Lebensschutz auf der Strasse

«Du sollst nicht töten»: Wenn ein Politiker die Bibel beim Wort nimmt

Das deutsche Magazin «Spiegel» widmete der Verkehrspolitik von Bundesrat Moritz Leuenberger eine grosse Story. Warum? Weil er das fünfte Gebot als Leitplanke nahm, um die Zahl der Verkehrstoten zu senken. Das Beispiel beweist: Auch so kann Lebensschutz funktionieren.

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Moritz Leuenberger
Als Vorsteher des Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) machte sich Leuenberger nicht nur Freunde mit seinem Kampf gegen Raser. Durch eine Vielzahl von Massnahmen konnte die Zahl der Verkehrstoten in der Schweiz von 600 im Jahr 2000 auf fast ein Drittel, etwas mehr als 200, gesenkt werden.

Leuenberger weist darauf hin, dass der Rückgang der Toten und Schwerverletzten nicht nur seiner Politik, sondern auch Verbesserungen beim Automobilbau zu verdanken seien.

Das fünfte Gebot als Leitlinie

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Spiegel-Artikel über Schweizer Verkehrspolitik.
Das Magazin «Der Spiegel» berichtet, dass Leuenberger seine Verkehrspolitik als «ethischen Auftrag» verstanden habe. Er habe dem fünften Gebot («Du sollst nicht töten») Geltung verschaffen wollen, indem die Zahl der Toten und Schwerverletzten im Verkehr deutlich verringert wurden. Vorbild für seine Politik war Schweden. Heute schaue Leuenberger «mit Genugtuung» auf das Erreichte. Denn die Schweizer Strassen seien die sichersten in der Welt.

0,5-Promille: Fast Halbierung der Unfalltoten

Sieben Jahre brauchte es, bis Leuenberger die neue Promillegrenze von 0,5 durchsetzen konnte. Im ersten Jahr nach der Einführung gab es 47 Tote weniger (ein Minus von 45 Prozent!) und 117 weniger Schwerverletzte (minus 15 Prozent). Zudem konnte die Zahl der Leichtverletzten stark reduziert werden.

Ende der Freiheit beim Autofahren?

Die Gegner der Politik von Moritz Leuenberger sprachen von Bevormundung und einem Ende der Freiheit beim Autofahren. Die Kritik entzündete sich vor allem an der niedrigeren Promillegrenze und den drastischeren Strafen. Weniger Kritik gab es bei baulichen Massnahmen auf den Strassen und den vermehrten Kontrollen. So wurden die Planken auf den Mittelstreifen der Autobahnen derart verändert, dass jemand, der von der Spur abkommt, sich nicht so leicht tödlich verletzen konnte.

Leuenberger weist darauf hin, dass nur dank der Mehrheit der Frauen im Bundesrat seine Massnahmen eine Mehrheit bekamen, obwohl sich die parteipolitischen Gewichte nicht verändert hatten. «Frauen beurteilen den Aspekt Sicherheit, also den Schutz von Menschenleben, offenbar anders.»

Krasse Strafen für Raser

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Moritz Leuenberger
Heftig ging Moritz Leuenberger gegen Autoraser vor, die er als «asozial und kriminell» bezeichnete. Hier setzte er drakonische Strafe durch: Freiheitsstrafen für Raser von bis zu vier Jahren, Einziehung und Verwertung von Raser-Fahrzeugen, deren Auto wie eine Waffe eingezogen werden müsse, und der mehrjährige Entzug des Führerscheins bis hin zum endgültigen Entzug.

Schutz des Lebens mal anders

Beim Schutz des Lebens denken viele zuerst an den Kampf gegen Abtreibung oder gegen die Sterbehilfe – Themen, die als zutiefst moralisch wahrgenommen werden. Beim Thema «Verkehr» aber ist der Gedanke an Lebensschutz doch meist sehr weit weg.

Zum Thema:
Woche für das Leben: «Menschenwürde gilt auch für Ungeborene»
Zehn Lebensprinzipien: Wenn Gedanken töten könn(t)en
Die Zehn Gebote im 21. Jahrhundert: Das sechste Gebot 

Datum: 16.02.2019
Autor: Norbert Abt
Quelle: Livenet

Kommentare

Kompliment dies nenne ich endlich einmal ein CHRISTLICHES DENKEN ! Doch bitte hierzu nicht vergessen es gibt nebst den kriminellen Rasern auch die kriminellen Kriecher und dauer links Fahrer auf der Autobahn. Die rechte Spur wird dadurch gezwungener massen zur linken Spur weil Jene die linke Spur durch ihre EGO VERHALTEN blockieren. So etwas nennt sich dumme Ignoranz!! In den letzten 30 Jahren wurde der Verkehr immer schlimmer und dümmer. Danke auch jenen Bleifuss Deutschen mit Null Respekt und Anstand/Abstand

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