Kann man Gottes Freund sein?

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In der Bibel liest man immer wieder von Menschen, die mit Gott befreundet waren.
Gibt es Freundschaft zwischen Gott und einem Menschen? Freundschaft bedeutet doch, dass man den anderen als ebenbürtiges Gegenüber sieht. Wie kann aber ein normaler Mensch mit all seinen Irrungen und Verfehlungen auf einer Ebene stehen mit Gott, dem Allmächtigen?

Ganz am Anfang der Bibel steht tatsächlich, dass Gott die Menschen als seine Freunde geschaffen hatte. Mann und Frau sollten nicht seine Untertanen sein, die alle Regeln streng zu befolgen hatten, sie sollten Gottes ebenbürtige Freunde werden: «So schuf Gott den Menschen als sein Ebenbild, als Mann und Frau schuf er sie.» (1. Mose, Kapitel 1, Vers 27). Und weiter: «Gott nahm Erde, formte daraus den Menschen und blies ihm den Lebensatem in die Nase. So wurde der Mensch lebendig.» (Kapitel 2, Vers 7). Gott hauchte dem Menschen seinen eigenen Atem ein und verband sich dadurch untrennbar mit dem Menschen.

Warum klingt Freundschaft mit Gott heute so utopisch?

Auch wenn es Gottes ursprüngliche Idee war, dass Menschen seine Freunde sein sollen, klingt das heute völlig unrealistisch. Freundschaft mit Jesus wäre da noch logischer. Er war ja einer von uns. Aber Gott, der im Himmel ist? Unerreichbar, unfassbar, anonym, unbekannt. Wie sollte da eine Freundschaft entstehen können? Allerdings kommt diese Unnahbarkeit nicht von Gottes Seite. Sein Name „Jahwe" bedeutet: „Ich bin da". Die Menschen haben sich selbst entschieden, unabhängig von Gott zu leben. Die ursprüngliche Gleichstellung mit Gott war ihnen nicht genug. Und so verspielten sie im Sündenfall die enge Freundschaft, trennten sich von Gott und gingen ihre eigenen Wege

Freunde Gottes in der Bibel

In der Bibel liest man trotzdem immer wieder von Menschen, die mit Gott befreundet waren. Es waren keine fehlerlosen Heilige, es waren ganz normale Menschen. Trotzdem war Gott ihr Freund. Zum Beispiel Abraham: Er verkaufte in einer Notlage seine Frau an den Pharao, um seine eigene Haut zu retten. Dennoch besuchte Gott ihn später und besprach mit ihm, was er mit Sodom und Gomorra vorhatte. Oder David: Ein Frauenheld, ein Mörder, ein Guerilla-Kämpfer. Doch Gott war bei ihm, war sein Freund. Warum? Weil David und auch Abraham Gott ihr Herz offenbarten. Ihr zerrissenes, rachsüchtiges, lüsternes, böses Herz. Sie gaben zu, dass sie Gott dringend brauchen. Und Gott begegnete ihnen darauf in Freundschaft.

Freundschaft mit Gott heute

In Jesaja, Kapitel 65, Vers 1, liest man, wie sehr sich Gott nach dieser ursprünglichen Freundschaft zu den Menschen sehnt: «Ich sagte zu einem Volk, das meinen Namen nicht anrief: Hier bin ich, hier bin ich. Den ganzen Tag streckte ich meine Hände aus nach einem abtrünnigen Volk, das einen Weg ging, der nicht gut war und den sie selbst geplant hatten.» Diese Worte gelten auch heute noch. Gott sehnt sich nach Freundschaft mit dir und mir. Und um so eine Beziehung zu ermöglichen, setzte Gott das Wertvollste, Liebste und Beste ein: seinen einzigen Sohn Jesus. Er ist Gottes lautes Rufen nach einer Freundschaft mit Menschen.

Wie man Gottes Freund wird

Solange man von der eigenen Schuld beschämt und Gottes Vollkommenheit eingeschüchtert ist, fällt es schwer, Gottes Gegenwart als angenehm zu empfinden. Deshalb weichen viele dem aus. Dabei ist Freundschaft doch die Freiheit, ehrlich zu sein, so wie man wirklich ist. Mit allen Fehlern, Schwächen und Stärken. Wenn man ehrlich vor Gott zugibt, dass man seine Hilfe braucht, wird Gott sich nicht abwenden. Er wird einem in Freundschaft begegnen, wie damals auch Abraham und David. Das ist es, was dem Menschen eine tiefe Erfüllung gibt, weil es die ursprüngliche Bestimmung erfüllt: ein Freund Gottes zu sein.


Autorin: Miriam Hinrichs (Nach einer Predigt von Hildegard Becker)


Quelle: Jesus.ch

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