Was bringt uns die Zukunft?

Wann beginnt der Krieg im Irak?. “Krieg soll nach Gottes Willen nicht sein.” Das erklärten so gut wie alle evangelischen und katholischen Kirchen im deutschsprachigen Europa im Blick auf den Irak-Konflikt. Bei zahllosen christlichen Friedenstreffen hiess es darüberhinaus, Christen hätten die Aufgabe, für eine friedliche, bessere Welt und Zukunft zu kämpfen. Andererseits beten Christen im Vaterunser “Dein Reich komme” und demnach ein anderes Reich als das dieser Welt. Der Fahrplan für die Zukunft ist schon in der Bibel vorausgesagt. Was steht über die Zeit, bis Christus wiederkommt? Stimmt es überein mit dem, was jetzt allenthalben erklärt wird? Und wann kommt Christus überhaupt?

Vor 2000 Jahren ging Christus zu seinem Vater zurück. Der Himmelfahrtstag, zehn Tage vor Pfingsten, erinnert daran. Seit jener Zeit warten viele Christen darauf, dass Christus wiederkommt. Immer wieder haben Christen versucht, den Ankunftstag zu berechnen, obwohl die Bibel das als ein aussichtsloses Unterfangen bezeichnet.

Das Thema ist in den Kirchen fast überall Tabu

Im Dezember erklärte der amerikanische Computerexperte Michael Drosnin auf einer Pressekonferenz in München, im Alten Testament gebe es Hinweise, dass das Ende der Welt im Jahr 2006 komme. Das alles werde belegt in seinem Buch “Bibelcode II”. Er hatte 1997 bereits das umstrittene Buch “Der Bibelcode” herausgebracht. Doch Christen brauchen nicht per Computer geheimnisvolle Buchstabenfolgen zu entschlüsseln, um zu wissen, was passieren könnte. Jesus Christus selbst sagte klar, was uns tatsächlich erwartet. Trotzdem ist die letzte Phase dieser Erde in den Kirchen fast überall ein Tabu – im Gegensatz zu den 60er bis 80er Jahren, wo im Zusammenhang mit der atomaren Rüstung, dem Kommunismus und dem Nahen Osten eine blühende Endzeitliteratur für Aufregung sorgte. Doch viele Vorhersagen waren falsch, und kaum einer entschuldigte sich für seine Falschprophetie. Das könnte eine Ursache dafür sein, dass das Thema Endzeit nicht auf der Tagesordnung steht.

Es kommt alles anders

Ein anderer Grund erscheint noch gewichtiger: Was Jesus über das Ende der Zeit sagt, widerspricht weithin völlig dem, was sich auch Christen für die Zukunft erhoffen. Man hat geradezu Hemmungen, es auszubreiten. Zum Beispiel: Da werden erst dann “Schwerter zu Pflugscharen” (Jes. 2) – Militär wird also nicht mehr gebraucht – wenn einmal alle Völker zu Gott umgekehrt sind. Bis dahin wird leider kein weltweiter Friede verheissen, sondern immer mehr Kriege. Da wird auch nicht von einer besseren Welt gesprochen, sondern davon, dass wir von dieser Welt erlöst werden müssen. Da ist ebenso nicht von einer grossen Erweckung die Rede. Im Gegenteil: Die Christen werden immer weniger – bis Christus wiederkommt – und zwar nicht zu einem grossen Freudenfestival, sondern um jedermann zu beurteilen, was er in seinem Leben getan und gelassen hat. Erst danach wird eine neue Erde und ein neuer Himmel geschaffen. Erst dann wird kein Leid mehr sein und Gott alle Tränen abwischen, wie es im grossen Endzeitbuch der Bibel, der Offenbarung des Johannes, heisst. Natürlich kann man fragen: Ist das nicht vielleicht doch ein Phantasieprodukt? Ist es nicht entmutigend, ja geradezu gefährlich, wenn man mit immer mehr Kriegen rechnet, statt sich für ihre generelle Abschaffung zu engagieren? Doch immerhin hat das alles derselbe Jesus (vor allem laut Matthäus 24) prophezeit.

