John Wolfram

Er barg die Apollo-11-Astronauten – heute ist er Pastor

In wenigen Tagen jährt sich die Mondlandung zum 50. Mal. Eine besondere Rolle spielte John Wolfram: Er zog die drei Astronauten nach ihrer Landung im Ozean ins Boot. Später folgten zwei Einsätze im Vietnamkrieg. Er verlor acht enge Freunde. Zurück in der Heimat begab er sich auf seine Suche nach Erfüllung…

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John Wolfram (oben) mit Blumenaufklebern auf seinem Anzug
Das Bergungsschiff ist zum «USS Hornet Museum» geworden. Damals, vor 50 Jahren, zog John Wolfram die drei Astronauten Neil Armstrong, Buzz Aldrin und Michael Collins an Land.

Wolfram erinnert sich an diesen bemerkenswerten Tag, als wäre es gestern gewesen: «Wer hätte gedacht, dass ein 20-jähriger Seemann wie ich die Chance haben wird, Teil der Geschichte zu werden? Träume werden wahr.»

Als die drei Apollo-11-Astronauten Neil Armstrong, Buzz Aldrin und Michael Collins am 24. Juli 1969 nach ihrem historischen Mondspaziergang im Pazifischen Ozean landeten, empfing sie Wolfram mit Blumenaufklebern auf seinem Neoprenanzug. Die Bilder gingen um die Welt.

«Es waren die 1960er-Jahre»

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John Wolfram
«Denkt daran, es waren die 1960er Jahre», sagt Wolfram. «Flower-Power stand für Frieden und Liebe. Es war meine Aussage an die Welt, dem Frieden in einer sehr turbulenten Zeit und einem umstrittenen Krieg eine Chance zu geben.» Ein Krieg jedoch, in den er bald darauf ebenfalls hineingezogen wurde.

Für jene, die die Mondlandung in Frage stellen, bemerkt Wolfram: «Ich war Zeuge des Wiedereintritts der Kapsel in die Erdatmosphäre. Sie war heiss zum Anfassen, als ich ins Wasser ging. Wenn Apollo 11 gefälscht war, dann sollten 9'000 Männer auf neun Schiffen, darunter NASA-Beamte, Präsident Nixon, mehrere Reporter, Fotografen und die Astronauten selbst, einen Academy Award für ihre schauspielerischen Fähigkeiten erhalten. Manche Dinge kann man einfach nicht vortäuschen.»

Feuergefecht mit Vietcong

Die Rettung von Astronauten war nicht das einzige aussergewöhnliche Erlebnis in Wolframs kurzer Marinekarriere. Er wurde zweimal in Vietnam eingesetzt, wo er in einem Feuergefecht mit einem Vietcong eine Beinwunde erlitt.

Diese Guerilla-Organisation leistete damals im Südvietnam Widerstand gegen die Regierung, die auch von den USA unterstützt wurde.

Während er überlebte, fanden Menschen um ihn herum den Tod. «Acht enge Freunde zu verlieren war traumatisch», erinnert er sich. «Ich war einer der glücklichen Überlebenden, die in die Heimat zurückkehren konnte.»

Bibelschule in Vietnam gegründet

Der Krieg weckte Fragen ihn ihm. Zurück in den USA begann ein weiterer Kampf, diesmal mit sich selbst. Er begann Drogen zu nehmen, einschliesslich LSD.

Inneren Frieden fand er durch den christlichen Glauben. Seine Entdeckung führte ihn zu den Menschen zurück, gegen die er gekämpft hatte: Nach Vietnam. Inzwischen hat er eine Bibelschule in Vietnam eröffnet und arbeitet als Pastor in Georgia. Einfach haben es die Christen in dem Land, in dem er einst kämpfte und in welchem er sich heute für die «Seelenrettung» einsetzt, nicht. Vietnam belegt auf dem Weltverfolgungsindex von «Open Doors» den 20. Rang, noch vor Algerien, Indonesien, Kasachstan oder Marokko.

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Datum: 24.06.2019
Autor: Daniel Gerber
Quelle: Livenet / Dailydemocrat / TheReporter

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