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«Glücklich seid ihr, wenn ...»

Im Advent schaut sich Livenet den einflussreichsten Mann der Geschichte etwas genauer an. Heute geht es um den Wunsch jedes Menschen, glücklich zu sein. Die Kriterien für Glück, die Jesus in seiner berühmten Bergpredigt nennt, sind aber umwerfend.

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Auf diesem Hügel nahe Kapernaum gab Jesus die Bergpredigt.
Die landläufigen Definitionen für Glück drehen sich um die Themen Liebe, Erfolg und Reichtum. Jesus stellte diesen Glücksvorstellungen einen radikalen Kontrapunkt entgegen. Lesen wir doch mal seine sieben Definitionen im Matthäus-Evangelium, Kapitel 5, Verse 3-11:

Vers 3: «Glücklich sind, die erkennen, wie arm sie vor Gott sind, denn ihnen gehört sein himmlisches Reich.»

Vers 4: «Glücklich sind, die über diese Welt trauern, denn sie werden Trost finden.»

Vers 5: «Glücklich sind, die auf Frieden bedacht sind, denn sie werden die ganze Erde besitzen.»

Vers 6: «Glücklich sind, die Hunger und Durst nach Gerechtigkeit haben, denn sie sollen satt werden.»

Vers 7: «Glücklich sind, die Barmherzigkeit üben, denn sie werden Barmherzigkeit erfahren.»

Vers 8: «Glücklich sind, die ein reines Herz haben, denn sie werden Gott sehen.»

Vers 9: «Glücklich sind, die Frieden stiften, denn Gott wird sie seine Kinder nennen.»

Vers 10: «Glücklich sind, die verfolgt werden, weil sie nach Gottes Willen leben; denn ihnen gehört sein himmlisches Reich.»

Vers 11 und 12: «Glücklich könnt ihr euch schätzen, wenn ihr verachtet, verfolgt und verleumdet werdet, weil ihr mir nachfolgt (...), denn im Himmel werdet ihr dafür reich belohnt werden!»

Eine aufwühlende Einleitung

Mit diesen Worten hat Jesus die berühmte Open-Air-Versammlung an einem Hang über dem See Genezareth eröffnet, die unter dem Namen «Bergpredigt» in die Geschichte eingegangen ist. Stellen wir uns mal die Wirkung seiner Ansprache, die er ganz ohne schonende Vorbereitung eröffnet hat, vor. Er griff ein populäres Thema – das Streben nach Glück – auf und stellte den gängigen Vorstellungen schockierende Antithesen entgegen!

Dass Friedensstifter, friedensliebende und barmherzige Menschen auch glückliche Menschen sind, ist nachvollziehbar. Aber trauernde, verfolgte und verachtete Menschen? Schwer vorstellbar. Aber ein starker Hinweis darauf, dass Jesusmenschen eine deutlich andere Weltsicht haben.

Kein Glück auf Kosten anderer

Glück ist für sie nicht, wenn sie reich und mächtig werden, wenn es ihnen gelingt, sich mit den Ellbogen nach oben zu kämpfen und andere Menschen zu verdrängen oder zu vernichten. Glück ist nicht gleich zu setzen mit Vergnügen und Zerstreuung. Oder Liebesglück. Es gründet tiefer und kann auch Zustände wie Verlust und Trauer integrieren, ohne sich davon in Verzweiflung treiben zu lassen.

Neue Massstäbe

Jesus hat mit seinen Worten schnell klar gemacht, dass in der von ihm verbundenen neuen Welt andere Massstäbe gelten. Er hat deutlich gemacht, dass Menschen, die sich auf ihn eingelassen haben, auch schwierige Lebenserfahrungen bewältigen müssen. Und dass Menschen – obwohl Friedensstifter und Wohltäter – angreifbar werden, wenn sie sich als seine Nachfolger definieren.

Mehr als ein Hochgefühl

Das Glück, das Jesus meint, kann zwar sehr emotional sein, ist aber nicht nur ein Hochgefühl, ausgelöst durch ein positives Erlebnis. Es kann aber zu einem dauernden Zustand von tiefer Zufriedenheit werden. Einige Bibelübersetzer sprechen anstatt von «glücklich» von «glückselig». Sie deuten damit an, dass das Glück der Jesusnachfolger darin gründet, dass es nicht zeitlich und weltlich begrenzt ist, sondern in die göttliche Welt hinüberreicht. Eine Welt, die schon hier erfahrbar wird, aber erst in der neuen Welt vollständig zum Tragen kommt.

Zum Thema:
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Datum: 15.12.2019
Autor: Fritz Imhof
Quelle: Livenet

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