Unicef-Schweiz fordert Solidarität mit beschnittenen Frauen

Zum internationalen Tag der Frauen hat Unicef-Schweiz die Bevölkerung aufgefordert, Solidarität mit den weltweit rund 130 Millionen beschnittenen Mädchen und Frauen zu zeigen. Auch in der Schweiz ist die Beschneidung von Frauen ein Thema.

Mit der Tradition der Mädchenbeschneidung müsse so schnell wie möglich gebrochen werden, forderte das Uno-Kinderhilfswerk an einer Tagung in Zürich. Weltweit seien 130 Millionen Frauen beschnitten; jedes Jahr würden zwei Millionen Mädchen das Gleiche erleiden. Diese "brutale Tradition" müsse schnell abgeschafft werden.

Gemäss einer Umfrage von Unicef-Schweiz und dem Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Bern (ISPB) sind auch das Medizinalpersonal und Sozialstellen in der Schweiz mit diesem Thema konfrontiert. 29 Prozent der Befragten gaben an, bereits mit beschnittenen Frauen zu tun gehabt haben.

Nach Schätzungen von Unicef leben über 6’000 beschnittene Frauen in der Schweiz. Die meisten stammen aus Somalia, Äthiopien und Eritrea. Es gebe Hinweise darauf, dass auch in der Schweiz Beschneidungen durchgeführt werden.

Ein im Auftrag des Kinderhilfswerks erstelltes Rechtsgutachten hält fest, dass die Beschneidung in der Schweiz den Tatbestand der schweren Körperverletzung darstellt.

Factsheet von UNICEF:
www.unicef.ch/update/pdf/maedchenbeschneidung/FactSheet_d_FGM.pdf

Datum: 09.03.2005
Quelle: Kipa

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