Wenn Geld da ist, gibt es Geschenke

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Diese Kongolesin macht eine Ausbildung zur Schneiderin. (Fotos: Mission am Nil)
Pompös ist die Weihnachtsfeier im Kongo nicht. Dafür umso herzlicher. Aber auch der importierte Kitsch hat das Land erreicht – ein Land mit vielen Bodenschätzen, wenig Perspektiven und einer kleinen schweizerischen Aufbauarbeit.

Kongo – ein malerischer Name mit Widerhall. Auch wenn die Demokratische Republik Kongo wenig paradiesisch ist: Soldaten aus verschiedenen Nationen kämpfen in diesem Land, so viele, dass man schon von einem «afrikanischen Weltkrieg» spricht.

Aber auch Weihnachtskitsch zieht im drittgrössten Land Afrikas ein, sagt Edith Lippuner, Leiterin des christlichen Hilfswerks «Mission am Nil». «Viel von diesem Glimmer kommt aus China; das Zeug ist billig.» Weihnachten nehme man als Fest der Christen war, «aber den Sinn kennt man nicht. Das Fest ist über den Tourismus und die Hotels ins Land gekommen.» Die Wohlstandsgesellschaft wolle auch im Ausland feiern. Auch wenn sie selbst gar nicht weiß, warum.

Geschenke, wenn Geld da ist

«Die einheimischen Christen feiern anders. Sie kennen Weihnachten und sie feiern dem Sinn entsprechend», erklärt Edith Lippuner. Sie rücken Jesus ins Zentrum, feiern wegen ihm. «Es ist so, wie ich es auch von Äthiopien her kenne: Die Christen feiern aus Freude an dem, was geschah. Was dann noch dazukommt, ist westlicher Import.»

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Scheint Spass zu machen, der Weg zum angehenden Schreiner.
Die Mitarbeiter von «Mission am Nil» gehören zu verschiedenen Kirchen und feiern dort. «Bei uns ist Weihnachten ein Fest unter Verwandten, und die Katholiken gehen am Abend in die Kirche. In Afrika dagegen treffen sich alle Konfessionen in der Kirche, auch im Kongo.» Das Schweizer Werk führt eine Ausbildungsstätte, wo man auch den Sinn von Weihnachten weitergebe.

Mancherorts fehle der Strom für Weihnachtsbeleuchtungen, doch seit kurzem können sich die Menschen wenigstens ein paar Kerzen leisten. Gläubige Menschen feiern Weihnachten wird in der Kirche und in den Häusern. Andere, weltlich ausgerichtete, tanzen und trinken an diesen Tagen. Wenn Geld da ist, werden heute in den Familien sogar hin und wieder Geschenke ausgetauscht, ganz nach westlichem Vorbild.

Hoffnung dank Holz und Stoff

Die Mission führt eine Ausbildungsstätte für 60 Lehrlinge. «Diese marschieren eine Stunde lang zur Arbeit. Es gibt keine asphaltierten Strassen. Die Stadt wächst schnell, aber ohne Infrastruktur wie zum Beispiel Wasserleitungen.» Der Grundbesitzer baue nach seinen Verhältnissen. Häuser aus Blech bei den ärmeren Menschen, zwei- bis dreistöckige Häuser bei den reicheren – alles an der gleichen Strasse.

Das Ausbildungszentrum führe 3 Klassen mit je 20 Lehrlingen. Die Schulungen erstrecken sich über drei Jahre. «Danach erhalten die Schneiderinnen eine Nähmaschine und die Schreiner Handwerkszeug. Wir vermitteln ihnen auch Kenntnisse in Buchhaltung. So können sie ein kleines Geschäft eröffnen.»

Immerhin eine Mahlzeit pro Tag

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Junge Frau in der Schneider-Lehre.
Statt Lehrgeld zu zahlen, helfen die Lehrlinge am Nachmittag zwei Stunden auf dem Feld. Das Gemüse landet zum einen auf dem Teller, überschüssiges wird zum anderen auf dem Markt verkauft. Außerdem erhalten die Lehrlinge auf diese Weise jeden Tag eine Mahlzeit.

Edith Lippuner: «Die jungen Kongolesen sind sehr dankbar. Die Sache ist ein Licht für die Zukunft. In Afrika fehlt viel Ausbildung.»

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Ausbildung schafft Zukunft; viele andere im Kongo haben geringe Perspektiven.
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Wenn sie die Lehre beendet hat, kriegt sie eine Nähmaschine.
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Fleissige Hände sind nötig im Kongo.
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Schreiner lackiert Stühle.

Mehr zum Thema: www.weihnachten.jesus.ch


Autor: Daniel Gerber
Quelle: Livenet.ch

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