Hat Jesus wirklich gelebt?

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Für einen Jesus, der am Kreuz hingerichtet wurde, gibt es historische Belege.
Er hatte gute Lehre, dieser Jesus, das steht fest. Tausende von Menschen weltweit eifern seit Jahrtausenden seinem Vorbild nach. Aber hat es ihn wirklich gegeben? Oder ist er einfach nur ein schöner Mythos, der Menschen hilft, an das Gute zu glauben?

Tatsächlich kann man nicht hundert Prozent beweisen, ob alles, was im Neuen Testament steht, genau so passiert ist. Jedoch gibt es historische Belege für die Existenz und Worte eines Jesus, der auch Christus genannt wurde, und der am Kreuz hingerichtet wurde.

Biblische Quellen

Natürlich, die vier biblischen Evangelien Matthäus, Markus, Lukas und Johannes berichten ausführlich vom Leben Jesu. Sind diese Berichte echt? Der älteste von ihnen ist das Markusevangelium und wurde ungefähr 70 nach Christus verfasst. Historiker gehen davon aus, dass Markus dafür Berichte der Urgemeinde vorlagen. Die Evangelien von Matthäus und Lukas kann man auf etwa 80 nach Christus datieren. Auch sie greifen auf gesammelte Reden und Sprüche Jesu zurück. Das Johannes-Evangelium entstand etwa 90 nach Christus. Dass alle Evangelien vom Einzug Jesu in Jerusalem demselben, festen Ablauf folgen, gilt als starkes Indiz für Alter und Zuverlässigkeit der Passionsüberlieferung.

Zu den Evangelien kommen noch Informationen aus Briefen des Apostel Paulus. Diese entstanden noch früher, ungefähr 50 nach Christus, also nur etwa 20 Jahre nach dem Tod Jesu. Zu diesen Zeiten lebten immer noch Zeugen, die Jesus live erlebt haben. Glaubensgegner hätten damals wahrscheinlich Einspruch erhoben, wenn falsche Lehren über Jesus verbreitet worden wären.

Übrigens: Im Vergleich zu anderen historischen Dokumenten reden wir hier von wirklich frühen Schriften. Die ersten Biographien über Alexander den Grossen haben Arrian und Plutarch erst rund 400 Jahre nach seinem Tod verfasst! Trotzdem halten Wissenschaftler diese Schriften für glaubwürdig.

Historische jüdische Quellen

Der jüdische Historiker Flavius Josephus berichtet in seinen „Antiquitates Judaicae" über die Hinrichtung eines Jakobus und bezeichnet ihn beiläufig als Bruder Jesu, „der Christus genannt wird". Diese Notiz gilt vielen Forschern als erste echte ausser-christliche Erwähnung Jesu.

In einigen späteren jüdischen Schriften wird Jesus als "falscher Messias" bezeichnet, der das Volk Israel in die Irre führte und Magie praktizierte. Dass er Wunder vollbracht hat, wird dabei überhaupt nicht angezweifelt, nur dass er dies im Namen Gottes ausübte, wird diskutiert.

Römische Quellen

Der frühe Profanhistoriker Thallus schrieb nach 52 eine dreibändige Geschichte des östlichen Mittelmeerraums vom Trojanischen Krieg bis zu seiner Gegenwart. Eine Passage darin bezieht sich auf die Finsternis, die sich am Nachmittag der Kreuzigung Jesu über „das ganze Land" ausgebreitet haben soll. Mit seinem Text will der überzeugte Nichtchrist ein Naturwunder bei Jesu Tod widerlegen. Damit bestätigt er allerdings, dass Jesus gelebt hat und gekreuzigt wurde.

Auch der römische Kaiserbiograph Sueton, der Historienschreiber Tacitus und der Senator Plinius der Jüngere erwähnen Jesus, seine Kreuzigung und das Christentum jeweils in Randnotizen zu Ereignissen in Rom und in den Provinzen.

Griechische Quellen

Der griechische Satiriker Lukian von Samosata schrieb um das Jahr 170 nach Christus: „Übrigens verehrten diese Leute den bekannten Magus, der in Palästina deswegen gekreuzigt wurde, weil er diese neuen Mysterien in die Welt eingeführt hatte (...) Denn diese armen Leute haben sich in den Kopf gesetzt, dass sie mit Leib und Seele unsterblich werden, und in alle Ewigkeit leben würden: Daher kommt es dann, dass sie den Tod verachten und viele von ihnen ihm sogar freiwillig in die Hände laufen.

Überdies hat ihnen ihr erster Gesetzgeber beigebracht, dass sie untereinander alle Brüder würden, sobald sie den grossen Schritt getan hätten, die griechischen Götter zu verleugnen, und ihre Knie vor jenem gekreuzigten Sophisten zu beugen, und nach seinen Gesetzen zu leben." Diese Passage zeigt die Sicht eines gebildeten Griechen, der Jesus aus der Perspektive der Nichtgläubigen beschreibt.

Syrische Quellen

Der syrische Stoiker Mara Bar Sarapion schrieb aus dem Gefängnis zwischen 73 und 135 nach Christus einen Brief mit Lebensratschlägen an seinen Sohn als Vermächtnis, falls er verurteilt würde. Er selbst war kein Christus-Anhänger, empfahl seinem Sohn aber, nur nach Weisheit zu streben, die trotz aller Verfolgung der Weisen ewig sei.

Für diesen Gedanken nannte er eine Reihe von Beispielen, darunter auch Jesus, ohne diesen namentlich zu nennen: „Welchen Vorteil hatten die Athener davon, dass sie Sokrates zum Tode verurteilten? Hunger und Seuchen kamen über sie als Strafe für ihr Verbrechen.
(...) Was hatten die Juden davon, dass sie ihren weisen König umbrachten? Bald darauf wurde ihnen ihr Reich weggenommen..."

Hat Jesus also tatsächlich gelebt?

Die Notizen sind unabhängig voneinander in ganz verschiedenen Kontexten und zu verschiedenen Anlässen entstanden. Gegner, Skeptiker und Sympathisanten des Christentums setzten Jesu Existenz voraus und sahen keinerlei Grund, sie zu bezweifeln.

Dass sie gerade Jesu Hinrichtung mit je eigener Darstellung erwähnten, spricht laut Historiker dafür, dass es sich um Fakten handelt, - unabhängig davon, ob dieses Wissen von Christen oder aus anderen Quellen stammt. Insgesamt gesehen ist der Tod Jesu das am besten belegte Ereignis der Antike überhaupt! Nur eine Frage bleibt: War Jesus tatsächlich Gottes Sohn?

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Autor: Miriam Hinrichs
Quelle: Jesus.ch

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