«Hier lernte ich beten»

Musicals transportieren Inhalt

Als Achi Brunnschweiler vor mehr als 20 Jahren Crossnews gründete, ahnte er nicht, was er dadurch alles lernen würde. Die Musicals wurden immer besser, Jugendliche gefördert und er selbst lernte beten.

Zoom
Das Musical «Amazing grace» (Bild: Crossnews.ch)
Vor ungefähr 24 Jahren besuchte der damals 20-jährige Achi Brunnschweiler in Deutschland ein Chorkonzert mit gesprochenen Beiträgen zwischen den Songs. Es ging um die Bergpredigt. «Daraus könnte man ein Musical machen!», war der Jugendliche begeistert. Zurück in der Schweiz begann er, seinen Plan umzusetzen – der Rest ist die Geschichte von Crossnews, einer Arbeit aus dem Thurgau und St. Gallen.

Mit fünfzehn Kindern zwischen zehn und fünfzehn Jahren wurde 1998 mit «Felsenfest» das erste Musical aufgeführt. Es ging um die Bergpredigt.

Gottes Wort verbreiten

Zoom
Achi Brunnschweiler
Die Arbeit von Crossnews entwickelt sich seither unentwegt weiter. Alle zwei Jahre wird ein neues Musical aufgeführt. «Neun Monate braucht die Vorbereitung, dann folgt ein Jahr für die Proben und an Ende kommt die zweimonatige Tour», so erklärt Achi den Rhythmus. Im Laufe der Jahre wurden die Musicals von Crossnews immer professioneller. «Wir arbeiten aber noch immer mit verhältnismässig einfachen Mitteln.»

Einmal besuchte ein Veranstaltungstechniker das Musical. Anschliessend bekannte er, bei einem Blick auf das Equipment nichts Gutes erwartet zu haben. Doch dann staunte er, was damit erreicht werden konnte. Noch mehr beeindruckt war Achi von einem Bekannten, der das Musical besuchte, nachdem er am Vorabend bei einem Profimusical war. Aus Angst vor einem direkten Vergleich sprach Achi ihn auf die Unterschiede an. «Ja, ein Vergleich der Qualität wäre nicht fair», sagte der Besucher. Dann hängte er aber wertschätzend an: «Aber euer Musical hat Inhalt.» Der Mann entschied sich später für ein Leben mit Jesus.

«Es ist mein Anliegen, durch unsere Musicals Gottes Wort verbreiten zu können», sagt Achi und ist überzeugt, dass ihre Auftritte bei manchen Besuchern tiefe Spuren hinterlassen.

Talente entdecken, ein Zuhause erfahren

«Von Anfang an war es uns wichtig, dass junge Menschen ihre Fähigkeiten entdecken und entfalten können.» Dabei sollte jeder seinen Platz finden können. «Wir wollen die bestmögliche Leistung auf die Bühne bringen und gleichzeitig niemandem sagen, dass er nicht reinpasst.» Als Leiter braucht dies zuweilen ein beachtliches Mass an Kreativität.

Inzwischen ist Crossnews mit ungefähr 55 Schauspielern und Sängern unterwegs. Sie alle sollen sich als Teil des Ganzen sehen. «Wie nirgends sonst habe ich bei Crossnews beten gelernt», bekennt Achi und erzählt, wie Gott hilft, dass letztlich jeder Teilnehmer einen geeigneten Platz einnehmen kann.

Achi ist wichtig, dass sich Jugendliche zu Hause fühlen. Viele können Jahre später berichten, wie ihr Glaubensleben durch Crossnews geformt wurde und dass sie nicht wissen, wo sie ohne diese Arbeit stehen würden. «Solche Rückmeldungen motivieren mich sehr!»

Finanzielle Herausforderungen

Doch nicht nur beim Zuteilen der Rollen, sondern auch in finanzieller Hinsicht ist Gebet für Achi elementar wichtig geworden. «In unseren Anfängen hat mir ein Pastor geraten, unsere Zeit mehr ins Gebet als ins Fundraising zu investieren.» Ein Rat, den Achi und seine Mitarbeiter treu befolgt haben. «Und wir erleben tatsächlich Gottes Versorgung!»

«Professionelle Bühnengestalter und Kostümgestalter boten ihre Dienste kostenlos an. Wenn wir solche Dinge erleben, können wir nur staunen, wie Gott Leute zu uns schickt.» Oft nimmt sich eine ganze Gruppe Teammitglieder Zeit zum Beten – für ganz unterschiedliche Anliegen. «Und immer wieder erfahren wir Gottes Eingreifen.» Das ermutigt Achi, denn er merkt, dass Gott selbst sich zu Crossnews stellt.

Mutig vorwärts ins neue Projekt

Zoom
Werbebanner des Musicals «Ruth»
Am 14. November 2020 ist eine erste Aufführung des Musicals «Ruth» geplant. Richtig auf Tour geht es dann ab Januar 2021. Die Vorbereitungen sind durch die Coronakrise kaum in Leidenschaft gezogen worden. «Wir kamen sogar zu ganz unerwarteten Privilegien», berichtet Achi und erwähnt, wie eine Freikirche ihnen ihre unbenutzte Bühne monatelang zur Verfügung gestellt hat. «Ich hatte mich schon gefragt, wo wir einen genügend grossen Raum zum Herstellen der Kulissen finden würden.» Auch die Proben konnten mit Hilfe neuer technischer Hilfsmittel wie Zoom gut durchgeführt werden.

«Wir bereiten uns mit voller Kraft auf die Aufführung vor», hält Achi fest. Und sollte dies dann wider Erwartung letztlich doch nicht möglich sein, hätten sie doch zumindest eine gute gemeinsame Zeit gehabt.

Musical «Ruth»

Das Nachfolgemusical vom 2018 aufgeführten «Amazing Grace» ist «Ruth». Achi ist begeistert von dem Stück. «Es ist ein richtiges reinrassiges Musical ohne Chor. Jeder auf der Bühne hat eine schauspielerische Funktion.»

Die Geschichte von Ruth wird aus der Perspektive des kleinen Davids, der mit seinem Grossvater Obed spricht, erzählt. Obed war der Sohn Ruths. «Hervorragend wird die Ausländerthematik und Hass gegenüber Fremden dargestellt.» Das Musical nimmt hinein in eine längst vergangene Zeit, schlüsselt dem Zuschauer jüdische Traditionen auf und weist gleichzeitig auf aktuelle Themen hin. Achis Vorfreude auf die Aufführungen ist spürbar. Er ist überzeugt, dass dadurch Menschen berührt werden und dem Glauben näher kommen.

Weitere Informationen zum Musical «Ruth» und Tourdaten finden Sie hier.

Zum Thema:
Frisches Wasser für die Seele: Die wahre Geschichte von «Claudia» aus dem Life on Stage-Musical
«Connect» mit Musical: Wenn das Licht in der Dunkelheit fehlt
Sommerlager-Vorfreude: Adonia-Leiter: «Obendrein gab es sogar ein Dessert-Wunder!»

Datum: 07.10.2020
Autor: Markus Richner-Mai
Quelle: Livenet

Glaubensfragen & Lebenshilfe

Anzeige

RATGEBER

Nicht wütend schlafen gehen Rat der Bibel wissenschaftlich bestätigt
Es ist besser, sich noch abends zu versöhnen, als mit ungeklärtem Streit schlafen zu gehen. Was die...