Millionen waren nicht genug

Getrieben von der Sucht nach Reichtum

Mit Anfang 20 beschliesst William Sirls reich zu werden – koste es, was es wolle. Tatsächlich wird er mehrfacher Millionär, doch nie hat er genug. Erst am Tiefpunkt seines Lebens findet er Gott und ändert sein Leben.

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William Sirls
Geld war mir das Wichtigste im Leben. Jeden Tag zehn bis zwölf Stunden zu arbeiten, war für mich ganz normal. Ich hatte alles und mehr als genug. Ein grosses Haus, ein dickes Auto, ein wichtiger Job in leitender Position. Ich hatte sogar Frau und Kinder, aber meine Priorität war und blieb das Geld. Ich konnte nie genug davon kriegen.

Mein Reichtum, meine Sucht

Meine Frau war es leid, immer nur an zweiter Stelle zu stehen. Immer wieder sagte sie, dass die Kinder nur ein Mal so klein sind, dass sie mich brauchen und dass ich es irgendwann bereuen würde, nur für die Arbeit zu leben. Aber ich war süchtig nach Erfolg und den Dingen, die man mit Geld kaufen kann - und so hörte ich nicht auf sie.

Bei dem Börsencrash im Jahr 2000 verlor ich Millionen. Und trotzdem konnte ich nicht aufhören, an der Börse zu zocken. Es war wie eine Spielsucht. Ich glaubte, dass sich die Aktienmärkte schon erholen würden und investierte all meine Kraft, um mein Vermögen wieder aufzubauen. In dieser Zeit liess sich meine Frau von mir scheiden. Sie hatte die Hoffnung aufgegeben, dass ich mich jemals ändern würde.

Auf der schiefen Bahn

Der Plan, meine Millionen zurückzuholen, begann völlig legal. Aber ich verdiente das Geld nicht mehr so einfach wie zuvor. Und so ging ich immer mehr Kompromisse ein. Ich beschwatzte Freunde, mir Geld zu leihen und versprach, es ihnen mit grossen Gewinnen zurückzuzahlen. Das geliehene Geld investierte ich an der Börse und ich glaubte wirklich, dass es klappen würde. Aber es ging schief. Der Aktienmarkt erholte sich nicht so schnell und ich verlor das immer wieder geliehene Geld.

Ich war stolz, dumm und egoistisch. Und damit verletzte ich viele Menschen, die mir sehr nahe standen. Ich war ein Betrüger geworden und konnte meine Fassade nicht mehr lange aufrecht erhalten. Als ich merkte, dass ich am Ende war, stellte ich mich der Polizei.

Gefängnis statt Villa

Ich bekam 52 Monate Haft wegen Betrugs. Im Gefängnis hatte ich Zeit, über mein Leben nachzudenken. Es traf mich schwer zu erkennen, dass ich nicht der Mittelpunkt der Welt bin.

Im Gefängnis lernte ich Christen kennen, die mir von Jesus erzählten. Ich fing an, in der Bibel zu lesen und konnte nicht mehr damit aufhören. Dieser Jesus faszinierte mich. Mein Glaube begann zu wachsen. Ich fing an zu erkennen, wie Gott ist, dass Jesus für unsere Schuld gestorben ist – selbst für meine grosse Schuld und dass man mit Gott eine Beziehung haben kann.

Es war an der Zeit, Jesus in mein Leben einzuladen. Dank ihm, konnte ich mein Leben ändern. Zu wissen, dass er mir vergeben hat, hat mir geholfen, mir selbst zu vergeben. Ich nahm Kontakt auf zu allen, die ich betrogen hatte und versuchte eine Lösung zu finden. Ich fing an, eine Beziehung zu meinen Töchtern aufzubauen, auch wenn es mir sehr schwer fiel, ihnen einzugestehen, dass ich grosse Fehler gemacht habe.

Heute arbeite ich als Schriftsteller. Ich bin immer noch dabei, meine Schulden zurückzuzahlen. Ich bin immer noch kein perfekter Mensch. Aber zu wissen, dass Gott immer an meiner Seite ist, dass er mein Freund ist, das ist wohl der grosse Unterschied. Meine Prioritäten haben sich komplett verschoben. Und dafür bin ich sehr dankbar.

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Datum: 25.06.2014
Autor: Miriam Hinrichs
Quelle: Jesus.ch / cbn.com

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