Wer ist Jesus?

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Jesus – mehr als nur eine idealisierte Person.
Irgendwie muss man doch zugestehen, dass Jesus einmalig ist. Wer ist dieser Jesus? Man ahnt, dass es hier um mehr geht als nur um eine starke Persönlichkeit. Jesus behauptete, er sei der Sohn Gottes. Wir haben die Wahl, ob wir seinen Aussagen glauben.

Über Jesus ist viel gesagt und geschrieben worden. Selbst heute, zweitausend Jahre nach seinem irdischen Leben, beschäftigt er die Leute immer noch. Obwohl viele Menschen der Kirche eher skeptisch gegenüberstehen, werden fast jedes Jahr neue Bücher über Jesus herausgegeben. Darunter immer wieder Bestseller. Jesus interessiert.

Nur ein Religionsgründer wie andere?

Viele denken gerne an Jesus als einen grossen Lehrer der Religion, den Gründer einer der Weltreligionen. Sie betrachten ihn als eine Gestalt, die mit Buddha oder Mohammed vergleichbar ist. Aber dürfen wir Jesus wirklich mit solchen Massstäben messen, nachdem wir gehört haben, was er über sich selbst sagte?

Was Jesus über seine Identität sagte, ist zumindest aussergewöhnlich. Es gibt in keiner der anderen Weltreligionen dafür eine Entsprechung. Wenn wir Buddha und Mohammed betrachten, finden wir eher das Gegenteil.

Buddha und Mohammed waren weit davon entfernt, irgendwelche sensationellen Aussagen über sich selbst zu machen. Buddha wies die Aufmerksamkeit von sich weg, damit seine Jünger auf ihrer Suche nach der Befreiung von irdischen Gefühlen und Freuden nicht abgelenkt werden. Er hat weder sich selbst noch andere Lehrer wichtiger erachtet als diese Suche.

Ähnlich wies auch Mohammed, der Gründer des Islam, von sich weg. Im Koran wird über ihn sehr wenig berichtet. Er beteuerte, dass er nur ein Mensch sei, dessen übernatürliche Kräfte nicht weiter reichten, als den Koran aus Allahs Händen zu erhalten. Sogar heute erachtet der orthodoxe Islam jede Form von Lobpreisung Mohammeds als eine Gotteslästerung.

Wettbewerb der Weltreligionen?

Es wird klar, dass sich Jesus recht deutlich von diesen beiden grossen religiösen Gestalten darin unterschied, dass er viel über sich selbst zu sagen hatte. Während sich der Glaube sowohl im Islam als auch im Buddhismus auf die Lehren der "Gründer" bezieht, geht der christliche Glaube von der Gestalt Jesu selbst aus. Ohne Jesus Christus gäbe es keinen christlichen Glauben.

Es ist heute nicht mehr üblich, Religionen zu vergleichen. Ein Schriftsteller meint, ein solcher Vergleich komme fast einem Schönheitswettbewerb gleich, an dem man sich für die Frau entscheidet, die einem am besten gefällt. Ist es richtig, so über Religionen zu denken?

Die Suche nach der Wahrheit

Wenn man nach der Wahrheit sucht, dann hat man das Recht, das Beweismaterial abzuwägen. Was Jesus über sich gesagt hat, könnte niemand bei gesundem Menschenverstand auch nur im Traum aussprechen, wenn es nicht wahr wäre. Wie würden wir darauf reagieren, wenn uns jemand sagte: "Willst du wissen, wie Gott ist? Schau mich an! Willst du selbst Gott kennenlernen? Ich bin der einzige Mensch, der dich zu ihm führen kann. Ich bin dazu ermächtigt, dir alle deine Sünden zu vergeben. Gott hat mir über alle Kräfte der Welt die Vollmacht gegeben. Ich werde eines Tages über alle Menschen, die jemals gelebt haben, richten und dein Schicksal wird ganz davon abhängen, ob du an mich glaubst."

So jemand macht offensichtlich Aussagen, die sich recht stark von denen anderer religiöser Lehrer unterscheiden. Und genau solche Aussagen sind uns von Jesus überliefert. Wir könnten natürlich denken, dass Jesus ein Verrückter gewesen sei. Wenn wir uns aber Jesu Lebensweise, seine Sorge um die Kranken und die Unbekannten und die Weisheit seiner Lehre vor Augen halten, ist es schwierig, daraus auf Boshaftigkeit oder Verrücktheit zu schliessen.

Ein guter Mensch?

Oft begnügen sich Leute damit, Jesus nur als einen guten Menschen zu bezeichnen. Wenn aber Jesus wirklich nur ein guter Mensch gewesen wäre, warum hätte er dann sagen sollen: "Ich und der Vater sind eins" (Johannes 10,30)? Würde ein guter Mensch so etwas tun?

Der Schriftsteller C. S. Lewis, hat einmal die Alternativen zusammengefasst, die uns als Reaktionen auf die Selbstaussagen Jesu bleiben: "Ich versuche hier, jeden davon abzubringen, folgende törichte Aussage zu machen: Ich bin bereit, Jesus als einen Lehrer der Moral zu akzeptieren, aber nicht seinen Anspruch, Gott zu sein. Das ist genau das, was wir nicht sagen dürfen. Ein Mensch, der nur ein Mensch wäre und das sagen würde, was Jesus gesagt hat, der hätte keine Moral. Man wird vor die Entscheidung gestellt. Entweder war und ist dieser Mensch Gottes Sohn, oder aber er ist ein Verrückter oder noch Schlimmer."

Jeder kann von sich behaupten, Gott zu sein

Die Liste der Menschen, die sich schon für Gott ausgegeben haben, ist lang, und deshalb ist Jesus, was dies betrifft, keineswegs einzigartig. Die Einzigartigkeit Jesu besteht darin, dass uns die Art und Weise seines Lebens Grund genug gibt, seinen Worten Glauben zu schenken. Viele von denen, die von sich gesagt haben, sie seien Gott, haben sich später als Betrüger entpuppt. Die Tatsachen ihres Lebens deckten ihre Ansprüche nicht.

Was Jesus anders erscheinen lässt sind die Fakten: Er redete nicht nur, sondern er zeigte Mitgefühl und Mitleid, er heilte Kranke, er wollte nicht Menschenmassen imponieren, sondern er hatte Zeit für die Unbekannten. Sein Wirken bewahrheiteten seine Worte in der Weise, wie man das in keinem anderen menschlichen Leben sehen kann.

Die Herausforderung durch Jesus

Damals wie heute stellt uns Jesus vor das Problem, was wir von ihm halten sollen. Die Bibel gibt uns das Bild eines für seine Zeit ungewöhnlichen Menschen, der mit Mut und unter Einsatz seines Lebens menschliche Konventionen herausforderte, um seine Sendung von Gott zu erfüllen und dabei den Menschen in einer neuen Weise in Kontakt zu bringen. Denkt man über sein Leben nach, über seine Botschaft, über sein Selbstbewusstsein, dann kann man ihn nicht nur einfach aus einer unverbindlichen Distanz bewundern. Jesus wollte nie Bewunderer, sondern Nachfolger. Seine Absicht bestand darin, dass wir zur Kenntnis nehmen, wer er wirklich war und ist – und ihn als Sohn Gottes und als Mensch anerkennen, als Mittler zwischen Gott und den Menschen, und ihm dann nachfolgen.

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Autoren: David Watson/Simon Jenkins
Quelle: Jesus 2000, Verlag Herder

Datum: 08.08.2006

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