«Wertschatz»

Eine Buchhandlung, die Wertschätzung liebt und lebt

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Janka Zbinden in ihrer Buchhandlung (Bild: zVg)
Eine Tankstelle, ein Ort zum Auftanken, an dem man einfach sein kann – so etwas gibt es nicht oft. Aus einer Not wurde eine Vision, die an Janka Zbinden herangetragen wurde – heute ist sie Herzstück von «Wertschatz».

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Buchhandlung «Wertschatz» (Bild: zVg)
Wertschatz ist mehr als eine Buchhandlung, es ist ein Ort, an dem man mit Kaffee und Kuchen verweilen und sich inspirieren lassen kann. Man kann einfach sein. Es gibt christliche Bücher, Papeterie-Artikel, Karten, Kalender und kleine Aufmerksamkeiten, mit denen man sich selbst oder andere beschenken kann: «Wertschätzung, die man weiterleben und weiterlieben kann!» – so  heisst es auf der Homepage der Inhaberin Janka Zbinden, die in Binningen ihre Vision eines besonderen Ladens umsetzte. Livenet fragte nach, wie die Geschichte von «Wertschatz» begann und weiterging…

Wie entstand die Vision, eine christliche Buchhandlung zu eröffnen?
Janka Zbinden:
Ende November 2020 schaffte ich es seit langem wieder einmal, nach Basel zur christlichen Fontis-Buchhandlung zu gehen. Dort angekommen, blickte ich auf einen leergeräumten Laden – die Fontis-Buchhandlung hatte geschlossen! Ob sie wohl umgezogen war? Ich versuchte per Handy den neuen Standort zu ermitteln, fand aber nur andere Filialen in der Schweiz. Schliesslich rief ich in der Filiale in Bern an und erkundigte mich, wo und wann eine Basler Fontis-Buchhandlung eröffnen würde. Man teilte mir mit, dass in naher Zukunft wohl kein Fontis-Buchladen mehr geplant sei…

Aus dem Bauch heraus erzählte ich der Filialleiterin, dass sich in unserem Haus noch eine Einliegerwohnung befinden würde, die möglicherweise für eine Fontis-Buchhandlung geeignet wäre… Sie meinte, ich solle mich bei Fontis per Mail melden. Gesagt, getan! Auf dem Heimweg schrieb ich eine Mail mit meinen Gedanken an Fontis. Ein paar Tage später meldete sich der Vertriebsleiter von Fontis bei mir. Er fand, das sei eine sensationelle Idee, aber ich müsse mich selbstständig machen und wäre dann lediglich Partner von Fontis! Uff… mein Mann und ich hatten damals eigentlich andere Pläne. Eine Vision kam an uns heran, die uns aber dann keine Ruhe mehr liess!

Wie kam es zu dem Namen «Wertschatz»?
Als die Vision heranreifte, wir uns für diesen Schritt entschieden hatten, war bald klar: Es brauchte einen Namen… «Wertschatz, Bücher-Zeit-Sein & Mehr» ist der erste Name, der mir sofort in den Sinn kam! Noch heute staune ich darüber. Damals wusste ich nicht, warum gerade dieser Name mir einfiel, aber heute weiss ich: Es ist genau die Bezeichnung, um Wertschätzung zu leben. Es ist ein Ort, an dem man einfach nur sein darf und sich inspirieren lassen kann… Und sich selbst oder anderen eine Freude machen kann!

Was war Ihre Motivation für das Gesamtkonzept mit Buch und Kaffee?
Meine Motivation war ein alter Traum, den ich als 20-Jährige hatte: Ich träumte mit einer Freundin von unserer «Tankstelle»: einem Ort, ähnlich wie ein Pub, wo Menschen einfach sein können… Wo sie auftanken können bei christlichen Events, feinen Getränken und Häppchen. Und Karten und Büchern! Dieser «Traum» mit meiner Freundin war längst vergessen… Gott hat aber diesen Traum wieder hervorgeholt – und für mich war von Anfang klar: Wenn wir unsere Buchhandlung eröffnen, dürfen Kaffee, Tee und Sekt nicht fehlen!

Was hat Sie so sicher gemacht, dass Ihr Projekt Gottes Plan war?
Ich war eigentlich angemeldet, um in Zürich an der Worship Academy teilzunehmen. Zudem war ich zu diesem Zeitpunkt in unserer Kirche gerade dabei, alles aufzugleisen, um ein Praktikum im Bereich Worship anzufangen. Zu Anfang dachte ich, ich schaffe das alles, ohne irgendetwas abzusagen. Aber in den Weihnachtsferien, in der Stille mit Gott, war mir plötzlich klar: Ich musste die Academy und das Gemeindepraktikum absagen! Das war nicht einfach für mich, und ich war anfangs traurig, aber Gott gab mir die Gewissheit, dass es das Richtige war.

Wie waren die Reaktionen auf die neu eröffnete christliche Buchhandlung im Ort?
Gesagt hat es uns keiner, aber ich denke, manche waren sehr skeptisch! Bei der Eröffnung kamen viele aus der Nachbarschaft. Und heute besuchen uns auch oft Nachbarn, die keine Christen sind, um für die Wochenend-Einladung noch ein Mitbringsel, für die Tante ein Geburtstagsgeschenk, für die Mitarbeiter Dankeskarten zu kaufen. Ich bin begeistert, wie sich hier immer wieder gute Gesprächsmöglichkeiten ergeben. Kunden, die in der Stadt Basel Kunden von Fontis waren, sind sehr erfreut, dass es uns jetzt gibt und kommen immer wieder gerne. Viele sind schon beim Hereinkommen begeistert: «Oh, wie schön das hier ist! Das ist wie nach Hause kommen!»

Was schätzen Ihre Kunden am meisten?
Die meisten schätzen den persönlichen Kontakt und das ganze Ambiente! Sie freuen sich über die Möglichkeit, über unsere Buchhandlung bestellen zu können und das Gewünschte dann in Ruhe anschauen zu dürfen. Und einfach Zeit zum Sein in gemütlicher Atmosphäre zu haben…

Was würden Sie anderen raten, die eine Vision verwirklichen möchten?
Wenn man eine Idee, eine Vision hat, sollte man mit Gott darüber reden, mit ihm diskutieren und prüfen, ob es nur der eigene Wunsch oder sein Wunsch ist. Das ist nicht einfach, aber es hilft, wenn man vertrauten Menschen davon erzählt, die einem offen und ehrlich ihre Meinung sagen können. Und ich habe erlebt, dass Gott es nicht eilig hat – und selbst wenn, gibt er uns dann den nötigen Schwung, die nötige Ruhe im Herzen, um Vollgas zu geben! Mein Rat: Go for it!

Zur Webseite:
Wertschatz

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Datum: 16.07.2022
Autor: Meike Ditthardt
Quelle: Livenet

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