Das Echte gesucht

Verlässliche Werte helfen in der (Finanz-)Krise

„In Krisenzeiten überlegen wir uns, was wir wirklich brauchen“, ist heute in der Regionalausgabe meiner Tageszeitung zu lesen. Ja, was brauchen wir?

Eine junge Frau, die am Gottlieb-Duttweiler-Institut in Rüschlikon forscht, gibt in einem Interview bekannt, welche Trends sich in den nächsten fünf Jahren durchsetzen werden: regionale und biologische Produkte, immaterielle Werte wie Partnerschaft und Familie sowie Tauschnetzwerke.

Bedürfnis nach dem Echten

Der Konsument und die Konsumentin suchten das ehrliche Produkt, sagt Forscherin Mirjam Hauser gegenüber dem „Tages-Anzeiger“, und sie wollten bewusster konsumieren. Dazu gehöre auch, dass er oder sie wisse, woher ein Produkt komme. „Wir erfüllen damit auch unser Bedürfnis nach Echtem“, behauptet sie. Teilweise finde eine „regelrechte Moralisierung des Konsums“ statt. Heute müsse gutes Essen tier- und umweltgerecht und unter fairen Arbeitsbedingungen entstanden sein.

Recht so. Es ist nur zu hoffen, dass sich dieser Trend tatsächlich durchsetzt und nicht auf der andern Seite bereits der Schrei nach dem billigsten Produkt ertönt – oder höre ich ihn bei der neuen Coop-Linie nicht schon ziemlich laut?

Ohne billigen Schrott

Ist es eigentlich nicht selbstverständlich, dass ein Bauer für sein landwirtschaftliches Erzeugnis mindestens so viel bekommt, dass er seinen Lebensunterhalt bestreiten kann – und zwar, wo immer er lebt? Ist es moralisch nicht schlicht logisch, dass Mitarbeitende in einer Fabrik bei gesunden Arbeitsbedingungen so viel Geld bekommen, dass sie Essen, Obdach und Kleidung kaufen können?

Zwar macht man es uns in den Läden nicht leicht, diese Rahmenbedingungen zu erkennen. Doch als Menschen, die an Gott und seine Gerechtigkeit glauben, können wir es uns nicht leisten, ungerecht hergestellte Produkte zu kaufen. Wie können wir „nach seiner (Gottes) Gerechtigkeit hungern und dürsten“ (Die Bibel, Evangelium nach Matthäus, Kapitel 5, Vers 6) und gleichzeitig den billigsten Schrott aus China oder Indien nach Hause schleppen.

Je knapper ein Gut …

Interessant auch der Trend nach nicht materiellen Werten. Wo die klassischen Statussymbole wie ein teures Auto oder ein grosses Haus ausgedient hätten, so Mirjam Hauser vom GDI weiter, rückten Werte wie Gesundheit, Fitness, der Partner, die Familie und „einfach mal mehr Zeit haben“ an ihre Stelle. „Dass Partner oder Familie so viel Wert beigemessen wird, hat auch mit der rekordhohen Scheidungsrate zu tun: Je knapper ein Gut, umso erstrebenswerter ist es.“ Auch Kinder zu haben, sei ein Status-Gut.

Schwierige Phasen durchstehen

Haben wir demnach die Talsohle der Ehen- und Familienkrisen erreicht und geht es wieder aufwärts? Die Idee des „verknappten Guts“, dem in den nächsten fünf Jahren wieder vermehrt nachgejagt werden soll, riecht zwar stark nach Marketing und klingt deshalb ziemlich materiell. Doch der Hunger nach einer tragfähigen Beziehung, die nicht nur ein paar wenige Jahre hält, ist hier unüberhörbar.

Ob die Not, sich nicht mehr alles leisten zu können – auch eine Scheidung nicht -, hier der richtige Ratgeber ist, muss stark bezweifelt werden. Aber allenfalls mit etwas mehr Ausdauer auch mal eine „Phase der Not“ durchzustehen, um dann zu erleben, dass es wieder besser, ja plötzlich sogar gut geht, ist eine Erfahrung, die man in den nächsten Jahren noch vielen Paaren wünschen möchte. Gibt es etwas Schöneres, als „dich der Frau deiner Jugend zu erfreuen“, wie der weise König Salomo dereinst schrieb (Die Bibel, Sprüche, Kapitel 5, Vers 18), und mit ihr in die nächste Lebensphase zu gehen?


Autor: Fritz Herrli
Quelle: Jesus.ch

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