Jesus – bitte nicht so!

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Er soll in seiner Gegend von seiner Befreiung erzählen, sie als Erweis von Gottes Grösse und Barmherzigkeit schildern.
Kann es sein, dass Menschen Jesus die Tür weisen, weil er ihre Lebensumstände durcheinander bringt? Die Leute von Gerasa wollen ihn nach einer ersten Sensation keinen Tag länger bei sich haben.

Jesus ist mit seinen Freunden über den See Genezareth gesegelt und am Ostufer in der Nähe von Gerasa gelandet. Gerasa ist keine jüdische Stadt; das kann man daran erkennen, dass Schweineherden in der Nähe weiden. Besser gesagt: weideten. Denn kaum ist Jesus an Land gegangen, ist etwas geschehen, was die Gerasener das Fürchten lehrt. Als wäre der Teufel persönlich in sie gefahren, rasten gegen zweitausend Schweine urplötzlich den Hang hinunter, stürzten sich ins Wasser und ersoffen!

Herde im See

Zweitausend Schweine tot! Schockiert laufen die Hirten zu den Besitzern und erstatten Bericht. Diese suchen Jesus und finden ihn im Gespräch mit Einheimischen. Darunter ein Mann, den sie kaum wiedererkennen. Normal gekleidet und ruhig sitzt er da. Wie ist das möglich, da er doch von bösen Geistern besessen war, unbändig wild, so dass er jedem Beruhigungsversuch und jeder Fesselung trotzte? Er hielt es unter den Leuten nicht aus, sondern hauste seit langer Zeit in Grabhöhlen, lief nachts oft schreiend über die Hügel und ritzte sich mit Steinen blutig. Ein hoffnungsloser Fall, eine Plage für die ganze Gegend.

Wo führt das hin?

Und nun dies. Jesus hat, so schildern es Augenzeugen, den bösen Geistern kurzerhand geboten, den Gequälten zu verlassen, und ihm Ruhe verschafft. Nichts mehr vom gehetzten Blick; er redet auch wieder vernünftig. Aber die Schweine! Offenbar hat Jesus den Plagegeistern erlaubt, in die Schweine zu fahren – und diese haben sich ins Verderben gestürzt. Das ist mehr als unheimlich, das ist untragbar! Wo führt das hin, wenn Jesus, kaum gelandet, so viel Eigentum vernichtet?

Unerwünschte Nebenwirkungen

Dem armen Tropf gönnen alle, dass er von der Besessenheit geheilt und wieder Herr seiner selbst ist – aber solche Folgen will man nicht. Die Leute von Gerasa bitten Jesus, ihr Gebiet wieder zu verlassen. Sie gewichten ihren Besitzverlust gleich (oder höher) wie die Erlösung des Besessenen. Jesus hat nichts Schlechtes getan – nein, das werfen sie ihm nicht vor. Aber die Folgen wollen sie nicht tragen; weitere solche ‚Wunder’ könnten die Wirtschaft der Region massiv schädigen.

Jesus steigt ins Boot und fährt weg. So hat die Region wieder Ruhe. Die Gergasener verpassen, was die Galiläer auf der Westseite des Sees mit Jesus erleben: Wunder über Wunder und faszinierende Predigten von Gottes Güte und Gerechtigkeit – Predigten, die ahnen lassen, wie es wäre, wenn er selbst unter den Menschen wohnen würde.

Einer bleibt

Allerdings lässt Jesus einen Mann in der Region zurück: den Geheilten. Er soll, sagt er ihm, zu seiner Familie zurückkehren und in der Gegend von seiner Befreiung erzählen, sie als Erweis von Gottes Grösse und Barmherzigkeit schildern. Der Mann wird gleichsam einen Samen ausstreuen – und vielleicht wird die Saat aufgehen, wenn Jahre später Christen, vom Heiligen Geist inspiriert, durch die Dörfer der Region wandern und erzählen, dass Jesus von den Toten auferstanden und zu Gott aufgefahren ist.

Die Geschichte wird von Lukas in seinem Evangelium, 8,26-39 erzählt.

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Autor: Peter Schmid
Quelle: Jesus.ch

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