Spirale der Gewalt in Israel

Über 1'000 Raketen von Gaza abgefeuert

Seit Montag dieser Woche ist Israel vom Gazastreifen aus massiv mit Raketen beschossen worden – das als Reaktion auf Festnahmen bei Unruhen in Jerusalem. 5 Personen in Israel wurden bisher durch Raketen getötet, mehrere verletzt.
Unruhen im Gazastreifen (Bild: Twitter @acsusded)
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (Bild: Facebook)

Weitere 200 Raketen fielen innerhalb der Gaza-Enklave zu Boden. Von den über 1000 abgefeuerten Raketen trafen einige direkt israelische Häuser und Autos und töteten fünf Personen, zwei davon in Lod. Lod ist eine gemischte israelisch-arabische Stadt, die in den letzten zwei Tagen gewalttätige Auseinandersetzungen erlebte.

Gewaltwelle entzündete sich am Jerusalem-Tag

Die Unruhen hatten begonnen, als Israel am 10. Mai in einem schon angeheizten Klima den «Jerusalem Day» feierte, die Erinnerung an die Einnahme Ostjerusalems und der Altstadt während des Sechstagekries 1967. Bei Zusammenstössen mit der israelischen Polizei an diesem Tag vor allem rund um die Al-Aksa-Moschee wurden nach Angaben des «Roten Halbmonds» über 300 randalierende Palästinenser verletzt; in der Folge wurden aus dem Gazastreifen über 200 Raketen direkt auf Jerusalem abgefeuert – dies das erste Mal seit 2014. Hamas-Führer Ismail Hanyeh erklärte, Israel habe «in Jerusalem ein Feuer angezündet, das auf Gaza übersprang, und darum sind sie verantwortlich für die Konsequenzen»

Über 100 Raketen wurden seitdem auf Tel Aviv und ebenfalls 100 auf Beer Sheba abgefeuert, wofür die Izzadin a-Qassam-Brigaden, der militärische Arm der Hamas, Verantwortung übernahm. Das israelische Parlament, die Knesset, musste zeitweilig seine Sitzung unterbrechen und seine Mitglieder evakuieren.

Gewalt und Vergeltung

Die Israelische Luftwaffe führte als Vergeltung gezielte Angriffe auf hohe Hamas- und Führer des Islamischen Jihad aus. Am Mittwochmorgen zerstörte sie das Haus des Hamas-Führers Salah Damhan, in dem Waffen gelagert wurden. Zwei weitere Führer, Hassan Kaugi, Chef des Hamas-Sicherheitsdepartements und sein Stellvertreter, Wail Issa, hatten sich in einem Hochhaus versteckt. Nach palästinensischen Angaben wurden die Bewohner des Hochhauses von Israel gewarnt und zur Evakuation aufgefordert, bevor die beiden Führer getötet wurden. Israels Militär greift weiter Hamas-Ziele im Gazastreifen an, darunter unterirdische Militärstützpunkte, aber auch die Wohnhäuser von militärischen Führern der Hamas, von denen eine ganze Reihe getötet wurden.

«Hamas und der Islamische Jihad werden auch weiter für die Angriffe bezahlen» erklärte Premierminister Benjamin Netanjahu am Dienstagabend. «Wir trauern um alle, die getötet und verletzt wurden. Wir alle geben den israelischen Streitkräften und Sicherheitskräften unser volles Vertrauen. Diese Kampagne wird Zeit brauchen.» Israel habe das Recht und die Verpflichtung, zu handeln und sich zu verteidigen, ergänzte Verteidigungsminister Benny Gantz.

Livenet-Talk zur Eskalation in Israel:

Der Livenet-Talk vom 12. Mai 2021 mit den Israel-Kennern Adrian und Faustus Furrer zum Thema:


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Appell von schiitischem Imam: «Schluss mit politischer Korrektheit gegenüber radikalen Muslimen!»

Datum: 12.05.2021
Autor: Reinhold Scharnowski
Quelle: Livenet / Christian Headlines / Jerusalem Post

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