Arbeit war sein Leben

Mehr nicht?

«Arbeit war dein Leben, Ruhe hat dir Gott gegeben.» Manchmal liest man in Todesanzeigen diesen Spruch. Dazu sagte Pastor Wilhelm Busch: «Das ist eine Grabinschrift für ein Pferd, nicht für einen Menschen.»
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Bei Massenentlassungen sieht man immer die gleichen Bilder: Betroffene sind enttäuscht, wütend, weinen oder sind gar verstört. Heutzutage ist Arbeit ein wesentlicher Punkt im Selbstverständnis der Menschen; denn deren Wert bestimmt sich durch ihren Arbeitsmarkt-Wert. Mit dem Verlust der Arbeitsstelle geht es denn auch ans Eingemachte: Das gesellschaftliche Prestige, ja geradezu der Lebenssinn geht verloren. Viele empfinden das so: Wer keine Arbeit hat, ist nur noch ein halber Mensch. Arbeit schafft in unserer Gesellschaft Anerkennung, Sicherheit und ist ein Mittel, Vorhaben zu realisieren.

Mensch ist kein Arbeitstier

Natürlich müssen wir arbeiten; aber darin liegt nicht der Sinn unseres Daseins. Bei dem Volk der Sumerer und Babylonier glaubte man, dass ihr oberster Gott nicht arbeiten würde – er schläft. Alle Last körperlicher Arbeit tragen die niederen Götter – und die wälzen die Mühsal der Arbeit auf den Menschen ab. Der Mensch ist dann nur das Arbeitstier der Götter. Auch bei den Griechen waren arbeitende Götter unvorstellbar. Ein Gott, der arbeitete, verlor seine Gottheit. Arbeitende Menschen galten als «Banausen».

In Israel hingegen standen Rabbiner aus Respekt auf, wenn ein Handwerker an ihnen vorüberging. Denn nach der Bibel ist der Mensch der Mitarbeiter des einen Gottes und eben nicht das Arbeitstier arbeitsunwilliger Götter. Der biblische Gott hatte mit seiner Arbeit die Welt für die Menschen geschaffen. In dieser Welt soll der Mensch leben, sie durch Arbeit gestalten und die Früchte seiner Arbeit geniessen.

Zwischen Lust und Last

Was der Mensch, oft unter schwierigsten Bedingungen, leistet, kann faszinierend sein. Dennoch sollte der Mensch sich darauf besinnen, dass nicht er die Welt erschaffen hat. Die Bewahrung des Lebens hängt nicht von der Unermüdlichkeit des Menschen ab. Im Gegenteil, oft macht er daraus eine Last, die ihn niederdrückt. Er kann nicht aufhören zu arbeiten. Er will immer höher hinaus. Alles soll schneller gehen. Der Mehrwert soll ins Unermessliche steigen.

Mehrwert oder wertvoll?

Wie sieht es in Ihrem Leben aus? Welchen Stellenwert hat Arbeit für Sie? Und haben Sie sich schon einmal gefragt, wie Gott Ihren Wert als Mensch beurteilt? In seinen Augen sind Sie wertvoll, ist jeder Mensch wertvoll, unabhängig davon, welcher Arbeit er nachgeht oder ob er Arbeit hat.

Das christliche Menschenbild ist wohl der entscheidende Beitrag, der das damals herrschende Wertesystem revolutionär verändert hat. Denn in der Antike galt der Mensch als Exemplar seiner Gattung, der keine grosse Bedeutung hatte. Das jüdisch-christliche Menschenbild dagegen sieht den Menschen als Person und als Gottes Ebenbild und verleiht ihm dadurch einen Wert und eine Würde. Und das gilt für alle Menschen, unabhängig von Geschlecht, Rasse oder Leistung.


Autor: Bruno Graber
Quelle: Livenet.ch

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