Die Warum-Frage

Gott und das Leiden auf der Welt

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Immer wieder werden wir mit Katastrophen konfrontiert. Dann taucht auch regelmässig die gleiche Frage auf: «Wenn Gott doch ein Gott der Liebe ist, warum gibt es soviel Leid auf der Welt?»

Diese Frage ist so alt wie die Bibel selbst. Auch der Prophet Habakuk (der heisst wirklich so!) kam ins Grübeln: «Warum muss ich so viel Unrecht mit ansehen, und warum schaust du untätig zu, wie die Menschen einander das Leben zur Hölle machen?» (Die Bibel, Habakuk, Kapitel 1, Vers 3)

Wer hat das nicht auch schon erfahren? Warum musste dieser Mensch sterben? Warum bin ich krank ? Warum bin ich arbeitslos? Wo war Gott, als...?

Gott will kein Leid

Es war nie Gottes Absicht, dass Menschen leiden. Die Geschichte des Paradieses am Anfang und der Ausblick auf die «Zeit danach» am Ende der Bibel zeigen uns die Welt, wie Gott sie ursprünglich geplant hat: kein Leid, keine Schmerzen, keine Tränen (ausser Freudentränen), kein Sterben.

Die Antwort auf die Frage nach dem Leiden findet sich in unserer Freiheit, zu entscheiden. Gott hat den Menschen nicht als Marionette geschaffen, sondern als Gegenüber. Er hat uns Massstäbe für optimale Lebensqualität gegeben, die man ernst nehmen kann oder auch nicht. Diese Massstäbe funktionieren ähnlich wie Naturgesetze: Wenn ich sie ignoriere, kommen Menschen zu Schaden. Ich kann zum Beispiel schon sagen, ich ignoriere das Gesetz der Schwerkraft. Wenn jedoch ein Flugzeug abstürzt, werde ich damit konfrontiert. Leiden ist auch die Folge von menschlichen Fehlentscheidungen. Es ist sozusagen die dunkle Seite der menschlichen Freiheit.

Keine heile Welt

Dieser Hang, die falsche Entscheidung zu treffen, wird in der Bibel als «Sünde» bezeichnet. Adam und Eva hatten damit begonnen und damit wurde die gesamte eigentlich gute Schöpfung mit diesem «Virus» infiziert. Alle und alles sind betroffen. Krankheit, Leid und Tod sind die unzertrennlichen Begleiter der Sünde. Deshalb ist die heutige Welt keine heile Welt mehr. Deshalb kann es jeden von uns treffen. «Es geschieht so viel Sinnloses auf der Welt.» (Die Bibel, Prediger, Kapitel 8, Vers 14).

Gott spricht durch das Leid

Leid ist also nie, was Gott wollte. Aber jetzt, wo es schon einmal da ist, spricht die Bibel auch davon, dass Gott das Leid braucht, um «eine taube Welt aufzuwecken» (Zitat von C.S. Lewis). Wer fragt eigentlich: «Warum lässt Gott all das Gute zu?» Durch Notsituationen stellen sich Menschen die Frage nach Gott. Kriege, Naturkatastrophen und andere Unglücke führen oft dazu, dass Menschen in ihrer Not wieder beten.

Keine offenen Rechnungen

Eines muss unbedingt erwähnt werden: Egal, wie viel Unrecht sich in der Weltgeschichte noch ansammeln wird, Gott hat versprochen, keine Rechnung offen zu lassen. Es wird Gerechtigkeit für alle geben. Die Unterdrückten und Gemordeten der Weltgeschichte werden von Gott selber getröstet werden. Nicht das Böse, nicht die Willkür der Mächtigen, sondern ein unbestechlich gerechter Gott wird das letzte Wort haben.

Gott hat durch das Leiden und Sterben von Jesus Christus deutlich gemacht, dass er mit uns leidet. Er erklärt uns nicht alles, er verschont uns nicht vor Leiderfahrungen, aber ist immer der «innig mitfühlende Gott» (Die Bibel, Jakobus, Kapitel 5, Vers 11) mit offenem Herzen und offenen Armen für die, die am Leben verzweifeln. Er ist nie weiter als ein Gebet von unserer Zerbrochenheit entfernt.

Zum Thema:
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Datum: 02.04.2020
Autor: René Steiner
Quelle: Jesus.ch

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