Zwei Vorhersagen fast erfüllt

Interessanterweise sind schon zwei Kriterien dafür, dass wir in der Endzeit leben könnten, fast erfüllt:

1. Propheten haben angekündigt, dass dann die Juden aus allen Ländern wieder in ihre Heimat kommen können. 1948 geschah etwas, was es nie zuvor in der Weltgeschichte gab: Gegen die Interessen der Einheimischen und der Weltmächte wurde unter ausdrücklicher Berufung auf die Propheten ein neuer Staat gegründet: Israel – nachdem die Juden fast 2000 Jahre in alle Welt zerstreut waren.

2. Jesus sagt: “Dann wird das Ende kommen, wenn allen Völkern das Evangelium gepredigt wird.” Das erscheint nun erstmals möglich – dank des Internets. Denn es dringt auch in islamische, hinduistische und kommunistische Regime, in denen keine Mission möglich ist. In Saudi-Arabien beispielsweise, wo auf den Besitz der Bibel die Todesstrafe steht, ist das Neue Testament in modernem Arabisch auf dem Bildschirm zu lesen und auszudrucken.

Jesus Christus nennt noch drei weitere Kennzeichen für das Ende: Orientierungs- und Gesetzlosigkeit, Desinformation bzw. Verführung und Leid. Nach den Worten Jesu erleben wir am Ende eine schnelle Aufeinanderfolge von Katastrophen wie Erdbeben oder Terror. Hier kann die Prophetie unglaublich aktuell sein. Wie soll man zum Beispiel Jesaja deuten, wenn er vorhersagt, in der Endzeit werden die starken Türme einstürzen (Jes. 2,15)? Muss man da nicht an den 11. September denken? Oder ist das nur fundamentalistische Panikmache? Interessanterweise stellen andere ein bisher unbekanntes Ausmass von Katastrophen fest. 700 registrierten die Versicherungen im Jahr 2002.

Katastrophe “Luftbeben”

Gleichzeitig herrscht laut Jesus Orientierungslosigkeit, die zur Gesetzlosigkeit führt. Einer der bekanntesten deutschen Philosophen, ein Nichtchrist, Peter Sloterdijk, meint, es gehe inzwischen nicht mehr nur um Erd-, sondern gar um “Luftbeben”. So der Titel seines neuesten Buches. Er spricht von einer “Sphärenkatastrophe”, die sich ereignet habe: Noch nie in der Geschichte der Menschheit sei ihr entscheidender Wesenszug so zerstört wie heute: die Dualität, die Zuordnung von Mann und Frau. Die Scheidungszahlen explodieren. Und der Grund? Die Menschen seien immer mehr auf sich selbst bezogen. Früher nannte man das Egoismus: “Jeder denkt an sich, nur ich denk an mich.” Man spricht nicht mehr von langer Freundschaft, sondern vom “Episodenkumpel”. Man hat eine Lebensabschnittsgefährtin, aber natürlich nur so lange, wie sie nicht Brustkrebs bekommt. Psychologen reden hier von einem “Lusttotalitarismus”: Nachdem man alle ethischen Festungen geschliffen hat, ist Lusthaben das oberste Gebot. Denn je weniger man vom Jenseits erwartet, umso mehr muss man das Diesseits auskosten. Die Gesundheit ist inzwischen zur neuen Religion geworden. Doch was tun mit immer mehr Alzheimerkranken und Greisen, die es trotz Fitness und Pillen gibt? Da muss man auch den Tod für Alte organisieren. So prophezeit es der katholische Kardinal Joachim Meisner.

Sind Christen mitschuldig an der Explosion des Bösen?

Doch sollten Christen nicht auf die “Welt” schimpfen. Hat sie überhaupt von Christus und seinen Massstäben gehört? Ein Beispiel: Im Quiz von Günter Jauch kannte nicht einer von zehn Kandidaten den Text des Vaterunsers. Haben also nicht auch Christen etwas versäumt? Haben sie ihren Glauben überzeugend gelebt?

