“Biblisch von Gott reden”

Köln. In allen Aktivitäten der Kirche, auch in ihrem gesellschaftspolitischen Engagement, muss ihre Glaubensmotivation deutlich werden. Dafür hat sich Nikolaus Schneider, ausgesprochen. “Wir sind für den Frieden nicht in erster Linie aus politischen Einsichten, sondern weil wir glauben, dass Gott ein Gott des Friedens ist – auch unter den Menschen”. Er trete für eine Kirche ein, die auf Menschen zugehe und damit “missionarisch” sei, sagte er auf dem 26. Treffen für missionarischen Gemeindeaufbau, an dem über 4.000 Gäste teilnahmen.

Wie 300.000 Menschen Christen wurden

Der anglikanische Bischof John Finney berichtete über die “Dekade für Evangelisation” in der “Kirche von England”. Rund zwei Millionen Menschen hätten sich in Kleingruppen mit dem christlichen Glauben beschäftigt. Etwa 300.000 hätten bekundet, dass sie einen ernsten Anfang im Glauben gemacht hätten. Dies sei die wirksamste Art der Evangelisation in England gewesen.

In Rundfunkandachten ist zu wenig von Gott die Rede

Der Moderator (Leiter) des Reformierten Bundes, Pfarrer Peter Bukowski, beklagte in einem Seminar, dass Verkündiger in Rundfunkandachten zu verschämt vom Glauben sprächen. In den sechziger und siebziger Jahren habe man gemeint, man dürfe die Menschen nicht mit der Bibel “erschlagen”. Diese Rechnung sei jedoch nicht aufgegangen; die Abkehr von der Kirche habe sich verstärkt. Er freue sich, dass jetzt in der Volkskirche die Einsicht wachse, dass man mehr von Gott reden müsse. “Alles andere können andere auch – und meist besser”, meinte Bukowski.

Nach seiner Ansicht sehnen sich viele Menschen nach Gotteserkenntnis, Trost und Orientierung. Christen müssten deshalb “biblisch von Gott reden”. Bukowski: “Die Bibel ist unsere Chance.” Menschen erwarteten von der Kirche Antworten auf elementare Fragen wie “Hilft Beten wirklich?” oder “Was kommt nach dem Tod?” Christen müssten auch erklären, was es bedeute, ein “begnadigter Sünder” zu sein. Gleichzeitig sollten sie eine “Kultur der Wahrhaftigkeit” pflegen. Reden und Tun gehörten zusammen. Man könne nicht über wirtschaftliche Ungerechtigkeit reden und den eigenen Geiz noch gar nicht erkannt haben oder für den Weltfrieden eintreten, sich aber in der Kirchen gegenseitig “die Köpfe einschlagen”. Den Gottesdienst sollten Menschen innerlich gestärkt und ermutigt verlassen.

Pastor Klaus Jürgen Diehl, widersprach in einem Seminar ebenfalls der Auffassung, dass die Menschen nichts von Glauben hören wollte. Sie verstünden aber oft die christliche Insidersprache nicht. Neben der Übersetzung von biblischen Begriffen, etwa “Sünde”, komme es in Glaubensgesprächen vor allem darauf an, zuzuhören.

Datum: 19.02.2003
Quelle: idea Deutschland

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