Vom Islam zu Jesus

Ein geheimnisvoller Fremder und ein Fernsehprediger

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Chrisnova (Bild: zVg)
Im Nordirak wies ihm ein geheimnisvoller Mann den Weg zum Christentum, in Deutschland betete er mit einem Fernsehprediger zum ersten Mal zu Jesus. Und dann begegnete Jesus ihm persönlich.

Als 14-Jähriger wurde Chrisnova* (geb. 1966) durch ein Buch zum Glauben an den Islam geführt. Und er meinte es sehr ernst. «Im Koran habe ich gelesen, dass Allah nie schläft. Es schien mir respektlos, selbst zu schlafen.» So lag er nachts wach und betete zu Allah.

Viele Fragen ohne Antwort

Aufgewachsen ist Chrisnova in Sulaimaniyya, einer Universitätsstadt mit mehr als anderthalb Millionen Einwohnern, im Nordirak. «Ich sah meine Mutter fünfmal täglich beten. Sie hatte aber keine Zeit, mich über den Glauben zu belehren.» Diese Aufgabe übernahm schliesslich ein Lehrer. Voller Freude ging er nach Hause und sagte seiner Mutter, dass er nun wisse wie man betet. Als er aber berichtete, dass man sich beim Beten in die Richtung von Gottes Haus wenden würde, korrigierte die Mutter: «Nein, mein Sohn, Gott ist im Himmel. Wir beten in die Richtung eines schwarzen Steins in Mekka.» Das war eine grosse Ernüchterung. «Sollte ich mich zum Beten tatsächlich einem weit entfernten Stein zuwenden?»

Von da an gingen Chrisnova viele Gedanken durch den Kopf. «Ich ging zur Mosche und stellte meine Fragen dem Iman und dem Scheich.» Antworten erhielt er jedoch keine. «Du musst den Islam nicht verstehen, sondern einfach gehorchen.»

Nach Europa oder in den Krieg?

Dann wurde Chrisnova ins Militär einberufen und erhielt nach dem Einmarsch vom Irak in Kuwait den Befehl, dorthin zu gehen. «Ich versteckte meine Uniform in einer Tasche, warf diese weg und floh in den Iran.» Als sich dort eine Revolte anbahnte, kehrte er nach zwei Jahren wieder in seine Heimatstadt zurück. Doch war er hier in Sicherheit? Sein Vater wollte ihn nicht nach Europa ziehen lassen. Chrisnova war verzweifelt und plante, sich das Leben zu nehmen.

Eine geheimnisvolle Begegnung

Am Tag, an dem sich Chrisnova das Leben nehmen wollte, hatte er bei der Arbeit eine Begegnung mit einem geheimnisvollen Mann. «Ich hasste den Mann, weil er ein Araber war», erzählt er. Als Kurde hasste er jeden Araber für das Leid, welche diese seinem Volk angetan hatten. «Die christlichen Leute hingegen liebte ich, weil deren Organisationen uns oft unterstützten.»

Der Kunde sprach Chrisnova mit «mein Sohn» an und redete dann irgendetwas von einem Buch. «Tut mir leid», erwiderte Chrisnova. «Wir verkaufen hier keine Bücher. Da müssen Sie in den Buchladen gehen.» Der Mann liess nicht locker: «Hast du das Buch irgendwo gesehen? Es heisst Das Neue Testament.» «Nein, ich habe dieses Buch noch nie gesehen.» Der Fremde liess sich von Chrisnovas Ablehnung nicht einschüchtern. «Mein Sohn, ich möchte dir dieses Buch als Geschenk geben.» Und schon streckte er ihm das Buch entgegen. «Nimm und lies, es wird dein Leben verändern.» Als Chrisnova das Buch packte, wurde er von einer unerklärlichen Sehnsucht ergriffen.

«Nimm meine Hand!», sagte der Mann. Als Chrisnova der Aufforderung nachkam, wurde er wie in eine andere Dimension versetzt. «Ich sah einen grossen Mann mit Schnurrbart, der mich unsittlich berühren wollte.» Auf die Frage, ob dies Allah sei, erwiderte der Mann: «Ja, knie nie wieder vor Allah nieder.» Die Begegnung hinterliess in Chrisnova tiefe Spuren.

Jesus vor dem Fernseher begegnet

Mit seiner Frau und den Kindern beantragte Chrisnova 1995 Asyl in Deutschland. «Ich sah, wie die Europäer lebten und wie sie die Welt besser machten. In islamischen Ländern gibt es hingegen nur Krieg, Hass und Zerstörung.» Er fand eine einfache Arbeit in einer Firma und Gelegenheit zu einem Zusatzverdienst in einer Arztpraxis. «Aufgrund meiner schlechten Deutschkenntnisse und einem naiven Vertrauen, gab ich meine Unterschrift unter ein betrügerisches Abkommen.» Dadurch verlor er letztlich alles und blieb mit viel Schulden zurück. Er war verzweifelt!

Während dieser qualvollen Wochen hörte er im Fernsehen eine Predigt. «Der Prediger sagte plötzlich, unter den Zuschauern sei jemand mit finanziellen Problemen.» Chrisnovas Aufmerksamkeit war geweckt. Letztlich war er sogar bereit, dem Prediger ein Gebet nachzusprechen. «Ich war aber nicht in der Lage, Jesus als Gottes Sohn anzuerkennen. Deshalb sagte ich einfach: Jesus, Sohn der Maria.» Doch dann hörte er eine Stimme zu ihm sagen: «Mein Sohn, ich rette dich!» In diesem Augenblick wusste er: «Jesus lebt! Und er kümmert sich um mich!»

«Bezahlt»

Chrisnova liess sich taufen und sein Leben veränderte sich. Alles lief gut, bis seine Frau sich von ihm trennte. «Das war eine harte Zeit und ich suchte Trost im Alkohol.» Doch Jesus gab ihn nie auf. 2014 war Chrisnova eines Nachts unterwegs. «Gott, es tut mir leid für die Sünden, die ich begehe», betete er. Da hörte er Gott sagen: «Mein Sohn, fasse in deine Tasche.» Als er es schliesslich tat, fand er ein Papier, welches es herausnahm. Es war eine Quittung – darauf ein Wort in roter Farbe: «Bezahlt!» Das sass. «Jesus hat für meine Sünden bezahlt!», war Chrisnova überwältigt.

Seit 2015 lebt Chrisnova in der Schweiz, wo er als Küchenmitarbeiter in einer Bibelschule arbeitet. Abgesehen von der Beziehung zu seiner Tochter, ist der Kontakt mit seiner Familie abgebrochen – das schmerzt. Trotzdem sagt er mit Überzeugung: «Jesus ist der richtige Weg. Ich werde ihn nicht verlassen.»

*Anmerkung: Den Namen Chrisnova hat er sich selbst gegeben. Aus Sicherheitsgründen wünscht er, in diesem Artikel nicht mit seinem richtigen Namen bezeichnet zu werden.

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Datum: 13.03.2021
Autor: Markus Richner-Mai
Quelle: Jesus.ch

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