Der Backstreet Boy, der an Gott glaubt

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Will über seinen Glauben an Gott singen: Brian Littrell.
Seine Stimme kennt man aus den Hits "Quit Playing Games With My Heart," "Everybody" und "I Want It That Way". Er ist von der Boyband Backstreet Boys nicht wegzudenken, trotzdem hat er einen Alleingang gewagt. Denn Brian Littrell will darüber singen, was ihm auf dem Herzen brennt: Sein Glaube an Gott. Wie er es schafft, die christliche und die säkulare Szene unter einen Hut zu bringen, erzählt er hier.

Wie schaffst Du die Grätsche zwischen deinen beiden Projekten?
Ich bin sehr beschäftigt. Aber ich glaube, ich bin genau am richtigen Platz. Gott hat mir durch die Backstreet Boys die Möglichkeit gegeben, bekannt zu werden. Durch mein Solo-Projekt kann ich gleichzeitig über meinen Glauben sprechen und viele hören es! Klar ist es nicht einfach, in beiden Projekten immer das Beste zu geben. Aber ich möchte es versuchen. Meine Solokarriere funktioniert auch deswegen, weil ich ein Backstreet Boy bin, und das darf ich nicht vergessen. Die Jungs wissen das und sehen, wie wichtig sie mir sind und dass meine Solo-Karriere erst an zweiter Stelle kommt.

Was sagt der Rest der Band zu deinem Projekt?
Sie unterstützen mich wirklich sehr. Sie wussten schon lange, dass ich in diese Richtung gehen will und mich auch in der christlichen Szene sehe. Das gehört zu mir, das ist, was ich wirklich bin und wofür mein Herz schlägt. Die Platte gefällt ihnen auch. AJ (Mc Clean, ehemaliges Backstreet Boys-Mitglied) ist sofort in den nächsten Laden gegangen und hat die CD gekauft.

Was sagen die Fans darüber, dass du plötzlich von Gott singst?

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„Ich habe mich nie auf Kompromisse eingelassen.“
Da mache ich mir keine Sorgen, so abschreckend ist das ja nicht. Ich habe schon immer über meinen Glauben und meine Beziehung zu Gott gesprochen, in den Danksagungen auf den CDs zum Beispiel. Ich wollte schon immer dem die Ehre geben, dem die Ehre gebührt. Natürlich hoffe ich, dass mein Soloalbum auch die Fans der Backstreet Boys berührt. Aber zugleich glaube ich, dass meine Songs nicht aufdringlich und sehr interpretierbar sind. Die inspirativen Songs kann man so oder so sehen, sie sprechen für viele verschiedene Lebenssituationen. Natürlich gibt es auch ganz eindeutig christliche Lieder, denn das sind die Botschaften, die ich habe.

Warum wird so wenig christliche Musik im Radio gespielt?
Zwischen christlicher und säkularer Musik besteht eine ganz feine Trennlinie. Ein christlicher Radiosender achtet ja auch darauf, dass seine Lieder die Hörer ansprechen. Die Christen kennen da nichts, sie beschweren sich auch, wenn ein brandneuer Song rauskommt und darin zu wenig über Gott zu hören ist. Genau so ist es auch auf der anderen Seite. Da rufen dann die Leute an und sagen: „Was labert der denn immer von Gott?“ Ich glaube aber, dass es im Endeffekt auf gute Musik ankommt. Vor ein paar Jahren gab es mal ein Lied von MercyMe, das hiess „I Could Only Imagine“. Im Text gibt es die Stelle "Surrounded by your glory, what will my heart feel? Will my heart dance for you, Jesus?" (Was wird mein Herz fühlen, umgeben von deiner Herrlichkeit? Wird mein Herz für dich, Jesus, tanzen?) Dieses Lied hat Jesus aus einem sehr christlichen Standpunkt dargestellt, trotzdem lief der Song in den säkularen Radiostationen rauf und runter. Es war ein riesen Hit. Ich hoffe, dass ich mit meiner Musik in beide Formate passe. Und ich hoffe, dass mir meine Vergangenheit als Backstreet Boy die Türen öffnet. In meiner Musik stelle ich meine eigene Geschichte vor und erzähle auf lyrische Weise, was mich bewegt. Mein Ziel ist nicht der absolute Solo-Erfolg, ich möchte Menschen einfach nur auf positive Weise berühren. ??

Was hältst du von der heutigen Musik?

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„Ich möchte Menschen einfach nur auf positive Weise berühren.“
Musik heute ist wie die vor 30, 40 oder 50 Jahren. Die Leute wollen wieder Livemusik hören, wollen echtes Schlagzeug, echten Bass und Gitarrensound. Country hat weltweit einen riesigen Absatzmarkt. Ich glaube, dass sich einiges verändert hat in der Art, wie man Pop-Songs produziert. Auch im Bereich R&B und HipHop. Die Fans wollen echte Songs, echte Erfahrungen und echte Instrumente. Mitte der 90er-Jahre gab es diese ganzen Soundeffekte, besonders in Europa war das so beliebt. Wir haben da natürlich mitgemacht, mit Songs wie „We've Got it Going On" und „Larger Than Life". Das ist heutzutage anders. Es muss nicht mehr so perfekt sein, dafür Leben haben. Und ich finde das gut.

Wenn ich an die Musik von früher denke, fallen mir als erstes die Beatles ein, Elvis und Dean Martin. Die Beatles haben ihre Songs zum Beispiel ein oder zwei Mal im Studio eingespielt und gleichzeitig eingesungen. Dann wurde das auf Vinyl gepresst und das wars. Das hat einfach ein anderes Feeling. Da steckt Emotion drin. Es war nicht perfekt, aber hat viel bewegt.

Wie ist es als Christ in einer „nicht-frommen“ Band?
Ich habe mich für meinen Glauben nie geschämt. Aber es gab schon Punkte, wo sich ein Unterschied gezeigt hat. Es gab vor ein paar Jahren einen Artikel im Rolling Stone Magazine, da wollte der Fotograf ein Bild von uns machen mit 50 jungen Frauen im Hintergrund, die überhaupt nichts anhaben sollten. Komplett nackt! Ich war der einzige der Band, der nicht auf dem Foto war. Wegen meinem Glauben. Ich war zu der Zeit gerade glücklich verheiratet, bin es immer noch. Und ich wollte keine Kompromisse in meinem Glauben eingehen, verleugnen wer ich bin und was ich glaube, nur weil ein Fotograf die Backstreet Boys so darstellen will. Ich bin immer wieder an solche Punkte gekommen, wo mir Leute Kompromisse aufdrängen wollten. Aber ich habe mich nicht darauf eingelassen. Und es hat sich gelohnt!

Quelle: www.beliefnet.com , Livenet

Datum: 27.02.2008
Autor: Miriam Hinrichs

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