Endlich frei!

Wenn Pornografie zur Sucht wird

Schuldgefühle und Scham begleiteten Christian Jungo viele Jahre lang. Er war süchtig nach Pornografie. Voller Härte sich selbst gegenüber versuchte er oft, die Sucht zu überwinden, und scheiterte immer wieder. Erst als er erlebt, dass Gott ihn bedingungslos liebt, wird er endlich frei.

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Christian Jungo
Als Teenager entdeckte ich bei meinem Bruder Pornohefte und seitdem hatte ich immer wieder Lust, solche Bilder anzuschauen. Es war mehr als ein pubertäres Interesse, es war der Anfang einer Sucht. Gleichzeitig schämte ich mich sehr dafür, fühlte mich schuldig und empfand Ekel vor mir selbst.

Die Sucht verstärkt sich

Als Erwachsener fing ich an, auch im Internet Pornos zu schauen. Die Seiten, die ich anklickte, wurden immer extremer und härter, ich brauchte den Kick. Meine Gedanken waren verseucht von Perversionen und in meinem Alltag hatte ich zwanghafte sexuelle Gedanken. Ich hasste mich dafür. Mein Gewissen verdammte mich. Denn eigentlich wollte ich so nicht sein, ich wollte Christ sein und für Gott leben. Aber ich bekam meine Sucht nicht in den Griff. Immer wieder bat ich Gott um Vergebung und versuchte neu anzufangen, doch ich schaffte es nicht.

Als ich heiratete, hoffte ich, dass ich mich meiner Frau zuliebe ändern kann. Doch das war eine Illusion. Meine Sucht wurde immer schlimmer. Irgendwann wurde mir bewusst, dass ich Hilfe brauche. Ich musste aufhören, mich zu belügen und mir einzubilden, dass ich mich irgendwann bessern würde.

Natürlich hatte ich grosse Angst, meiner Frau die Wahrheit zu sagen, aber ich wollte ihr nichts mehr verheimlichen. So schrieb ich alles in einen Brief und versprach, mir Hilfe zu suchen. Meine Frau war natürlich sehr verletzt, aber sie entschied sich, mir zu vergeben.

Der Versuch, frei zu werden

Ich traf mich nun regelmässig mit einem Seelsorger und anfangs half es. Meine Gedanken veränderten sich und ich stand nicht mehr unter dem Zwang, Frauen in den Ausschnitt zu schauen. Ich hatte nicht mehr gleich perverse Gedanken, wenn eine Frau mit mir im Zimmer war.

Doch es gab auch Tage, an denen ich wie unter Strom stand, und nur eins im Kopf hatte: Pornos. Mit aller Kraft wehrte ich mich dagegen, sperrte mich ein und betete, so lange, bis der Druck nachliess. Ich war sehr hart zu mir und führte einen erbitterten Kampf gegen mich selbst. Aber innerlich fühlte ich mich leer.

Rückschlag

Ich hielt nicht durch. Mein Verteidigungsbollwerk fing an zu bröckeln. Zuerst war es nur die Dessous-Werbung in Modezeitschriften, dann die Cover in der Pornoecke der Videothek. Ich lieh mir nichts aus, ich sah mir nur das Angebot an. Doch das reichte, um die Sucht mit voller Wucht zurückzuholen. Fast ein Jahr Seelsorge und Kampf brachen in sich zusammen. Ich war absolut verzweifelt und hoffnungslos.

Daheim schrie ich zu Jesus und bat ihn um ein Wunder und Befreiung. Dann öffnete ich die Bibel und las Hesekiel, Kapitel 37, Vers 23: «Ich will sie retten von allen ihren Abwegen, auf denen sie gesündigt haben, und will sie reinigen, und sie sollen mein Volk sein und ich will ihr Gott sein.» Es war, als würde Gott direkt zu mir sprechen, das gab mir neue Hoffnung.

Mein Seelsorger lud mich in den Gottesdienst ein, damit die ganze Gemeinde für mich beten kann. Ehrlich gesagt, mir war alles recht, ich war bereit, jeden Preis zu bezahlen. Ich wollte endlich nur frei sein.

Gott greift ein

Während des Gebets spürte ich, dass etwas in mir passierte. Ich fühlte mich frei und leicht. Trotzdem hatte ich Angst, dass es nicht anhält. Zu oft hatte ich mich selbst enttäuscht. Eine ganze Woche lang ging ich jede freie Minute spazieren und bat Gott, dass er mein Herz verändert. Ich wusste, dass ich es aus eigener Kraft nicht schaffen konnte. Gott musste eingreifen und mich grundlegend verändern. Und nach einer Woche wusste ich plötzlich: Jetzt bin ich wirklich frei.

Gott war mir in dieser Zeit sehr nahe und zeigte mir, dass ich all die Jahre zur falschen Quelle gerannt war, um meine innere Leere zu füllen. Nur er allein kann meine Sehnsucht stillen. Meine Beziehung zu Gott veränderte sich grundlegend. Ich begriff, dass Gott mich bedingungslos liebt und spürte seine Liebe ganz stark. Gott verdammt mich nicht. Er sieht nicht auf meine Fehler. Er hat gute Gedanken über mich. Und findet mich wertvoll.

Gottes Liebe heilte mich und verdrängte das Gefühl der Einsamkeit und der inneren Leere. Scham, Schuld und Minderwertigkeit hatten keinen Platz mehr in mir. Dafür entdeckte ich, was mein Vater im Himmel wirklich für mich bereit hat: echte Lebensfreude und Lebenssinn. Mein Glaube und mein Leben veränderten sich durch Gottes Gegenwart total. Bis heute bin ich frei von der Sucht nach Pornografie. Weil Gott eingegriffen hat!

Wenn Sie ähnliche Probleme wie Christian Jungo haben, können Sie im Beratungsverzeichnis qualifizierte Seelsorger und Therapeuten finden oder in der E-mail-Beratung über ihr Problem sprechen.

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Datum: 20.09.2016
Autor: Miriam Hinrichs / Christian Jungo
Quelle: Jesus.ch / wunderheute.tv / mystory.me/christian-jungo

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