Kellie Borden

Aus der Finsternis gerissen

Mit 19 Jahren findet Kellie Borden heraus, dass sie wahrscheinlich keine Kinder bekommen kann. Sie ist so verzweifelt, dass sie sich das Leben nehmen will. Doch dann lernt sie Gott kennen und erfährt einen Frieden, der alles Rationale übersteigt.

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Kellie Borden
In meiner Familie wurde nie viel geredet. Als Kind fühlte mich oft ausgeschlossen, sehr einsam und unsicher. Es kam mir vor, als würde mich niemand lieben oder sich für mich interessieren. Meine Eltern fragten nie, wie es mir geht oder wie mein Tag war.

Zeiten des Umbruchs

Als ich 15 war, musste ich am Rücken operiert werden. Im selben Monat bekam ich eine Zahnspange und meine Eltern liessen sich scheiden. Das war ganz schön viel für mich in so kurzer Zeit. Mein ganzes Weltbild brach in sich zusammen. Alles war so sinnlos und ich wusste überhaupt nicht, wer ich eigentlich bin.

Zu der Zeit schloss ich mich einer Clique an, die gerne feiern ging. Meine neuen Freunde liessen es am Wochenende richtig krachen. Aber sie mochten mich. Zum ersten mal in meinem Leben freute sich jemand, wenn ich da war. Bei ihnen fühlte ich mich angenommen. So etwas hatte ich vorher noch nie erlebt. Je mehr ich mit ihnen unterwegs war, umso mehr wollte ich so werden wie sie. Also fing auch ich an, auszugehen, zu kiffen und zu trinken und ich begann, mich für Jungs zu interessieren. Ich fand daran nichts Falsches und dachte, so machen das die Leute, die selbstbewusst sind. Mit meinem ersten Freund wurde ich bald intim.

Der Schock

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Kellie Borden
Mit 19 Jahren fand ich dann heraus, dass ich eine Geschlechtskrankheit habe. Ich war so geschockt. Ich hatte ja nur mit einem Mann geschlafen und dachte, mir kann so etwas nicht passieren. Der HP-Virus hatte bei mir ein Vorstadium von Gebärmutterhalskrebs ausgelöst. Und es war leider schon so schlimm, dass die Ärzte meinten, man müsse mir eventuell die Gebärmutter entfernen. Verzweifelt wurde mir bewusst, dass ich dann keine Kinder haben könnte. Ich war völlig am Boden zerstört. Es sah nicht so aus, als könnte mir noch irgendwer helfen. Und das Schlimmste: Ich hatte mir mein Leben selbst verbockt. 

Ich war so hoffnungslos, dass ein Weiterleben für mich keinen Sinn mehr machte, und schluckte eine Überdosis Tabletten. Hätte man mich nicht gefunden, wäre es für mich vorbei gewesen.

Und es gibt doch Hoffnung

Wenig später lernte ich im Studium einen Christen kennen. Seine Eltern leiteten eine Gemeinde, die ganz in der Nähe von mir war. Als ich das erste Mal in den Gottesdienst ging, spürte ich so viel Frieden und Liebe wie nie zuvor in meinem Leben. Es war, als würde ich nach Hause kommen. Ich konnte gar nicht glauben, dass das wirklich wahr ist. Ich war so verzweifelt gewesen und plötzlich erlebte ich diesen inneren Frieden. Und eine Liebe, wie ich sie gar nicht gekannt habe.

Nach dem Gottesdienst kam ein Mann auf mich zu, zusammen mit der Mutter meines Bekannten. Er sagte, er habe ein Wort Gottes für mich. Und dann erzählte er mir Dinge aus meiner Vergangenheit, Dinge aus meiner Zukunft, Dinge, die ich vorher noch niemandem erzählt habe. In dem Moment wurde mir bewusst, dass nur Gott all das über mich wissen kann und Jesus wurde für mich real. Es berührte mich tief, dass Gott mich so gut kannte und so voller Liebe für mich ist, dass ich anfing zu weinen. Nie mehr wollte ich ohne diesen Jesus leben. Ganz egal, wie mein Leben aussehen würde, mit ihm würde es gut werden.

Der Frieden bleibt

Wenige Wochen später musste ich wieder zu einer Untersuchung und es stellte sich heraus, dass die Gewebeveränderungen schlimmer geworden waren. Obwohl der Befund nicht besser war, spürte ich in mir einen tiefen Frieden. Gott war da! Er hielt mich in seinen Händen, komme was wolle. Ich entschied mich, Jesus zu vertrauen und mich noch tiefer auf ihn einzulassen. Jeden Morgen stand ich um 5 Uhr auf, las Bibel und betete viel.

Ein paar Monate später war dann die nächste Untersuchung. Und als ich die Ergebnisse bekam, konnte ich nur staunen: Nicht nur waren alle meine Zellen wieder normal, man konnte mir noch nicht mal mehr den HP-Virus nachweisen, was eigentlich unmöglich ist. Gott hat mich geheilt und ich bin so dankbar, dass ich die Kraft Gottes erleben durfte.

Aber Gott hat mich nicht nur geheilt. Viel wichtiger: Er hat mich aus der Finsternis gerissen und meine Seele gerettet. Er kennt mich durch und durch und er liebt mich. Er hat mir gezeigt, wer er ist. Und wer ich in seinen Augen bin.

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Datum: 24.07.2016
Autor: Miriam Hinrichs
Quelle: jesus.ch, cbn.com

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