Sinnvolle Arbeit und Gemeinschaft: 15 Jahre Stiftung Wendepunkt

Es begann mit 1'000 Franken, einer Idee und Gottvertrauen. Heute, 15 Jahre später, ist die Stiftung Wendepunkt im Aargau ein Sozialunternehmen, das jährlich 18 Millionen Franken umsetzt, 110 Festangestellte beschäftigt und Platz bietet für 550 Teilnehmende. Die Geschäftsführung hat Sascha Lang von seinem Vater, dem Gründer Hans-Peter Lang übernommen.
Sascha Lang, Gesamtleiter der Stiftung Wendepunkt.
Textilarbeiten WP
Konfektionierung

Durchhaltewillen, der Wille zur Professionalität und die Erwartung, dass Christus die Zuwendung zum Schwächeren, die er vorlebte, auch heute segnet: all dies zeichnet das Wirken des Wendepunkt-Pioniers Hans-Peter Lang aus. Er ist überzeugt, dass Christen mit Nächstenliebe agieren müssen, dort wo die Netze des Sozialstaates zu weitmaschig oder zu schwach sind.

Vielfältige Dienstleistungen

Sein Aargauer Sozialunternehmen bietet heute Dienstleitungen im Gartenbau, in der Schreinerei und mit Kuvertierungs-, Verpackungs- und Recyclingaufträgen für Gewerbe und Industrie an. Kinder werden betreut, Leute mit erstklassigem Essen bedient und Stellen vermittelt. Die Stiftung berücksichtigt Soft-Skills beim Anbieten von Arbeitsplätzen für Stellensuchende, Sozialhilfeempfänger und Asylsuchende, auch beim begleitenden Betreuen von Lehrlingen und beim Eingliedern in den ersten Arbeitsmarkt.

Nach dem Vater der Sohn

Im Zuge des 15-Jahr-Jubiläums hat Hans-Peter Lang die Geschäftsführung an seinen Sohn Sascha Lang übergeben. Dieser will die Ideale des (Gründer-)Vaters übernehmen, aber auch neue Schwerpunkte setzen. Im Gespräch mit idea Spektrum Schweiz hielt Sascha Lang fest: «Ich habe nie eine Karriereplanung gemacht, sondern immer einfach versucht, am richtigen Ort zu sein - nämlich dort, wo Gott mich haben will.»

Auch nach seiner achtjährigen Tätigkeit als Leiter Betriebe habe es keinesfalls auf der Hand gelegen, dass er der neue Chef werde, sagt Lang: «Ich habe mich von einer externen Firma intensiv prüfen und beurteilen lassen. Wir sind dann gemeinsam zur Überzeugung gelangt, dass ich die Leitung übernehmen sollte.»

„Führung Gottes“

Sascha Lang ist nach seiner Ausbildung nicht sogleich in den «Wendepunkt» eingetreten. Er liess sich zum Forstwart ausbilden und zog nach der Lehre in den Kanton Schaffhausen, wo er in den Wäldern von Thayngen arbeitete. Eigentlich war ein damals arbeitsloser Förster der Auslöser, dass Sascha Lang

jetzt den «Wendepunkt» leitet. Er empfahl diesem, sich um eine Stelle in der Stiftung Wendepunkt zu bewerben, um den Bereich «Wald und Umwelt» in Kölliken aufzubauen. Der Bekannte erhielt die Stelle.

Die Arbeit wuchs, und bald wurde ein Leiter für Wettingen gebraucht. «Ich wurde dafür angefragt, genau zum richtigen Zeitpunkt. Ich empfand das als klare Führung Gottes», blickt der neue «Wendepunkt»-Chef zurück. Damit schien die Zukunft vorgezeichnet.

Den Glauben leben

Sascha Lang sieht hinter seiner Berufung in die Leitungsverantwortung durchaus ein biblisches Prinzip: «Gott macht und realisiert ja seine Pläne gerne mit mehreren Generationen.» Er identifiziert sich klar mit dem Leitspruch des höchsten Auftraggebers, der schon seinen Vater motivierte: «Was ihr einem meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.» Motivation und

Ausrichtung der Arbeit werden diesen biblischen Grund behalten: «Nicht indem die Mitarbeitenden missionarisch bearbeitet werden, sondern indem sie spüren, dass ihre Leiter den biblischen Glauben im Alltag leben wollen.»

Konsolidieren

Andererseits wird Sascha Lang bei der Entwicklung neuer Ideen und Projekte zurückhaltender sein als sein Vater. Zwar werde auch er neue Ideen entwickeln («Dieses Gen ist auch in mir»), aber vorerst wolle er sich darauf konzentrieren, das Bestehende zu festigen. Aufgrund eines gezielten Monitorings der Märkte sollen dort, wo es sinnvoll erscheint, bestehende Ressourcen ausgebaut werden und neue Angebote und Dienstleistungen entstehen.

Auf die Wende hin arbeiten

Wichtig sind ihm die Mitarbeiterförderung und die Teamentwicklung auf allen Stufen. Er empfindet sich als Teammensch, der gerne demjenigen den Ball zuspielt, der für die entsprechende Aufgabe die richtigen Talente besitzt.

Am Schluss des Gesprächs formuliert der neue Leiter seine Geschäftsphilosophie: «Ich setze meine ganze Kraft dafür ein, dass auch in Zukunft viele Menschen im ‹Wendepunkt› einen Wende-Punkt erleben: Mitarbeitende teilen mit uns eine sinnvolle und menschenfreundliche Arbeit und Gemeinschaft, Teilnehmende können ihr Leben nachhaltig verbessern, und unsere Auftraggeber und Kunden lernen bekennende Christen von einer alltäglichen und angenehmen Seite kennen.»

Links zum Thema:
Livenet-Artikel zur Stiftung Wendepunkt
Gespräch mit Hans-Peter Lang
Interview Aargauer Zeitung mit Hans-Peter Lang
Homepage der Stiftung Wendepunkt

Quelle: Livenet / idea Spektrum Schweiz, Barbara Günthard-Maier

Datum: 20.05.2008

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