Gehen ist wieder «in»

Jesus ging voraus – und zeigte den Weg

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Draussen zu laufen ist oft das Einzige, was als Zeitvertreib in Corona-Zeiten noch bleibt. Lange Zeit waren Spaziergänge ein richtiger Luxus – dabei war das früher ganz normal.

In Zeiten von Corona sind Lokale, Freizeit- und Sporteinrichtungen sowie fast alle Geschäfte geschlossen. Auch Kulturangebote und Veranstaltungen gibt es nicht. So entdecken manche das Spazierengehen als Zeitvertreib, nicht zuletzt mangels Alternativen.

Früher waren die meisten zu Fuss unterwegs

Gehen war früher das Normalste der Welt und ganz und gar alltäglich, auch dann, wenn es um längere Strecken ging. Es war keine Freizeitbeschäftigung, sondern Notwendigkeit, weil es dazu oft keine Alternative gab. An Bus und Bahn war nicht zu denken. Und Fortbewegungsmittel wie Pferd und Wagen konnten sich viele nicht leisten.

Gehen war lange Zeit so alltäglich und bestimmend, dass das Wort «gehen» zu einem Synonym für «sein», also für den Zustand eines Menschen wurde. Das zeigt sich in Redewendungen, wie die banale Frage «Wie geht's?» oder Ausdrücke wie «in die Luft gehen» oder «vor die Hunde gehen». Da geht es ja nicht wirklich um Gehen, also darum, sich fortzubewegen, sondern um die Situation eines Menschen, um seine Verfassung, seinen Zustand.

Heute ein Hauch von Luxus

Heute aber ist Gehen schon wieder etwas Besonderes, ja es hat sogar einen Hauch von Luxus. Denn zum Gehen haben heute Menschen in westlichen Ländern in der Regel kaum Zeit. Wer kann es sich zeitlich schon leisten, Strecken zu Fuss zurück zu legen? Das lässt sich doch viel schneller mit dem Fahrrad, dem Auto oder per Bus und Bahn machen.

Nicht nur durchrauschen, sondern erleben

Gehen hat aber noch eine andere Seite: Durch das Gehen lässt sich die allernächste und nahe Umgebung besonders gut erschliessen. Denn Gehen geschieht in einem Tempo, das es uns ermöglicht, unsere Sinne einzusetzen und uns so mit der Umgebung vertraut zu machen und sie wirklich zu erleben und nicht nur irgendwie hinter uns zu bringen und durchzurauschen.

Auch Jesus war viel zu Fuss unterwegs, als er zu Menschen sprach, sie lehrte und heilend berührte. Und er war in einem überschaubaren Gebiet unterwegs, für heutige Verhältnisse in einem kleinen Landstrich.

Jesus: «Ich gehe hin»

Kurz bevor Jesus hingerichtet wurde, war es ihm wichtig, mit seinen engsten Freunden noch einmal Zeit zu verbringen. Zu ihnen sagte er: «Denn im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen. Sonst hätte ich euch nicht gesagt: Ich gehe hin, um dort alles für euch vorzubereiten… Dann werdet auch ihr dort sein, wo ich bin. Den Weg dorthin kennt ihr ja.» (Die Bibel, Johannes-Evangelium, Kapitel 14, Verse 3-4)

Zusammengefasst liesse sich das mit folgenden Worten sagen: »Ich gehe weg (damit meint Jesus seinen Tod), und gehe zu meinem Vater, um dort einen Platz für Euch bereit zu machen. Ich gehe vor und ihr werdet nachkommen. Ihr wisst ja den Weg.«

Wie den Weg finden?

Doch Thomas, einer von den Freunden, versteht Jesus nicht. Er reagiert erfrischend ehrlich und direkt: «Nein, Herr, wir wissen nicht einmal, wohin du gehst! Wie sollen wir dann den Weg dorthin finden?» Jesus antwortete: «Ich bin der Weg, ich bin die Wahrheit, und ich bin das Leben! Ohne mich kann niemand zum Vater kommen.» (Johannes-Evangelium, Kapitel 14, Vers 6)

Das ist schon eine bemerkenswerte Antwort von Jesus, wenn er sich selbst als Weg bezeichnet. Zugleich liegt darin eine der wichtigsten Wahrheiten des christlichen Glaubens: Der Weg (des Glaubens oder des Gläubigen) ist im Letzten keine Frage von Regeln, Verboten, Werten oder anderes. Nein. Der Weg ist eine Person, Jesus selbst, der Sohn Gottes.

Das heisst nichts anderes, als dass wir zum Ziel kommen, wenn wir uns an Jesus halten und mit ihm leben. Das Ziel ist der Ort des Vaters im Himmel, der für uns – schon jetzt – vorbereitet ist und den wir schon im Leben und Gehen hier erleben.

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Datum: 11.03.2021
Autor: Norbert Abt
Quelle: Jesus.ch

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