Die Persönlichkeit Gottes

«Lieber Gott, wie geht es dir?»

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Solche oder ähnlich formulierte Fragen stellen sich die wenigsten Menschen. Höchstens überraschen einem kleine Kinder mit solchen Äusserungen. Könnte es aber sein, das Gott Gefühle hat und zeigt?

Wenn Erwachsenen überhaupt Fragen an Gott haben, werden sie eher so formuliert: «Gott, wo bist du?», oder «Gott, warum lässt du das zu?» Viele haben mittlerweile ihren Gesprächsstoff mit dem Allmächtigen auf den Spruch «Oh-Gott-oh-Gott!» reduziert, oder beschränken sich auf das Fluchen wie: «Gott verdamme mich» (Schweizerdeutsch Gottverdami).

Nun, wie wird sich Gott fühlen, wenn er so etwas hört? Haben wir schon einmal darüber nachgedacht, wer oder wie Gott eigentlich ist? Können wir uns vorstellen, dass der grosse Unsichtbare auch so etwas wie Gefühle und Empfindungen hat? Am Anfang in der Bibel wird uns Gott als der vorgestellt, der den Menschen «in seinem Bilde» schuf. Dazu sollten auch menschliche Gefühlsregungen wie Liebe, Freude, Mitleid gehören.

Gott empfindet wie wir

Aber auch dass wir Empfindungen für Gerechtigkeit, Zorn und Hass haben, ist in uns angelegt. Wir müssten uns eigentlich fragen, ob die Formulierung «menschliche Gefühlsregungen» nur auf uns zutreffend sind. Wir dürfen annehmen, dass Gott genau so empfinden kann wie wir.

Überspitzt gesagt: Gott ist auch nur ein Mensch. Natürlich ist das nicht buchstäblich gemeint, es soll aber zum Ausdruck bringen, dass er unser Gemüt und all unsere Gefühle kennt. Er liebt uns. Das kann man als sehr tröstlich bewerten. Gott möchte Menschen trösten. Wie kann jedoch jemand trösten, der selbst keine Trauer und Schmerzen kennt? In der Bibel wird beschrieben, wie es in Zukunft einmal sein wird: «Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz. Wie beruhigend, dass Gott in Jesus selbst Mensch wurde. Damit hat er alle unsere Gefühle aus einer menschlichen Perspektive kennengelernt. Mehr konnte er nicht tun, um zu zeigen, wie sehr er auf uns eingehen will.

Die Traurigkeit Gottes

Eine junge Frau, die in ihrem Leben schwere Sünde begangen hatte und sich später für ein Weg mit Gott entschied, schrieb folgendes: »Ich kann die unerträgliche Traurigkeit Gottes, die er fühlt, wenn jemand ihn ablehnt und nicht ehrt, in gewissem Sinne nachempfinden. Er ist Gott! Er hat uns gemacht. Er hat uns alles gegeben, und wir zweifeln an ihm und lehnen ihn ab. Das muss schrecklich für ihn sein.

Es ist mir absolut klar, dass Gott verherrlicht werden muss. Ich kann es manchmal kaum erwarten, Jesus, und dadurch indirekt auch Gott, zu erzählen, wie sehr ich ihn liebe. Das freut ihn bestimmt. Ich will, das Gott seinen rechtmässigen Platz bei mir bekommt, und werde alles daran setzen, dass ich dieses Ziel erreiche. Ich bin es leid zu sehen, wie ich und andere Menschen ihn behandeln und ihm keinerlei Beachtung schenken. Gott leidet bestimmt darunter.»

 


Autor: Bruno Graber
Quelle: Livenet.ch

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