Liebe

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Es stand aber bei dem Kreuz Jesu seine Mutter und seiner Mutter Schwester, Maria, des Kleopas Frau, und Maria Magdalena. Da nun Jesus seine Mutter sah und den Jünger dabeistehen, den er lieb hatte, spricht er zu seiner Mutter: "Weib, siehe, das ist dein Sohn!" Danach spricht er zu seinem Jünger: "Siehe, das ist deine Mutter!" Und von der Stunde an nahm sie der Jünger zu sich. (Johannes 19,25-27)

Frauen waren die Letzten am Kreuz und die Ersten am Grabe. Kein Frauenmund verleugnete den Herrn. Keine Frauenhand schlug ihn. Aber - Frauen vergossen bittere Tränen um ihn. Sie blickten zu ihm empor, mitleidig, erschrocken, liebevoll. Gott segne die Marias! Wenn wir so viele von ihnen unter dem Kreuz sehen, dann drängt es uns, den Namen Maria zu ehren.

Was für ein trauriger Anblick! Nun erfüllte sich das Wort des Simeon: "Siehe, dieser wird gesetzt zum Fall und Auferstehen vieler in Israel und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird - und auch durch deine Seele wird ein Schwert dringen - auf dass vieler Herzen Gedanken offenbar werden" (Lukas 2,34 f.). Dachte der Heiland, mit einem Seitenblick auf Johannes: Mutter, du verlierst zwar einen Sohn, aber da drüben steht schon ein anderer, der statt meiner dein Sohn sein soll? Jedenfalls sprach er: "Weib, siehe, das ist dein Sohn!"

Und zu dem Jünger Johannes gewandt: "Siehe, das ist deine Mutter!" Heißt das nicht: Nimm sie als deine Mutter an; sei du an meiner Stelle ihr Sohn; sorge für sie, wie ich gesorgt habe? Wer Christus mehr als andere liebt, erhält den ehrenvollen Auftrag, für die Gemeinde und für die Armen zu sorgen. Denke nie von einem bedürftigen Verwandten oder Freund, von einer Witwe oder einem Waisenkind: Sie belasten mich zu sehr. Nein! Sage: "Es ist mir eine Ehre; der Herr hat sie meiner Fürsorge anvertraut."

So dachte Johannes. Lasst uns auch so denken! Jesus erwählte sich den Jünger, den er am meisten liebte, damit er für Jesu Mutter sorgte. Heute noch erwählt er sich Menschen, die ihn mehr als andere lieben, und bringt die Armen unter den Schutz ihrer Flügel. Nimm sie mit Freuden auf! Behandle sie gut!

"Von der Stunde an nahm sie der Jünger zu sich." Hast du etwas anderes erwartet? Nein! Johannes liebte seinen Herrn von ganzem Herzen.

Fortsetzung: Angst


Autor: Charles H. Spurgeon
Quelle: Es ist vollbracht

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