Worte des Lebens

Jesus und die Verantwortung

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Was geht es mich an? Ich gehe meinen Weg. - Solche Worte zeigen eine Lebenshaltung an, in der ich aufgrund meiner Wünsche und Überzeugungen meinen Kurs festlege und allein mir selbst Rechenschaft gebe. Jesus lehrt und lehrt eine andere Haltung: Er verantwortet sein Tun vor einem Höheren, von dem er abhängig bleibt.

In seiner Zeit sind viele Menschen nicht nur innerlich, sondern auch äusserlich, sozial unfrei: Sie sind Sklaven, gehören einem Herrn, der ganz über sie verfügen kann. In der heidnischen Umwelt ist seine Gewalt kaum beschränkt; die jüdischen Gesetze schreiben hingegen vor, Sklaven anständig zu behandeln.

Allzeit bereit?

Umso wichtiger, dass der Herr berechenbar ist. An diesem Punkt gibt Jesus seinen engsten Anhängern zu denken. Sie sollen für das Kommen des Menschensohnes (damit meint Jesus sich selbst in seiner künftigen Rolle als Herrscher) bereit sein - doch ohne zu wissen, wann er kommt. Sie werden es auch nicht ahnen können: «Der Menschensohn kommt zu einer Stunde, da ihr es nicht erwartet» (Die Bibel, Lukas, Kapitel 12, Vers 40).

Treu verwalten

Das geht Petrus, dem Wortführer der Jünger, nicht in den Kopf. Sind sie nicht die Eingeweihten, die es zeitig wissen müssten? Nein, bedeutet ihm Jesus und erläutert dies erneut mit einem Vergleich: Ein Haushalt mit Dienern braucht einen Chef. «Wer ist nun der treue und kluge Verwalter, den der Herr über seine Dienerschaft setzen wird, damit er ihnen die Speise zuteile zur rechten Zeit? Selig der Knecht, den sein Herr, wenn er kommt, solches tun sieht» (Lukas 12,42.43).

Aus dem Nichtwissen ergibt sich die Verantwortung, das Aufgegebene zu tun und nicht nachzulassen. Jesus schildert auch den anderen Fall: den Verwalter, der nicht mit dem Kommen des Herrn rechnet, seine Pflicht vernachlässigt, sich betrinkt und Knechte und Mägde misshandelt. Der Herr wird überraschend kommen, ihm alles nehmen und ihn hart strafen, sagt Jesus (Lukas 12,45-46).

Grössere Verantwortung

Der innere Kreis der Anhänger ist also nicht fein raus, im Gegenteil. Jeder der viel mitbekommen hat, trägt umso grössere Verantwortung. Jesus sieht es für nötig an, weiter zu differenzieren: «Der Knecht, der den Willen des Herrn kennt und nichts nach seinem Willen bereitgemacht oder getan hat, wird viele Schläge erhalten. Der aber, der ihn nicht kennt, und etwas getan hat, das Schläge verdient, wird wenige erhalten» (Lukas 12,47.48).

Wer ist als Verwalter treu und klug? fragt Jesus - eine Frage, die sich an seine Anhänger zu allen Zeiten richtet. Wer sich auf ihn einlässt, erhält Verantwortung. «Wem aber viel gegeben wurde, von dem wird viel gefordert werden; und wem viel anvertraut wurde, von dem wird man umso mehr verlangen» (Lukas 12,48).


Autor: Peter Schmid
Quelle: Livenet.ch

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