Im Kampf gegen Krebs

Eine Entscheidung, die man jeden Tag treffen muss

Als die Britin Niki Hardy mit Krebs diagnostiziert wird, bricht ihre Welt zusammen. Ist Gott böse auf sie? Ist sie ihm egal? Hat sie nicht genug für ihn getan? Die Lügen über Gott sind leichter zu glauben als die Wahrheit – doch sie rauben ihr die Kraft. Bis sie begreift, dass sie eine Entscheidung treffen muss. Jeden Tag.

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Niki Hardy tritt heute als Rednerin auf, um andere Menschen zu inspirieren und ermutigen.
Immer noch etwas groggy von der Betäubung, wurde ich in einen kleinen, leblosen Raum begleitet, wo mir die Nachricht überbracht wurde: Man hatte einen grossen Tumor gefunden, es war entweder Krebs oder ein Lymphom – es gab keine dritte Möglichkeit.

Erst sechs Wochen zuvor hatte ich zusehen müssen, wie meine Schwester den Kampf gegen Krebs verlor. Acht Jahre zuvor war meine Mutter an Krebs gestorben. Aber alles, was ich den Ärzten sagen konnte, war «Oh»… Erst als die Betäubung nachliess und ich Biopsien, Bestrahlungen und Chemotherapien über mich ergehen lassen musste, begriff ich die Diagnose. Was in aller Welt machte Gott da?

Lügen über Gott machten mehr Sinn als seine Liebe

Wir waren mit der Familie in die USA gezogen, um dort eine Gemeinde zu gründen. Hatte ich nicht schon genug für Gott getan? War er böse auf mich? Vielleicht kümmerte es ihn doch nicht so sehr, wie ich gedacht hatte? Vielleicht war er dabei, jemand geistlicherem zu helfen als mir, die ich nicht für einen Parkplatz betete, am Morgen keine Stille Zeit gehabt hatte, oder auf dem Weg zur Kirche meine Kinder anschrie...

Meine Welt wurde erschüttert und damit alles, was vorher für mich gut und wahr gewesen war. Ich hatte das Gefühl, unterzugehen und nach Luft zu schnappen. Ich ergriff alles, was mich über Wasser halten und erklären konnte, warum ich unterging. Mir war bewusst, dass all diese Erklärungen Blödsinn waren, aber für mein leidendes Herz waren sie einfacher zu verstehen und machten mehr Sinn als die Alternative; nämlich, dass Gott irgendwie immer noch gut war, dass seine Liebe zu mir so war wie immer und dass er meine tiefsten Sehnsüchte kannte. Die Lügen – denn das waren meine Erklärungen – machten in meinem Schmerz Sinn; Gottes Liebe machte keinen Sinn.

Wir die Opfer und Gott der Böse?

Wenn die eigene Welt in sich zusammenbricht oder das Leben schwer ist und uns überwältigt, versuchen wir, unser Leiden durch eine Theologie zu erklären, die zwar leicht zu glauben, aber letztlich nicht korrekt ist. In dieser Theologie sind wir die Opfer und Gott ist der Böse – oder zumindest ein uninteressierter Zuschauer. Doch das ist absolut nicht wahr. Wenn das Leben ätzend ist, bedeutet das nicht, dass Gott es auch ist. Nur weil wir in den Dingen keinen Sinn erkennen, bedeutet das nicht, dass sie keinen Sinn haben.

Bei mir handelte es sich nicht um Lungenkrebs wie bei meiner Mutter und meiner Schwester, sondern um Mastdarmkrebs. Und wenn man einen grossen Tumor dort hat, wo es immer dunkel ist, dann muss man sich bei den Schmerzen ganz schön konzentrieren… Ich musste mich entscheiden, was ich über Gott glaubte und was er mir gegenüber empfand. Glaubte ich die Lügen, oder glaubte ich das, was sein Wort sagt? Glaubte ich meinen Schmerzen oder den Schmerzen, die Jesus am Kreuz für mich getragen hatte? Egal, wie schön oder wie schmerzhaft unser Leben ist, wir alle müssen uns hierbei entscheiden.

Was glauben Sie?

- Glauben Sie, dass Gott Sie vergessen hat, oder dass er Sie nie verlassen wird (5. Mose, Kapitel 31, Vers 8)?
- Dass er böse auf Sie ist und Sie ihm egal sind, oder dass er Ihnen vergeben hat und er Sie bedingungslos liebt (Johannesevangelium, Kapitel 3, Vers 16)?
- Dass Sie diesen Kampf alleine durchstehen müssen, oder dass er für Sie kämpft (2. Mose, Kapitel 14, Vers 14)?
- Dass er ihnen nicht hilft und Sie deshalb stark sein müssen, oder dass er bei Ihnen ist und Ihnen helfen und Sie stärken will (Jesaja, Kapitel 41, Vers 10)?

In meinen dunkelsten Momenten, durch Schläuche mit einem Beutel voller krebstötender Medikamente verbunden oder im Kampf mit meinem künstlichen Darmausgang, musste ich mich entscheiden. Jeden Tag und häufig jede Minute musste ich mich dafür entscheiden, dass Gott mein Fels, meine Rettung, meine Burg und meine Stärke ist und dass ich, selbst wenn meine Welt in sich zusammenfiel, mit ihm feststehen würde (Psalm 62). Ja, ich schwankte oft. Aber jedes Mal, wenn ich mich dafür entschied, die Wahrheit über Gott, wer er ist und wer ich für ihn bin, zu glauben, schwand die Macht dieser Lügen, die mich beinahe zu Boden drückten.

Unsere Standarteinstellung – und die Lösung

Niemand kann das Schwere im Leben vermeiden und selbst, wenn Sie nicht unter Mastdarmkrebs leiden, gibt es sicherlich etwas, das Sie in der Nacht wachhält oder Sie überwältigt. Und wenn das Leben ätzend ist, ist es ganz normal, diese Erklärungen zu glauben. Es ist quasi unsere Standarteinstellung, die eigenen Erklärungen, die wir in so einem Fall hervorholen, und deshalb müssen wir unser Denken ganz bewusst umstellen, um diese Lügen zu besiegen und nicht in die Abwärtsspirale des Selbstmitleids zu rutschen. Wenn wir die biblischen Wahrheiten laut aussprechen und Gott um Hilfe bitten, sie zu glauben, auch wenn wir damit Schwierigkeiten haben, dann wird er genau das tun.

Wir müssen uns fragen: Was sind die Erklärungen, die ich hervorhole, wenn das Leben schwer wird? Warum glaube ich sie und welche Bibelverse widerlegen sie? Bin ich bereit, mich ganz bewusst zu entscheiden, Gottes Wahrheit statt die Lügen zu glauben?

Wiederholen Sie diese Bibelverse jeden Tag, immer dann, wenn Sie merken, dass sie wieder glauben, dass Gott böse auf Sie ist, Sie nicht liebt oder Sie vergessen hat. Halten Sie an Gottes Wahrheit fest. Es wird Sie festigen und festhalten, während die Welt um Sie herum erschüttert wird. Er liebt Sie und er wird Sie nicht verlassen. Es gibt keine dritte Möglichkeit!

Niki Hardy hat den Mastdarmkrebs mit Gottes Hilfe besiegt und bietet nun als Rednerin und über ihre Webseite Ermutigung sowie Material und lässt durch ehrliche Artikel jeden an ihrem Leben teilhaben.

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Datum: 17.08.2018
Autor: Niki Hardy / Übersetzung: Rebekka Schmidt
Quelle: Christian Today

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