Tonscherbe gefunden

Bisher älteste hebräische Inschrift entdeckt

Archäologen der Hebräischen Universität Jerusalem haben bei Ausgrabungen in der antiken Festung Elah eine Tonscherbe entdeckt, welche die bisher älteste bekannte hebräische Inschrift trägt. Der Fund kann als die bedeutendste archäologische Entdeckung in Israel seit den Schriftrollen vom Toten Meer betrachtet werden.
Tonscherbe aus König Davids Zeit. (Foto: Hebräische Universität)

Die Tonscherbe enthält fünf mit Tinte beschriebene Textzeilen, die durch schwarze Linien voneinander getrennt sind, und misst 15 mal 15 cm. Obwohl die Entzifferung noch nicht abgeschlossen ist, lässt sich bereits erkennen, dass der Text Teil eines Briefes ist und die Wurzeln der Wörter "Richter", "Sklave" und "König" enthält. Dies könnte darauf hindeuten, dass es sich um einen Rechtstext handelt, der womöglich Einsichten in Gesetz, Gesellschaft und Glauben der alten Hebräer bieten wird. Die Buchstaben dieses Alphabets, aus dem später die lateinische, russische, arabische und griechische Schrift entstanden, sind dem modernen Hebräisch erstaunlich ähnlich.

In die Zeit von König David datiert

Durch die Ton-Analysen lässt sich das Objekt auf die Zeit König Davids (etwa 1000 v. Chr.) datieren. Die Ausgrabungen werden unter der Leitung von Professor Yosef Garfinkel vom archäologischen Institut der Hebräischen Universität durchgeführt.

Die Festung Elah in Khirbet Qeiyafa lag im Grenzgebiet zwischen dem Königreich Judäa und dem Land der Philister. Bisher sind erst vier Prozent der Anlage freigelegt. In dieser Region soll nach biblischer Überlieferung David gegen Goliath gekämpft haben. Laut Garfinkel ist dies der einzige Ort in Israel, wo sich der historische König David erforschen lässt: "Die Chronologie und Geographie von Khirbet Qeiyafa stellen einen einzigartigen Treffpunkt von Geschichte, Historiographie und Archäologie von König David dar." Die Tonscherbe gilt auch als der möglicherweise erste archäologisch Beweis für Davids Königreich.

Quellen: Israelische Botschaft Berlin / Hebräische Universität Jerusalem

Datum: 21.10.2009

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