Um ein mitfühlender und helfender Priester zu werden

Fünfzig Gründe, warum Jesus kam, um zu sterben (27).

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Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der nicht Mitleid haben könnte mit unseren Schwachheiten, sondern der in allem in gleicher Weise wie wir versucht worden ist, doch ohne Sünde. Lasst uns nun mit Freimütigkeit hinzutreten zum Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden zur rechtzeitigen Hilfe!
Hebräer 4,15-16
 
Christus wurde unser Priester, indem er sich am Kreuz für uns opferte (Hebräer 9,26). Er ist unsere Verbindung zu Gott. Sein Gehorsam und sein Leiden waren so vollkommen, dass Gott ihn nicht ablehnen wird. Daher wird uns Gott, wenn wir durch Christus zu ihm kommen, auch nicht ablehnen.

Aber es kommt noch besser. Auf dem dreissig Jahre langen Weg zum Kreuz wurde Christus versucht – genau wie jeder andere Mensch. Es stimmt, dass er nie sündigte. Aber weise Köpfe haben darauf erklärt, dies bedeute, dass seine Versuchungen nicht schwächer waren als unsere, sondern stärker. Wenn jemand einer Versuchung nachgibt, hat die Versuchung nie ihren Höhepunkt erreicht. Wir kapitulieren bereits, während der Druck noch zunimmt. Nicht so bei Jesus. Er hat den vollen Druck bis zum Ende ausgehalten und nie nachgegeben. Er weiss, was es heisst, mit voller Kraft versucht zu werden.

Durch sein Leben voller Versuchungen, das in krasser Misshandlung und Verwerfung gipfelte, erwarb Jesus seine einzigartige Fähigkeit, Mitleid mit denen zu haben, die versucht werden und leiden. Niemand hat jemals mehr gelitten. Niemand hat jemals so viel Folter ausgehalten. Und niemand hat es weniger verdient oder hatte ein grösseres Recht zurückzuschlagen als er. Aber der Apostel Petrus sagte: «Der keine Sünde getan hat, noch ist Trug in seinem Mund gefunden worden, der, geschmäht, nicht wieder schmähte, leidend, nicht drohte, sondern sich dem übergab, der gerecht richtet» (1. Petrus 2,22-23).

Daher sagt die Bibel, dass «er Mitleid haben kann mit unseren Schwachheiten» (Hebräer 4,15). Das ist erstaunlich. Der auferstandene Sohn Gottes, der im Himmel zur Rechten Gottes sitzt und alle Macht über das Universum hat, fühlt, was wir fühlen, wenn wir mit unserem Leid oder Schmerz zu ihm kommen – oder wenn wir von den verlockenden Versprechungen sündiger Vergnügen bedrängt werden.

Und was bedeutet das praktisch? Die Bibel beantwortet das, indem sie Jesu Mitleid mit unserem Vertrauen in das Gebet verknüpft. Da er fähig ist «Mitleid mit unseren Schwachheiten» zu haben, sollen wir «mit Freimütigkeit hinzutreten zum Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden zur rechtzeitigen Hilfe» (Hebräer 4,15-16).

Offenbar bedeutet das: Wenn wir Gott mit Gewissenskämpfen nahen, fühlen wir uns in seiner Gegenwart wahrscheinlich nicht willkommen. Wir spüren so sehr Gottes Reinheit und Vollkommenheit, dass alles an uns in seiner Gegenwart unpasend erscheint. Aber dann erinnern wir uns, dass Jesus «Mitleid» hat. Er fühlt nicht gegen uns, sondern mit uns. Dieses Wissen um Christi Mitleid verleiht uns Freimütigkeit, zu ihm zu kommen. Er kennt unsere Klage. Er durchlitt unseren Kampf. Wenn wir ihn dringend brauchen, dürfen wir vertrauensvoll zu ihm kommen.

Denken wir doch an das alte Lied:

Harre, meine Seele, harre des Herrn!
Alles ihm befehle, hilft er doch so gern.
Wenn alles bricht,
Gott verlässt uns nicht,
größer als der Helfer ist die Not ja nicht.
Ewige Treue! Retter in Not!
Unser Herz erfreue, Du treuer Gott!

Christus litt und starb … Um uns vom eitlen Wandel unserer Vorfahren zu erlösen


Autor: John Piper
Quelle: Die Passion Jesu Christi

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