Aufgepasst

Promis, die für Jesus werben!

„Ex-Miss-Schweiz Stéphanie Berger hat nach einer Lebenskrise zu Gott gefunden, ‚MusicStar’-Finalistin Carmen Fenk preist öffentlich den ‚wahren’ Jesus…“: Wenn der Glaube an Christus nicht im Kämmerchen bleibt, sondern auffällig kundgetan wird, ist Hugo Stamm auf dem Plan. Der Sekten-Experte des Zürcher Tages-Anzeigers weist mit dem bekannten erhobenen Zeigefinger auf die wachsende Szene der gläubigen Promis.

Wahrhaft bedenklich für ihn: Sie werben für Jesus! „Sie sind jung, hübsch, sexy und sprechen am liebsten von Gott: fromme Sternchen und Stars aus Show und Sport.“ Der heisseste Fall ist Jeanette Macchi-Meier mit ihrer wundersamen Wandlung „vom freizügigen Erotic-Girl zur frommen Fernsehpredigerin“.

Natürlich kennt Hugo Stamm den bekanntesten Schauplatz der Szene, die Zürcher Jugend-Freikirche ICF. Und er weiss sogar, was die Promis nachts tun: „Sie lesen im Bett das Alte Testament.“

Hat der Tagi-Journalist und Buchautor im Maag-Areal, wo der ICF seit Dezember seine „Disco-Gottesdienste“ hält, eine Predigt mit entsprechenden Bibelworten aus dem Alten Testament mitbekommen? Er weiss jedenfalls, worauf die Messages hinauslaufen: „Kein Sex vor der Ehe, Homosexualität ist Sünde, die Endzeit naht, wer sündig lebt, ist verloren.“

Jeanette Macchi-Meier und Claudio Minder, Ex-Mister-Schweiz, sind laut Hugo Stamm die Vorzeigechristen des ICF. Anscheinend hat er Mühe damit, dass statt bodenlangen Röcken (ein Freikirchen-Klischee aus der Mottenkiste) im ICF Bauchnabel und Décolleté gezeigt werden.

Stamm kritisiert, dass der ICF von seinen Mitgliedern „ultimativ“ fordert, zehn Prozent des Einkommens abzuliefern. Die poppige Event-Kirche biete „autoritäre Inhalte, verpackt in eine moderne Form. In der beliebigen Welt ohne Werte verspricht sie Strukturen, Lebensinhalte und universale Lösungen für alle Probleme“. Die jungen Pastoren versprächen „Halt und Sicherheit in dieser angeblich so verruchten, gottlosen Welt“.

Dass auch „manche Sternchen und Stars“ in Krisen und Depressionen bei Jesus Hilfe und wieder Boden unter den Füssen fanden – wer will es ihnen verargen? Hugo Stamm denkt offenbar, sie müssten dies für sich behalten. Er stösst sich am „unbändigen Drang, ihre religiöse Wandlung wie einen Werbespot zu verkünden“. Und noch ärgerlicher: Diverse Medien ermöglichen ihnen, „von ihrer tiefen Berührung durch Jesus zu berichten. Sie sind die neuen Botschafter und Missionare des alten Christentums. Und dabei sehr erfolgreich.“

Merke: Attraktive Missionare können dich um den Finger wickeln. Denn christlicher Glaube ist nur dann gesund und unbedenklich, wenn niemand etwas davon merkt!

Jeanette Meier-Macchi und Stéphanie Berger berichten ausführlich in einer Sendung von Radio ERF:
www.erf.ch/media.php?media=http://av2.init7.net/ramgen/erf/themen/audio3452.rm
Livenet-Bericht von ICF-Eröffnung im Maag-Areal:
www.livenet.ch/www/index.php/D/article/180/11850/

Datum: 10.02.2004
Autor: Peter Schmid
Quelle: Livenet.ch

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