Veränderungen

Beweglich bleiben

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Beweglich bleiben: Es geht nicht ums Nomadentum, aber um die Fähigkeit, sich zu verändern.
Beweglichkeit ist heutzutage vor allem eine Frage der Fitness. Als zweites verbindet man das Wort mit den Anforderungen des Arbeitsmarktes; da ist dann oft von Flexibilität und Mobilität die Rede. Aber wie beweglich, wie veränderungswillig sind wir eigentlich?

Im Sommer verbringen manche ihren Urlaub im Zelt oder im Wohnwagen. Da leben wir dann ein bisschen improvisierter und machen uns auf den Weg. Am ehesten denken wir grundsätzlicher über Veränderungen nach, wenn wir Krisen erleben: Krankheit, Arbeitslosigkeit, Trennung vom Partner oder der Partnerin oder sogar Tod eines nahen Menschen.

Komplizierte Zeit

Sieht man aber einmal von den Stellenausschreibungen ab, wo man flexibel und mobil sein soll, gilt unterwegs sein als eher suspekt. In unserer Zivilisation gilt das Bleiben als ein Wert schlechthin. Menschen, die oft ihre Arbeitsstelle und ihren Wohnort wechseln, erscheinen unbeständig. Bleiben, Ausharren, Durchhalten - das ist für viele seriös und glaubwürdig. Wir leben in einer Zeit, die so kompliziert geworden ist, dass wir immobil werden. Das hat aber auch mit all den Ansprüchen und den Verflechtungen zu tun. Wer gar Kinder hat, der kann schon fast gar keinen Ortswechsel mehr vornehmen.

Hier ist nicht die Rede von Nomadentum, aber von der Fähigkeit, sich zu verändern, Veränderung zu suchen. Es kann manchmal gut sein, den jetzigen Standort und Rahmen einmal in Frage zu stellen. Wir tun das sonst meist nur dann, wenn Krisen eintreten.

Unterwegs und veränderungswillig

Die Bibel kennt viele Menschen, die unterwegs und veränderungswillig waren: Für Abraham, dem Mann aus dem heutigen Irak, begann ein grosses Abenteuer damit, dass er seine Heimat verliess. Der Apostel Paulus war ständig auf Reisen, um das Evangelium zu verbreiten und verdiente seinen Unterhalt mit dem Verkauf selbstgemachter Zelte. Und Jesus? Er war ein Mann, der kein Zuhause hatte, der ständig unterwegs war; darauf bedacht, Menschen zu begegnen, zu ihnen zu sprechen und sie zu heilen; aber feste Strukturen, das war seine Sache nicht. Er liess vieles offen und unbeantwortet, um dem Heiligen Geist, also der Kraft Gottes, das Feld zu überlassen.

Das Bestehende hinterfragen

Manchmal ist es gut, einmal die bestehenden Lebensbedingungen zu hinterfragen und nicht als gegeben hinzunehmen. Ich kann mir Gedanken über eine berufliche Veränderung machen oder solche Überlegungen mit dem Totschlag-Hinweis „Das geht nicht in Zeiten der Finanzkrise" von vorn herein im Keim ersticken. Es gibt Menschen, die einem Beruf nachgehen, der sie zwar bestens ernährt, aber der nicht ihren Gaben und Wünschen entspricht. Und wenn es nicht gleich ein Berufswechsel ist, kann man doch zumindest einmal schauen, welche Aufgaben nach Arbeitsende dem vielleicht eher entsprechen.

Wer sich eine solche Beweglichkeit, dieses Unterwegssein erhält, der kann auf Veränderungen und Krisen leichter reagieren und auch die Chancen solcher Situationen erkennen und viel besser nutzen.


Autor: Norbert Abt
Quelle: Jesus.ch

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