersichtlich, dass all ihre Anstrengungen nichts nützen würden. An diesem Abend baten sie Gott vor dem Schlafengehen erneut um Hilfe. Am nächsten Morgen sahen sie zu ihrem grossen Schrecken Hunderte von seltsamen Vögeln auf den Obstbäumen sitzen. Diese Vögel frassen die Würmer, ohne die Früchte dabei zu beschädigen. Drei Tage später sahen sie, dass die Bäume völlig frei waren von den Schädlingen. Gott hatte die Vögel dazu benutzt, um ihre Ernte zu retten."

Eine Bettflasche ... und eine Puppe

Kinder sind in ihren Gebeten meist erfindungsreicher als Erwachsene. Da brauchen wir uns auch nicht zu wundern, wenn ihre Gebete auf ganz aussergewöhnliche Weise beantwortet werden! Die nächste Geschichte verdanken wir Henry Bosch.

„Dr. Helen Roseveare, eine Missionarin in Zaire (früher Belgisch-Kongo), erzählte folgendes: Nach einer Frühgeburt auf unserer Missionsstation starb die Mutter. Wir versuchten, für das Baby so eine Art Brutkasten herzustellen, aber die einzige Bettflasche, die wir besassen, konnte nicht mehr repariert werden. Deshalb baten wir morgens beim Gebet die Kinder, für das Baby und ihre kleine Schwester zu beten, die ja jetzt Waisen waren. Eines der Mädchen betete dann: ,Lieber Gott, bitte schicke uns heute eine Bettflasche. Morgen ist es zu spät, denn dann ist das Baby tot. Und, lieber Gott, schicke doch auch eine Puppe für das Schwesterchen, damit sie sich nicht so allein fühlt.' An diesem Tag kam ein grosses Paket aus England. Die Kinder stürzten sich darauf und machten es auf. Zu ihrer grossen Verwunderung befand sich unter einigen Kleidern eine Bettflasche! Das Mädchen, das so ernsthaft gebetet hatte, griff noch tiefer in das Paket und sagte: Nenn Gott die Bettflasche geschickt hat, dann ist bestimmt auch noch eine Puppe dabei.' Und sie hatte recht! Der Vater im Himmel wusste schon im voraus, was Seine Kinder brauchen würden, und schon fünf Monate vorher hatte Er einige Frauen in England dazu bewogen, gerade diese beiden Dinge mit einzupacken."

Sonderauftrag in die Türkei

Ein junger Mann an der Ostküste Amerikas hatte gerade sein Examen an der Universität bestanden und fühlte sich schon lange dazu gedrängt, einem seiner Freunde von Jesus zu erzählen. Er tat es nicht mehr vor dem Examen, und danach trennten sich ihre Wege. Sie waren später beide Offiziere bei der Air Force, aber in verschiedenen Teilen des Landes stationiert. Der Christ dachte immer wieder an seinen Freund, obwohl er nicht wusste, wo sich der andere aufhielt, und deshalb bat er Gott, er möge seinen Freund Tom mit der Botschaft des Evangeliums erreichen. Sechs Jahre danach war jener Christ in der Türkei stationiert. Eines Tages stand er vor dem Hangar und war überrascht, plötzlich seinen alten Freund vor sich zu haben. Tom war in einer Sonderkommission für drei Tage in die Türkei geflogen, obwohl sich seine Basis eigentlich Tausende von Kilometern weit entfernt in den USA befand. Sie hatten sich viel zu erzählen, und es stellte sich heraus, dass Tom recht einsam war; seine Ehe war zerbrochen, und er sehnte sich nach Glück. Er meinte zu jenem Christen: „Du scheinst wirklich glücklich und im Frieden zu sein, ich wünschte, mir ginge es ebenso." Daraufhin gab ihm der Freund ein Zeugnis und erklärte ihm das Evangelium, und Tom nahm Jesus Christus als seinen persönlichen Heiland an. Zwei Tage später flog er als Christ nach Hause. Wer hatte diese Sonderkommission organisiert - Gott oder die Air Force?

Begegnung in einem Reisebus

Als Greg Livingston für kurze Zeit vom Missionsfeld nach Hause kam, besuchte er mich in Illinois und berichtete mir von einem Problem, das bei ihm auf der Missionsstation aufgekommen war. Bevor er ging, meinte ich: „Greg, es gibt einen Ältesten in der nächsten Stadt, die du besuchst. Es wäre gut, wenn er davon wüsste. Ich gebe dir einmal seine Adresse." Dann beteten wir noch darüber.

Greg hatte aber dann in dieser Stadt so viel zu tun, dass er nicht mehr zu dem geplanten Besuch kam. Zwei Wochen später schrieb er mir von Los Angeles, dass er den Ältesten nicht mehr besuchen konnte, weil viele Konferenzen, Treffen und Unterredungen angestanden hätten, aber er fügte hinzu: „Ich vertraue dem Herrn und möchte den Ältesten noch immer gern besuchen."

