Marsch des Lebens für Israel

Namenslesung in Gedenken der Holocaust-Opfer in Bern

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Ariel Rosenstein zündete die erste Kerze an. (Bild: zVg)
Anlässlich des offiziellen jüdisch-israelischen Gedenktags Yom haSchoah (Holocaust) von Donnerstag, 8. April, fand vor dem Bundeshaus Ost in Bern eine Gedenkveranstaltung mit Namenslesung in Erinnerung an die sechs Millionen jüdischen Opfer statt.

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Namenslesung der Opfer
Es war der Auftakt von sechs weiteren Veranstaltungen in der Schweiz und über 100 Anlässen weltweit. Als Ehrengast durfte die veranstaltende «Marsch des Lebens für Israel»-Gruppe Bern den Stellvertreter des Botschafters des Staates Israel, Herrn
Ariel Rosenstein, begrüssen. Musikalisch untermalte Francesca Grilletto den Event professionell mit der Querflöte.

Nach einer Schweigeminute richtete Herr Rosenstein eindringliche Worte an die aufgrund der Covid-19-Richtlinien kleine Gruppe Anwesende: «Heute stehen wir hier zusammen, nicht nur um dem Horror der Vergangenheit zu gedenken, sondern auch die gemeinsame Zukunft zu formen. Der Marsch des Lebens ist genau ein solches Symbol dieses Kampfes gegen den Antisemitismus und gegen den Judenhass.» Anschliessend entzündete er die erste Kerze in Gedenken aller Opfer der Todesmärsche. Zusätzlich erinnerten fünf weitere Kerzen an die ermordeten jüdischen Männer, Frauen und Kinder. Symbolisch wurde eine siebte Kerze, die Kerze der Hoffnung, entzündet.

Namenslesung hat grosse Bedeutung

Die Namen der Opfer an Yom haSchoah vorzulesen, hat in der jüdischen Kultur eine grosse Bedeutung. Es ist ein Manifest gegen das Vorhaben Nazideutschlands, die Gefangenen durch die tätowierte Nummer ihrer Grundrechte und Identität zu berauben. Mit dem Lesen der Namen wird jeder Einzelne als wertvoller Mensch mit einem individuellen Namen und einer unverwechselbaren Identität gewürdigt und in Erinnerung behalten. Die Lesung fand in Kooperation mit Yad Vashem, dem World Holocaust Remembrance Center in Jerusalem, statt.

Im übertragenen Sinne benutzte Sue Haueter ein paar gebrauchte Schuhe, um einem unbekannten Schoah-Opfer ein Gesicht zu geben. Aus der Feder einer Nachfahrin zitierte sie: «Zwei Schuhe, ein Paar Schuhe, eine Person. Stumme Zeugen des Todes meiner Grosseltern, Onkeln, Tanten, Cousinen und Cousins. Ein paar Schuhe, jener Grossmutter, die mir nie ein Wiegenlied sang und mir nie das Kochen beibrachte.»

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Datum: 11.04.2021
Autor: Sue Haueter
Quelle: marschdeslebens.ch

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