Mehmet Ali Atlas

Vom Mafiaboss zum Teestubenbesitzer

Schon als Kind ist Mehmet Ali Atlas fasziniert von Mafia-Filmen, später wird er selbst zum Kriminellen. Er dealt mit Drogen, verkauft Waffen und landet schliesslich im Gefängnis. Doch dann ändert sich sein Leben radikal.

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Mehmet Ali Atlas führt heute eine Teestube.
Als ich elf Jahre alt war, zog ich aus der Türkei mit meinen Eltern nach Deutschland. Es war nicht leicht, sich ohne Sprachkenntnisse und als einziger Türke in meiner Klasse zu behaupten. Mit 14 gründete ich meine erste Strassengang, die wir Ali Baba & Co GmbH nannten. Anfangs handelten wir mit Haschisch, aber ziemlich schnell wurden daraus andere Drogen und auch Schusswaffen. Als ich 17 war, hatte sich mein «Revier» über ein paar Landkreise ausgeweitet. Es war ein guter Handel und wir verdienten richtig gut Geld.

Leben wie im Mafiafilm

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Mehmet Ali Atlas mit seiner Frau Sarah
Bald hatte ich gut 260 Untergebene, die für mich arbeiteten. Ich lebte ein Leben, wie in den Filmen, die ich als Kind geliebt hatte. Doch auch wenn ich krumme Dinger drehte, wollte ich ein gerechter Gangster sein. Ich kassierte immer nur die Hälfte vom Gewinn. Jeden Monat schickte ich meine Leute für arme Familien zum Einkaufen. Harte Drogen und Prostitution waren in meinem Gebiet verboten. Und auch wenn rohe Gewalt bei uns an der Tagesordnung war, sorgte ich dafür, dass niemand dabei starb.

Gelegentlich packte mich schon das schlechte Gewissen, aber dann rollte ich meinen Teppich aus und bat Allah um Vergebung.

Aus für die Ali Baba & Co GmbH

Doch 1980 war plötzlich Schluss. Mit Sturmgewehren bewaffnet stürmte eine Spezialeinheit meine Wohnung. Sie fanden über ein Kilo Haschisch und auch Kokain. Das bedeutete für mich: sieben Jahre Haft und zwanzig Jahre Deutschland-Verbot. Ich kam ins Hochsicherheitsgefängnis Stammheim und glaubte, jetzt wäre alles aus. Doch eigentlich ging mein Leben dort erst richtig los.

Ein Kalender verändert alles

In meiner Zelle hing ein Jahres-Abreisskalender mit Bibelversen auf Deutsch und auf Türkisch. Ich hatte ja nichts anderes zu tun, also las ich ihn. Die Bibelstellen faszinierten und berührten mich. Weil ich unbedingt mehr von diesem Jesus wissen wollte, liess ich mir eine Bibel schicken, die ich Tag und Nacht las. Wie Schuppen fiel es mir von den Augen: Nur Jesus kann meine Schuld vergeben. Und dann geschah es: Gott begegnete mir.

Eines Abends war in meiner Zelle ein hell leuchtendes Licht. Ich bin zwar kein Typ, der Angst hat, aber das war wirklich unheimlich. Aus dem Licht sagte jemand zu mir: «Du gehörst mir.» Ich fragte halblaut: «Bist du das, Jesus? Dann beweise es mir.» Und da spürte ich ein Gefühl, wie eine Energieladung von den Zehen bis zum Kopf. Ich habe mich gefühlt, als könnte ich über Wolken laufen. An diesem Abend habe ich gewusst, dass ich mein Leben ändern und für Jesus leben muss.

Fünf Jahre später wurde ich nach Istanbul abgeschoben. Für mich war klar, dass ich auch hier den Menschen von Jesus erzählen muss! Doch als abtrünniger Muslim erlebte ich haarsträubende Dinge. Meine Familie wandte sich von mir ab, Polizisten verprügelten mich und nur wegen meines Glaubens landete ich noch einmal im Gefängnis. Trotzdem möchte ich diesen Jesus nie wieder hergeben. Er hat mich verändert, froh gemacht und meinem Leben Sinn gegeben. Und das muss ich einfach weitergeben.

Heute lebt Ali Atlas in Wien und ist Besitzer einer Teestube. Dort können Menschen deutsch lernen, Konzerte hören und sich die erstaunlichen Geschichten anhören, die passieren, wenn Gott Menschen begegnet.

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Datum: 28.03.2015
Autor: Miriam Hinrichs
Quelle: Jesus.ch

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