Charaktertraining

Jesus und der Einzelgänger

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Wenn einer seine eigenen Wege geht, wird er von der Gruppe oft nicht verstanden. Darf er machen was er will, statt uns zu unterstützen? Jesus stoppt dieses Monopoldenken, das sich gerne in eine Gruppe mit gemeinsamen Zielen einschleicht.

Die Anhänger von Jesus erleben Höhepunkte und Tiefschläge. Er hat sie in Zweierteams ausgesandt. Mit der Autorität, die er ihnen gab, können sie Menschen heilen und von Dämonen befreien. Wow! Begeistert kehren sie zurück – nur um bei einem schwer geplagten Knaben zu erleben, dass sie machtlos sind. Sie können ihm nicht helfen. Allein Jesus, der später dazu kommt, hat die nötige Autorität. Er gebietet dem Dämon mit seiner Autorität – und dieser verlässt den Knaben augenblicklich.

Was nimmt sich der heraus?!

Und nun bekommen die Jünger mit, dass da einer ausserhalb ihrer Gruppe – aber im Namen von Jesus! – Dämonen austreibt. Was erlaubt er sich?! Der Name Jesus ist doch geschützt – damit darf nicht jeder operieren! Johannes steht Jesus besonders nahe. Er erzählt es ihm: «Meister, wir sahen einen in deinem Namen Dämonen austreiben, und wir hinderten ihn daran, weil er nicht gemeinsam mit uns dir folgt» (Die Bibel, Lukasevangelium 9, Vers 49).

Spricht nicht vieles dafür, das Austreiben von bösen Geistern unter Kontrolle zu halten, um Auswüchse zu vermeiden? Jesus wäre gut beraten (meinen seine Jünger), die Sache nicht aus den Händen zu geben. Nur wer ihm folgt, soll seinen Namen gegen Dämonen einsetzen.

Freier denken

Jesus denkt anders, freier. Vielleicht will er dem Neid auf den vollmächtigeren Einzelgänger entgegentreten, der bei den Jüngern nach dem Schmerz über die eigene Machtlosigkeit aufgekommen sein mag. Jedenfalls denkt Jesus vom Auftrag her, den ihm der Vater im Himmel gegeben hat. In einer Synagoge hat er seine Mission mit Worten aus dem Buch des Propheten Jesaja formuliert: «Der Geist des Herrn ruht auf mir… Er hat mich gesandt, Gefangenen Freiheit und Blinden das Augenlicht zu verkündigen und Geknechtete in die Freiheit zu entlassen» (Lukas 4,18).

Kurz und bündig

Wer dieser Mission von Jesus nicht entgegentritt, den soll man nicht bekämpfen. Kurz und bündig sagt er darum zu Johannes: «Hindert ihn nicht, denn wer nicht gegen euch ist, der ist für euch» (Lukas 9,50). Ein höchst bemerkenswertes Wort von Jesus – nicht nur für seine bunte Anhängergruppe, sondern für jede Organisation, die sich wichtig nimmt. Und eine Warnung vor alleinseligmachendem Gehabe und dem Monopolanspruch von Kirchen, den Schatz von Gottes Heil allein zu verwalten…

Persönlichkeitstraining

Wie Jesus mit dem Mann sprechen würde, wenn der zu ihm käme, wissen wir nicht; darüber schweigt die Bibel. Denn klar ist, dass er seinen Jüngern eine Lebensschule verordnet hat. Nur mit ihm und in enger Abhängigkeit von ihm werden sie die Persönlichkeiten, die es für die Erfüllung des Auftrags braucht. Der Andere ist nicht in dieser Lebensschule.

Dass Jesus das Tun des Einzelgängers billigt, ist und bleibt auch deswegen erstaunlich. Offensichtlich gibt sein oberstes Ziel den Ausschlag: Es geht darum, Menschen das befreiende Evangelium zu bringen und sie von bösen Mächten zu befreien. Wenn ein anderer das auch tut, soll man ihn nicht hindern. Die Antwort von Jesus zeigt: Er ist ganz auf seine Mission fokussiert. Aber er versteht sie nicht so, dass er andere Akteure bekämpfen oder disqualifizieren würde. Auch dies eine Lektion im Charaktertraining Marke Jesus.

Sich auf Jesus einlassen:
Ihn kennenlernen


Autor: Peter Schmid
Quelle: Jesus.ch

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