«Nobody‘s perfect»

Auch nicht der Perfektionist

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Wer sich zu hohe Ziele steckt, setzt sich selbst unter Druck.
Perfektionisten müssen immer alles richtig machen. Durch gute Leistungen und Resultate erhoffen sie sich Annahme und Wertschätzung. Wer diesen Trugschluss entlarvt, hat mehr vom Leben.

Wie sähe ein Leben aus, bei dem ständig ein unerbittlicher Kritiker ins Ohr flüstert: «Das war nicht gut genug. Das hättest du besser machen sollen. Du hast einen Fehler gemacht. Was werden andere von dir denken?» Mit solchen Vorwürfen sind Perfektionisten ständig konfrontiert. In der guten Absicht, nur das Beste machen zu wollen, können sie ihre Ziele doch nie erreichen und sind stets unzufrieden mit sich selbst.

Anerkennung durch Leistung

Idealerweise lernt ein Mensch in seiner frühen Kindheit von den Eltern und anderen wichtigen Bezugspersonen, dass er angenommen und wertvoll ist. Seine Leistungen oder Fehler spielen eine untergeordnete Rolle. Eine solche Person wächst mit gesundem Selbstbewusstsein und einem tiefen Gefühl der Geborgenheit auf.

Perfektionistische Menschen dagegen müssen sich Annahme, Anerkennung und Wertschätzung verdienen. Beispiele: Im Job liefern sie nur Top-Leistungen ab, ihr Aussehen wird von Hollywood-Hochglanzmagazinen diktiert, gegessen wird in auserwählten Gourmet-Tempeln, die Kleider und Accessoires sind der letzte Schrei. Perfektionisten geben sich alle erdenkliche Mühe, um «gut genug» zu sein und Anerkennung zu spüren - und erreichen es doch nie. Aus Angst vor Ablehnung und dem Versagen bezweifeln sie ständig ihr eigenen Leistungen und wollen jeden noch so kleinen Fehler vermeiden. Die Folge: Permanenter Stress, geringes Selbstwertgefühl und eine eingeengte Lebenssicht.

Wege aus der Perfektionismus-Falle

Perfektionismus ist ein bestimmtes Denkmuster, das gelernt wurde und wieder verlassen werden kann. Folgende Einstellungen helfen dabei:
  • Weniger streng mit sich selbst sein: «Auch wenn ich einmal einen Fehler mache, ist das ok. Jedem Menschen passieren Fehler. Ich muss keine Angst vor schlimmen Konsequenzen haben.»

  • Sich nicht mit anderen vergleichen: «Ich muss nicht immer besser sein als andere. Auch wenn sie gute Leistungen erbringen, ist das völlig in Ordnung.»

  • Realistische Erwartungen setzen: «Ich setze mich nicht durch zu hohe Ziele unter Druck. Ich schraube die Erwartungen an mich selbst herunter. Weniger genügt auch.»

  • Das Positive sehen: «Ich konzentriere mich mehr auf das Positive, anstatt zu oft nur das Negative zu sehen. Ich freue mich am Erreichten.»

Eine neue Lebensstrategie

Sich vom Perfektionismus zu lösen bedeutet nicht, keine guten Leistungen mehr abzugeben. Hohe Qualität und voller Einsatz für eine Sache sind in Ordnung und sogar wünschenswert. Das Bedürfnis nach Wertschätzung und Annahme wird dadurch aber nicht gestillt. Die Bibel sagt zum Perfektionismus: «Durch eigene Leistungen kann man bei Gott nichts erreichen. Deshalb kann sich niemand etwas auf seine guten Taten einbilden» (Die Bibel, Epheser, Kapitel 2, Vers 9). Jeder Mensch braucht das Gefühl, angenommen und geliebt zu sein. Umsatzwachstum, Goldmedaillen oder Ehrentitel können keine Liebe geben. Liebe kommt immer von Personen. Gott gibt uns diese Liebe.

Autor: Werner Pfleger
Quelle: Livenet.ch

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