In Los Angeles buchte Greg dann einen Greyhound Bus, um damit an die Ostküste zu gelangen. Von dort aus wollte er weiter nach Europa fliegen. Bis nach Riverside hatte der Bus noch freie Sitzplätze. Als er sich langsam füllte, bat Greg den Herrn, er möge einen jungen Menschen auf seinen Nebensitz bringen, damit er Gelegenheit hätte, ein Zeugnis zu geben. Gregs Nebensitz blieb lange Zeit unbesetzt, bis dann - zu guter Letzt - ein älterer Herr neben ihm Platz nahm.

Greg dachte: „Jung oder alt, ich muss meine Pflicht tun", und begann jenem Herrn von Jesus zu erzählen. Doch der antwortete: „Das wäre seltsam, wenn Sie mir von Jesus erzählen müssten. Ich bin nämlich ein wiedergeborener Christ!"

„Tatsächlich? Na, das ist ja wunderbar. Ich heisse Greg Livingston." Der ältere Herr erwiderte: „Ich heisse ..." und es war jener Älteste, den Greg schon die ganze Zeit über besuchen wollte.

Dieser Mann und seine Frau hatten ein Auto gemietet, um ihre Tochter in Arizona zu besuchen. Da sie den Wagen in Riverside abgeben mussten, nahmen sie einen Greyhound Bus für die Rückkehr nach Phoenix. Wenn man an die unzähligen Greyhound Busse in den USA denkt, die zwischen den verschiedenen Städten verkehren, an all die verschiedenen Abfahrtszeiten und Sitzplätze, dann war es schon ein beachtliches Zusammentreffen von Umständen, die Gott arrangiert hatte, damit die beiden Männer noch zu ihrem Gespräch kamen. Es war eine echte Gebetserhörung.

Ein Same, der Frucht trägt

Als ein Bibellehrer und drei jüngere gläubige Mitarbeiter ihren Zug auf dem Pariser Nordbahnhof verpassten, entschieden sie sich, die Zeit mit Singen und Bibellesen zu nutzen. Als sie mit dem Singen begannen, kamen junge Leute aus den verschiedensten Ländern herbei, und sie konnten lebhaft Zeugnis geben.

Ein junger Amerikaner fragte, ob er sein Gepäck dalassen könnte, um sich eine Fahrkarte zu kaufen.

„Natürlich", versicherte einer, „wo bist du her?" „Aus Chicago." „Ach! Von uns ist auch einer aus Chicago." Der Bibellehrer sagte: „Hi! Ich bin Bob Grayson." „Ich bin Terry Flynn." , Wo wohnst du denn in Chicago?"

Es stellte sich heraus, dass er nur zwei Häuserblocks neben der Gemeinde wohnte, in die Bob ging. Terry war widerstrebend, als Bob ihm erklärte, weshalb Jesus Christus am Kreuz gestorben ist und dass man sich bewusst dafür entscheiden muss, mit dem auferstandenen Jesus zu leben, wenn man erlöst sein will. Schliesslich meinte Terry: „Glauben Sie etwa, Sie werden mich hier auf dem Pariser Bahnhof bekehren?"

„Nein, ich kann überhaupt niemanden bekehren. Nur der Herr Jesus kann das tun. Aber ich möchte dir etwas sagen: Im Leben geschieht nichts durch Zufall. Es war kein Zufall, dass wir uns hier begegnet sind. Ich bin sicher, dass Gott zu dir spricht, und du tätest gut daran, hinzuhören, was Er dir sagen möchte."

Offensichtlich verärgert ging Terry weg, um seine Fahrkarte zu kaufen. Kurze Zeit später verliess das christliche Team Paris und ging nach Brüssel. Sie baten Gott, doch denjenigen nachzugehen, mit denen sie über den Glauben gesprochen hatten.

Einige Jahre später war Bob Grayson im Auftrag des Herrn in Irland tätig, aber eine Konferenz liess ihn noch einmal in die USA zurückkehren,' wo er dann einen einzigen Sonntag in seiner Heimatgemeinde verbringen konnte. Nach dem Gottesdienst kam einer seiner jüngeren Freunde, Dan Olson, auf ihn zu und meinte: „Mn Grayson, ich möchte Ihnen gern einen meiner Freunde vorstellen. Das ist Terry Flynn." Bob war der Name irgendwie vertraut, aber er erinnerte sich nicht, wo er ihn zum letzten Mal gehört hatte; um Zeit zum Nachdenken zu gewinnen, stellte er deshalb Terry einige Fragen.

