Einfach Jesus

Die Versuchung #1: «Mach aus Steinen Brot!»

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Jesus hat viele Wunder vollbracht. Doch bevor er zu wirken beginnt und Menschen heilt, führt ihn der Teufel in der Wüste in Versuchung. Während dieser 40 Tage zeigt sich, worum es Jesus wirklich geht.

Die erste der drei Versuchungen lief folgendermassen ab: «Danach wurde Jesus vom Geist Gottes in die Wüste geführt, weil er dort vom Teufel versucht werden sollte. Nachdem er vierzig Tage und Nächte gefastet hatte, war er sehr hungrig. Da trat der Versucher an ihn heran und sagte: 'Wenn du Gottes Sohn bist, dann befiehl, dass diese Steine hier zu Brot werden!' Aber Jesus gab ihm zur Antwort: 'Es heisst in der Schrift: Der Mensch lebt nicht nur vom Brot, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt.'» Matthäus Kapitel 4, Verse 1 bis 4

40 Tage in der Wüste

Jesus war 40 Tage lang in der Wüste. Diese Zahl begegnet uns schon im Alten Testament in der Geschichte über das Volk Gottes, als es nach seiner Befreiung aus der Sklaverei in Ägypten gezwungen war, 40 Jahre durch die Wüste zu wandern. Diese Gemeinsamkeit führt zur Auslegung der ersten Versuchung. Während der 40 Jahre in der Wüste kümmerte sich Gott um sein Volk. «Gegen Abend werdet ihr Fleisch zu essen bekommen und am Morgen so viel Brot, dass ihr satt werdet. Daran sollt ihr erkennen, dass ich der Herr, euer Gott, bin» (2. Mose Kapitel 16, Vers 12). Alle bekamen von Gott zu essen, immer zur gleichen Zeit und gleich viel.

Jesus war nun auch 40 – nicht Jahre, sondern Tage – in der Wüste. Und jetzt tritt der Teufel an Jesus heran und sagt quasi: «Wenn du wirklich der Sohn Gottes bist, dann mach jetzt Brot. So wie Gott damals in der Wüste bei seinem Volk. Dann wird es keinen Hunger, keine soziale Ungerechtigkeit und keine Nöte mehr geben! Jesus, dazu bist du doch da?!»

Warum?

Geht es uns nicht oftmals genauso? Wir gehen mit all den Nöten der Welt, mit dem Krieg, Hunger und Unfrieden zu Gott und fragen: Warum? Warum muss ich durch diese schwere Zeit? Warum musste ein Mensch, den ich liebte, viel zu früh sterben? Warum habe ich meinen Job verloren? Warum ging meine Ehe in die Brüche? Wenn es einen guten Gott gäbe, dann gäbe es all das Leid nicht! Gott, warum bereitest du all dem Elend nicht ein Ende? Wenn du wirklich Gott bist, dann lass jetzt ein Wunder geschehen. Anders gesagt: Dann mach aus den Steinen hier Brot!

Was tut Jesus?

Und dann stehen wir in Gefahr, wie der Teufel unseren Gott auf die Probe zu stellen und unseren Glauben von einer Antwort, einem Wunder, einer Veränderung abhängig zu machen, anstatt auf seine Güte und seinen Plan zu vertrauen. Was tut Jesus? Er schaut den Teufel an und sagt: «Der Mensch lebt nicht nur vom Brot, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt» (Matthäus Kapitel 4, Vers 4).

Wir leben nicht in erster Linie von Wundern und vom göttlichen Segen. Unser Glaube sollte nicht davon abhängen, ob alles immer rund läuft. Nein, in erster Linie leben wir vom Wort Gottes, das uns sagt, dass wir ein Meisterwerk sind, dass Gott uns segnen wird, dass Gott unser Bestes im Sinn hat, dass wir Gott vertrauen dürfen, dass wir einzigartig geschaffen sind und Gott gute und geniale Gedanken über uns hat. Wenn wir es schaffen, uns wieder auf seine Verheissungen zu fokussieren – trotz Leere, Schicksalsschlägen und Problemen –, dann werden wir neue Kraft, neue Hoffnung und neue Antworten finden.

Jesus kam, um uns Gott wieder nahezubringen

Ich stelle mir vor, wie der Teufel vor ihn trat, mit dem Stein in der Hand, und Jesus provozierte: «Jesus, mach doch Brot aus diesem Stein!» Jesus wusste, trotz knurrendem Magen, dass dies nicht seine Aufgabe war. Weltfrieden, Brot für alle, all die Nöte zu stillen, dafür kam er nicht. Seine Aufgabe war und ist es, den Menschen Gott wieder nahezubringen. Den Menschen wieder eine Brücke zu Gott zu bauen. Den Menschen zu ermöglichen, Gott wieder zu sehen, zu erleben und zu entdecken. Alles Weitere entsteht daraus. Erst wenn die Beziehung zu Gott geklärt ist, erst wenn Jesus den Menschen geholfen hat, Gott wieder zu sehen, können sie anderen in ihren Nöten begegnen, ihnen helfen und die Ungerechtigkeiten auf dieser Welt bekämpfen.

Aber zuerst kommt Gott. Immer!

Jesus setzt den Teufel mit seiner ersten Antwort schachmatt, und ich stelle mir vor, wie der Teufel daraufhin den Stein einfach resigniert fallen lässt. Auch wir halten Gott unsere Steine, unsere «Warums» hin. Wir erwarten, dass er Wunder tut, dass er Nöte bekämpft und alle mit Brot versorgt. Doch genau diese Steine, diese Warums, kommen uns in die Quere und verhindern, dass wir Gott erkennen und wiederfinden. Ich möchte Sie ermutigen: Lassen Sie Ihre Steine los. Ich garantiere Ihnen, Sie werden Gott wiederfinden. 

Zum Autor:

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Das Buch «Einfach Jesus» von Konrad Blaser
Konrad Blaser ist Pastor und leitet zusammen mit seiner Frau Andrea die Freikirche HOPE & LIFE. Der Emmentaler ist Vater von zwei Kindern, Dominic und Sienna. Er liebt es, mit anderen Menschen zusammen denselben Traum zu leben und ist begeistert von Jesus und der Kirche am Ort.

Buch «Einfach Jesus»:

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Datum: 02.02.2020
Autor: Konrad Blaser
Quelle: «Einfach Jesus»

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