Naomi Judds

Durch meine Krankheit lernte ich beten

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«Gott hält meine Welt zusammen – so einfach ist das»: Naomi Judds.
Mit ihrer Tochter Wynonna reiste sie in den 80ern durch die Staaten und landete einen Chart-Hit nach dem anderen: Country-Sängerin Naomi Judds. 1991 brach der Erfolg plötzlich ab, der Musikerin wurde Hepatitis C diagnostiziert. Inzwischen ist sie zurück im Showbusiness und moderiert im amerikanischen Fernsehen die Talkshow „Naomis New Morning“. Mit verschiedenen prominenten Gästen spricht sie über Gott und die Welt.

Wen hätten Sie gern mal in Ihrer Sendung?
Naomi Judds: Mein absoluter Wunschkandidat, wäre Jesus Christus (lacht). Und ich würde ihn fragen: „Hast Du Geschwister?“ Ich hatte mal Larry King zu Gast, der sich selbst als Agnostiker bezeichnet. In einer Drehpause fragte ich ihn auch, wen er denn gerne mal in seiner Sendung hätte. Er meinte „Gott selbst. - Und ich würde ihn fragen, ob er einen Sohn hat...“

In einer Ihrer Sendungen ging es um Leben nach dem Tod. An was glauben Sie?
Ich habe schon immer an Gott und an ein Leben nach dem Tod geglaubt. Was Sie jetzt gerade sehen, diese Knochen, Haut und Muskeln, aus denen ein Mensch besteht, das ist doch nicht alles. Wir sind geistliche Wesen und lernen jeden Tag, wie man mehr liebt, wie man weiser wird und hilfsbereiter. Das ist unsere Aufgabe. Und was danach kommt, werden wir sehen.

Sie bezeichnen sich selbst als supergläubig.
Gott hält meine Welt zusammen. So einfach ist das. Und alles, was ich tue, ist durchtränkt von dem Wissen, dass es eine unsichtbare Welt gibt. Gott ist die tiefste Quelle meiner Identität. Ich bin 60 Jahre alt, war noch nie glücklicher in meinem Leben. Das ist das Verrückteste. Ich bin glücklicher in meiner eigenen Haut, ich fühle mich sicherer in meinen Entscheidungen und bin für jeden Tag wahnsinnig dankbar.

Für was sind Sie so dankbar?
Dass ich mir bewusst bin, dass es Gott gibt – und das habe ich meiner Mutter zu verdanken. Ich höre sie noch wie heute, wie sie mich ermahnt: „Diana Ellen – das ist mein richtiger Name – Diana Ellen, was würde Gott dazu sagen?“ Und das hat mich immer zum Nachdenken gebracht. Auch als ich nach Hollywood ging und keine Menschenseele kannte. Ich wusste: Es geht nicht um andere und ihren Lebensstil. Es geht um viel mehr. Meine Mutter hat mich auch jeden Sonntag mit zur Kirche genommen. Und ich war unersättlich neugierig, was den Glauben betrifft. Ich hatte ein tiefes Bedürfnis, alles zu erfahren. Dass Gott der Schöpfer des ganzen riesigen Universums ist und alles, was dazu gehört! Ich interessierte mich später auch für die anderen Religionen, ging in einen buddhistischen Tempel und schaute mir alles an. Meine Mutter hatte dafür kein Verständnis, aber ich wollte vergleichen können.

Was haben Sie dabei gelernt?
Menschen gegenüber offen zu sein. Ich glaube, als Christen sollen wir uns nicht in ein christliches Ghetto einsperren. Heute Morgen hat mich ein streng gläubiger Muslim hergefahren und ich habe mich mit ihm unterhalten. Es bereichert mich, zu erfahren, wie Menschen leben und glauben.

Wie beten Sie?
Beten bekam für mich eine völlig neue Bedeutung, als ich so krank war. Ich war in einem kritischen Zustand, lag hilflos wie ein Fötus in einem dunklen Raum. Ich war zum Teil so neben mir, dass ich nicht mehr wusste, wo ich bin und wer ich bin. Und in dieser Zeit betete ich so: „ Vater, du hast alles geschaffen. Nichts ist ohne dich geworden und nichts kann jemals ohne dich entstehen. Ich weiss, ich habe einen gesetzmässigen Vertrag mit dir geschlossen, besiegelt durch das Blut meines Herrn und Retters Jesus Christus, der für mich qualvoll am Kreuz von Golgatha gestorben ist. Dass ich frei sein kann und jeder Zeit vor den Thron Gottes treten darf um nach Gnade, Führung und innerem Frieden zu bitten.“

Und dann dann habe ich bekannt, was mir auf dem Herzen lag, wofür ich dankbar bin. Und so bete ich bis heute. Es geht nicht darum, Gebete herunterzuleiern, es geht darum, sein Herz nach aussen zu kehren. Mein Gebet für unsere Gesellschaft ist, dass die Menschen wieder einen Blick füreinander bekommen. Weniger diskutieren und mehr lieben. Einfach sein können wie man ist.

Autorin: Miriam Hinrichs
Quelle: beliefenet.com


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