Plötzlich dämmerte es ihm: „Habe ich nicht damals mit dir auf dem Pariser Nordbahnhof über Jesus gesprochen?"

Völlig überrascht trat Terry einen Schritt zurück. Dann gab er zu, dass es so gewesen war und erzählte, wie ihm der Herr nachgegangen sei und ihn schliesslich eingeholt habe:

Nachdem er mit dem Zug nach Deutschland gefahren war, entschloss er sich, per Anhalter nach Wien weiterzufahren. Zwei Mädchen und ein Junge, die alle drei entschiedene Christen waren, nahmen ihn in ihrem Volkswagen mit. Das Mädchen stammte aus einer Vorstadt Chicagos. Sie gab Terry ein Zeugnis und erzählte ihm von einer christlichen Ranch in Colorado, auf der sie einmal gewesen sei.

Als Terry im folgenden Sommer wieder in Chicago war, besuchte er das Mädchen. Wieder erzählte sie ihm von Jesus, und wieder kamen sie auf die Ranch in Colorado zu sprechen. Im August hatte er eine Woche frei, und so entschloss er sich, auf der Ranch Ferien zu machen. An seinem letzten Urlaubstag dort kam er am Swimmingpool mit einem anderen Mann ins Gespräch, der ihn zu Jesus führte.

Der Same, der auf dem Pariser Bahnhof gesät worden war, hatte durch das Gebet wachsen können und brachte einige Jahre später Frucht. In diesem besonderen Fall gewährte Gott es dem Bibelschullehrer, von dieser Frucht zu erfahren. Aber oft erzählen wir von Jesus und beten, aber erst in der Ewigkeit dürfen wir sehen, was für Gott vollendet wurde.

Und Gott hatte doch Recht!

Als Gott es Clarence Jones und Reuben Larson ins Herz gab, als Pioniermissionare eine Radiostation aufzubauen, tauchte die Frage auf: "Wo?" Sie beteten gemeinsam mit ihren Mitarbeitem ernstlich darum, der Herr möge ihnen den rechten Ort zeigen. Im Laufe der Zeit schien es, als würde Er „Ecuador" sagen.

Aber andere hatten da ihre Bedenken. Das Aussenministerium gab folgende Erklärung: „Der gegenwärtige Stand der Information zeigt, dass der Äquator für Radioarbeit ungeeignet ist. Für derartige Zwecke sollten Sie so weit wie möglich vom Äquator entfernt bleiben. Versuchen Sie es in einem anderen Land, aber bleiben Sie dem Äquator fern."

Auch eine Fabrik, die wegen der Möglichkeit zum Betreiben einer Radiostation in Ecuador Erkundungen angestellt hatte, berichtete: „Aufgrund der gewaltigen Erzvorkommen in den Bergen Ecuadors muss damit gerechnet werden, dass jedes Funksignal, das von einem solchen Punkt aus gesendet würde, entweder geschluckt wird oder nur sehr schwach ankommt."

Frank S. Cook berichtet in seinem Buch „Seeds in the Wind", wie der Herr diese Missionare „trotz wissenschaftlich-technischer Berichte, weisem menschlichem Rat und dem Drängen vieler christlicher Freunde in der ecuadorianischen Hafenstadt Guayaquil" nach Quito geführt hatte. Hier wurde der HCJB errichtet, die „Stimme der Anden" (Heralding Christ Jesus' Blessings).

Cook schreibt: „Die folgenden Jahre bewiesen dann ganz zweifellos, dass der Mensch Unrecht, Gott aber Recht gehabt hatte. Je höher man nämlich kommt und je näher man dem Äquator ist, desto besser sind die Funksignale." Quito liegt etwa 3 000 Meter über dem Meeresspiegel und nur 16 Kilometer südlich des Äquators.

Die Macht der Gebete einer Mutter

Dorothea Clapp, Mutter zweier Söhne, lebte in New Jersey. Sie machte sich Gedanken um die Schule ihrer Kinder und bat Gott, Er möge Sein Heil auch dort hinbringen und Seinen Segen von Ramsey aus in die ganze Welt tragen.

Eines Tages kam ihr Sohn Dan mit der Nachricht nach Hause, ein anderer Schüler, namens George Verwer, habe sich eine Halsverletzung zugezogen, und so begann sie, für ihn zu beten.

Einige Zeit später fand George auf dem Bahnhof der Stadt ein Traktat in einem Ständer und nahm es mit. Herr und Frau Clapp hatten die Traktate ausgelegt.

Dann begann George, den Bibelkreis zu besuchen, dessen Leiter Dan Clapp war. Wenn die geladenen Sprecher nicht kamen, sprach Dan, aber als er später im Freizeitzentrum von ,Wort des Lebens" mitarbeitete, überkam ihn Reue, dass er das Evangelium im Bibelkreis nicht deutlicher erklärt hatte. Deshalb schrieb er von dort einen Brief in dem er erklärte, was das Johannesevangelium für ihn bedeutete.

