Kurz vor dem Unglück

Pilot Encina: «Gott gebe Gnade, um die wertvollen Dinge loszulassen»

Er war einer der Piloten, die im Cockpit des Unglücksfluges sassen, das am 28. November 2016 in Kolumbien abstürzte: Gustavo Encina. Nur wenige Stunden vor dem Unglück schrieb der Paraguayer auf Facebook eine Nachricht, die im Nachhinein Eindruck hinterliess.

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Gustavo Encina ist einer der Todesopfer, die am 28. November 2016 in Kolumbien mit dem Flugzeug verunglückten.
Inwieweit der paraguayische Pilot Einfluss darauf hatte, den Treibstoffmangel der Maschine abzuwenden, ist unklar; als Hauptverantwortlicher gilt hierfür der Pilot und Miteigentümer der Fluglinie Lamia, Miguel Quiroga.

«Wo schaust du im Leben hin?»

Doch etwas ist bekannt: Encina war überzeugter Christ und schrieb nur wenige Stunden vor dem Unglück etwas auf seine Facebook-Seite, das fast wie eine Vorsehung wirkt: «Guten Tag! Wo schaust du in deinem Leben hin? Zurück oder nach vorne?», postete der Pilot. «Möge der Herr dir die Gnade geben, Dinge loszulassen, selbst die Dinge, die dir am wertvollsten im Leben sind, damit du nach vorne schauen kannst, wo Christus bei einem wundervollen Treffen auf dich wartet, wenn er dir die Türen zur Ewigkeit öffnen wird.»

Dass er selbst nur wenige Stunden später an diesen Türen der Ewigkeit stehen würde, war Encina sicher nicht bewusst. Doch seine Nachricht gelangte durch den tragischen Unfall an viel mehr Menschen, als er gedacht hatte. Sie rüttelt den einen oder anderen vielleicht auch wach, um sich Gedanken über den Glauben und das Leben nach dem Tod zu machen. Gustavo Encina hatte schon oft christliche Nachrichten über Facebook verbreitet. Freunde von Encina hatten die Nachricht in den sozialen Medien weiter geteilt, als bekannt wurde, dass sich der Pilot unter den Todesopfern befindet.

Viele Christen an Board

Auch unter den weiteren Opfern befinden sich evangelische Christen. So trauert die pfingstlich geprägte Foursquare-Gemeinde von Chapeco, dem Heimatort der Fussbalmannschaft Chapecoense, um acht Mitglieder. Auch zwei der drei überlebenden Fussballspieler sind nach Medienangaben Christen. Einer von ihnen, der Spieler Helio Hermito Neto, hatte in einem Interview wenige Stunden vor dem Unglück über seine Erholung von einer Verletzung gesagt: «Ich hatte eine schwere Verletzung; und ich hätte nicht gedacht, dass der Erholungsprozess so gut ginge. Ich weiss, dass Gott mir diese Situation ins Leben gelegt hat.»

«Ein Wunder Gottes»

Der Vater des Torwarts Jakson Follmann, Paulo Follmann, sieht Gottes Hand darin, dass sein Sohn das Unglück überlebte. «Die Wahrscheinlichkeit, einen Flugzeugunfall zu überleben, liegt praktisch bei Null», erklärte er in einem Telefoninterview mit The Associated Press. «Dass sich mein Sohn unter den Überlebenden befindet, ist ein Wunder Gottes!» Dem Torwart musste im Zusammenhang mit dem Unfall ein Bein amputiert werden, doch er selbst sagte hinterher, er ziehe das Leben dem Bein vor.

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Datum: 06.12.2016
Autor: Rebekka Schmidt
Quelle: Livenet / Mundo Cristiano / Mundohispanico.com

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