Anbetung

Der einschneidende Traum

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"Ich fühlte mich deprimiert und ängstlich."
Es war im letzten Jahr meines Studiums an der Hochschule für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften in St. Gallen. Ich fühlte mich deprimiert, ängstlich, geistlich ausgebrannt. Die Freude an Gott, die ich einmal empfunden hatte, war nicht mehr da, und mit der Freude war auch die Kraft entschwunden. Was machte ich falsch?

Je mehr ich mich damit beschäftigte, desto mehr empfand ich die innere Unfreiheit und Schwere. Mit der Zeit kamen auch noch Schuldgefühle hinzu. Da erzählte mir eine Freundin, die regelmässig für mich und meine Frau betete, von einem Traum, den sie gehabt hatte. Sie sah mich als eine Rose, deren Blüte nicht aufgehen konnte, weil unzählige kleine Fäden um die Blüte geschlungen waren. Die Fäden symbolisierten Sorgen, Ängste, Lasten, Probleme. Auf die Frage, wie diese Fäden zerreissen würden und die Blüte zu ihrer vollen Entfaltung kommen könnte, bekam sie die Antwort: Nur durch Loben und Danken. So begann ich, regelmässig Gott zu danken. Ich spürte in der Folge geradezu, wie Faden um Faden sich löste und Licht in mein Leben kam. Nach 2-3 Wochen war alle Dunkelheit und Schwere weg. Obwohl ich diesbezüglich immer noch viel zu lernen habe, kann ich schon heute sagen, dass nichts mein Leben mehr verändert hat als die Entdeckung und Erfahrung der Kraft, die in einem Lebensstil des Dankens und Lobens in allen Situationen liegt. Das ist umso überraschender, da ich von meiner Persönlichkeitsstruktur eher von Rationalität als von Emotionalität geprägt bin.

Gott verdient unsere Anbetung

Das ist der wichtigste Grund, warum wir Gott loben und ihn anbeten sollten. Es ist ein unfassbares Wunder, dass der allmächtige Schöpfer alle seine Rechte aufgegeben hat, Mensch wurde und sich zur Bezahlung unserer Schuld martern und ans Kreuz nageln liess. Der heilige Schöpfer-Gott wendet sich uns zu als barmherziger Erlöser und uns bedingungslos liebender Vater. Wir dürfen ihn Abba nennen, was ein persönlich gefärbter Kosename ist und dem schweizerdeutschen Papi, Vati oder Ätti entspricht. Als Jesus zu den Juden über diese Tatsache sprach, war das angesichts der Heiligkeit und Unnahbarkeit Gottes eine Unverschämtheit in ihren Ohren. Das bedeutet, dass wir dank der Erlösung durch Jesus und dem Beistand des Heiligen Geistes eine ganz innige, freundschaftliche Beziehung zu Gott haben dürfen. Wir können zu ihm kommen gerade so wie wir sind. Er liebt uns bedingungslos. Er sorgt für uns. Unsere Nöte und Sorgen sind ihm nicht gleichgültig. Wir dürfen sie ihm übergeben. Er kennt uns und liebt uns trotzdem. Gleichzeitig ist er der Heilige, über allem Stehende. Allmacht, Allwissenheit, absolute Gerechtigkeit und Fehlerlosigkeit kennzeichnen ihn. Verdient ein solcher Gott nicht unsere Anbetung?

Auf Gott und seine Verheissungen ausgerichtet

Obwohl positives Denken an sich einiges bewirkt, geht es beim Danken und Loben in Problemsituationen nicht darum, uns psychisch hochzupäppeln, indem wir uns eine rosa Brille aufsetzen und sagen: "Es ist doch alles nur halb so schlimm!" Nein, es gibt einen realistischen Grund, Gott auch in schwierigen Situationen zu loben und für Probleme und Nöte zu danken. Warum?

Der Schlüsselvers dazu findet man in der Bibel in Römer 8,28: "Wir wissen, dass Gott bei denen, die ihn lieben, alles zum Guten gereichen lässt." Auch das scheinbar Schlechte muss zu unserem Segen beitragen, wenn wir es aus Gottes Hand nehmen. Wichtig ist, dass wir lernen, auf Sorgen und Nöte in der richtigen Weise zu reagieren. Ich habe es mir zu einer Gewohnheit gemacht, bei Problemen, Angriffen und Sorgen Gott für diese Dinge zu danken und ihm mein Vertrauen auszudrücken, dass er alles im Griff hat, und dass schliesslich für mich und für andere ein Segen daraus fliessen muss. Und ich habe dabei schon viele wunderbare Erfahrungen gemacht.


Autor: Hanspeter Nüesch
Quelle: Christliches Zeugnis

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