Eine Kopie dieses Briefes mit einem beigelegten Johannes-Evangelium ging an alle, die 1953-54 Mitglieder des Bibelkreises waren. George verschlang das Johannesevangelium geradezu und nahm dann Jesus Christus als seinen persönlichen Herrn an. Auf einer Evangelisation von Billy Graham in Madison Square Gardens ging er nach vorne und bekannte seine Hingabe an Christus vor allen.

Kurz danach - er besuchte inzwischen ein College im Süden der USA - begegnete George einem Christen namens Dale Rhoton, der ganz Feuer und Ramme für Jesus war. Als sie die Bibel zusammen studierten und die ernsten Anforderungen christlicher Jüngerschaft entdeckten, kamen sie zu dem Schluss, dass der Herr Jesus genau das meinte, was Er sagte und dass sie Ihm bedingungslos gehorchen sollten.

George wechselte zum Moody Bible Institute in Chicago, und Dale ging zum Wheaton College. Sie begannen, andere junge Leute herauszufordern, alles zu verlassen und Christus nachzufolgen. Sie veranstalteten Gebetsversammlungen für die Evangelisation der Welt, welche die ganze Nacht dauerten. In den Weihnachts- und Sommerferien nahmen sie Evangelisationsteams mit nach Mexico. Sie gründeten eine Gemeinschaft namens „Send the Light", die später in Übersee und weltweit als „Operation Mobilisation" bekannt wurde. Aus diesen Anfängen heraus breitete sich das Werk nach Spanien aus, dann in die Türkei, durch Europa, den Nahen Osten und bis nach Asien. Durch zwei Schiffe wurden auch Afrika und Südamerika für Gott beeinflusst.

Eine einzige Frau aus New Jersey hatte gebetet, dass Gott diese Schule mit Seinem Heil heimsuchen möchte. Und Er tat es! Nach Schätzungen kamen seit Georges Bekehrung Hunderte von Schülern zum Glauben an Christus.

Sie betete auch, dass die Frohe Botschaft vom Ramsey aus in die entferntesten Ecken der Erde gelangen möge. Und so geschah es tatsächlich. Durch evangelistische Teams, durch Literatur und die beiden Schiffe wurde und wird die Botschaft der Errettung weltweit verkündet.

Und das alles, weil eine Frau gebetet hatte!

Die Nadel im Heuschober

Inzwischen waren seit George Verwers Bekehrung einige Jahre vergangen. Er befand sich in Nepal und raste gerade mit dem Taxi durch Kathmandu, um noch sein Flugzeug nach London zu bekommen. Als er aus dem Auto sprang, vergass er seine Umhängetasche im Kofferraum. Als das Flugzeug abhob, fiel ihm ein, dass in dieser Tasche seine Bibel und einige sehr wertvolle Aufzeichnungen waren. Darum schickte er ein Stossgebet gen Himmel und bat Gott darum, er möge die Tasche doch irgendwie zurückbekommen. Das war zwar sehr unwahrscheinlich angesichts der Unmenge von Taxis in der Hauptstadt und der Unehrlichkeit der Taxifahrer, aber dennoch!

Am darauffolgenden Tag befand sich Ron Penny, einer von Georges Mitarbeitern, in einem klapprigen Autobus in Kathmandu, mit dem er nach Indien wollte. Nach einigen Kilometern hatte der Bus eine Panne und musste repariert werden. Nach einigen weiteren Kilometern geschah dasselbe. Einige hilfreiche Hände spendeten einige Meter Draht. Als der Bus die dritte Panne hatte, schloss Ron Penny daraus sehr folgerichtig, dass er in der Geschwindigkeit wohl niemals bis nach Indien käme.

Er bewog zwei andere Missionare, nach Kathmandu zurückzukehren. Ron hatte nur eine Einkaufstasche, die beiden anderen Missionare hatten je einen grossen Koffer. Schliesslich nahm sie ein grosser Kieslaster als Anhalter mit. Leider fuhr er aber nur bis in die Aussenbezirke Kathmandus, und bis ins Stadtinnere war es noch weit. Doch gerade da, wo der Laster sie absetzte, stand ein einsames Taxi und wartete. Wäre Ron allein gewesen, hätte er den Kofferraum wohl niemals geöffnet, aber weil die anderen Koffer hatten, musste er ihn öffnen. Georges Umhängetasche befand sich darin.

Wie wunderbar der Herr arbeitet. Eine lange, ineinander geflochtene Serie von Ereignissen hatte schliesslich zum Auffinden der Tasche geführt.

Lohnt es sich zu beten?


Autor: William Mac Donald
Quelle: Nur bis zur Zimmerdecke?

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