Sind Christen nicht mitschuldig an der Explosion des Bösen? Wenn Christen als besonders geizig, hartherzig, eitel oder hochmütig gelten, wenn manche Kirchen Sünde segnen, darf man sich dann noch darüber aufregen, dass in der Welt Böses für gut erklärt wird? Haben Christen wenig Probleme in Deutschland oder der Schweiz, weil sie angepasst und deshalb gar keine Probleme mehr machen? Wären sie wirklich “Salz der Erde” sähe das doch anders aus! Was würde denn passieren, wenn der missionarische Auftrag gegenüber den 3,6 Millionen Moslems in Deutschland und den 300 000 in der Schweiz tatsächlich wahrgenommen würde? Wie wäre es, wenn Deutsche nicht immer nur das Versagen der Grossväter im Dritten Reich beklagten, sondern auch gegen das grösste Unrecht der Gegenwart vorgingen: dass jedes Jahr über 135.000 Kinder – staatlich gemeldet – in Deutschland abgetrieben werden. Seit 1945 also über sechs Millionen.

Die andere Predigt

Könnte es nicht sein, dass der Papst Recht hatte, als er jüngst meinte: Gott hat sich aus der Welt zurückgezogen - “angeekelt von den Aktionen der Menschheit”. Bei jeder Katastrophe heisst es: “Wie konnte Gott so etwas zulassen?” Doch muss nicht die Frage lauten: “Wo lässt man noch Gott zu – im Leben zu, in den Familien, in Schulen, in der Politik, und selbst in den Kirchen?” Die Hauptbotschaft der Christen bei grossen Problemen ist: “Fürchtet Euch nicht!” Wäre es nicht mittlerweile angebrachter zu sagen: “Fürchtet Euch!” – und zwar vor Gottes Gericht, denn darauf läuft alles zu! Im Hebräerbrief (10,31) heisst es nicht umsonst warnend: “Schrecklich ist es, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen.” Es steht dort nicht: “Ich liebe euch doch alle, egal, was ihr macht.”

In der Offenbarung (Kap. 2+3) finden sich Briefe Gottes an sieben Gemeinden – die jeweils typisch für unterschiedliche Gemeinden stehen. Welcher würde dem deutschsprachigen Europa gelten? Etwa einer wie an die Gemeinde im kleinasiatischen Laodizea? Ihr wird geschrieben: “Du bist weder kalt noch heiss. Ach, wärst du doch das eine oder das andere! Aber du bist lau. Das ekelt mich an, und ich werde dich ausspucken. Du hältst viel von dir und sagst: ,Ich bin reich und habe alles, was ich brauche!’ Was bist du bloss für ein Narr! Du merkst gar nicht, wie es wirklich um dich steht und wie jämmerlich du dran bist: arm, blind und nackt bist du. Wäre es da nicht an der Zeit, du würdest dich endlich um den wahren Reichtum bemühen?”

Der Geist des Antichristen

Desinformation nennt Jesus als viertes Kennzeichen für die Endzeit. Wir erleben ein merkwürdiges Phänomen: Deutschland entchristlicht immer mehr, wird aber gleichzeitig immer religiöser. Sekten verzeichnen zwei Millionen Anhänger, mehr als alle evangelischen Kirchen Gottesdienstbesucher haben. Prognosen gehen davon aus, dass 2050 jeder zweite Bürger Deutschlands Moslem ist. Das Intellektuellenmagazin “Kursbuch” schreibt von “einer kardinalen Wende der zeitgenössischen Philosophie” – und zwar hin zur Religion. Wir lesen von interreligiösen Konferenzen – vom Friedensgebet der Religionen in Assisi bis zum “Tag der Welt-Religionen” in Hamburg. Allenthalben wird in vielen kirchlichen Grussbotschaften an Moslems so getan, als glaubten wir alle an einen Gott. Merkwürdigerweise sagen nie Moslems, Christen glaubten auch an Allah. Denn im Koran wird ja geleugnet, dass Jesus gekreuzigt und auferstanden ist. Damit aber wird die gesamte Erlösung bestritten. Im Neuen Testament (1. Johannes 2,23) heisst es: “Wer leugnet, dass Jesus Christus Gottes Sohn ist, aus dem spricht der Geist des Antichristen”, also des Gegenspielers Gottes.

Verführung ist gefährlicher als Verfolgung

Jesus sagt voraus: Überall werden “falsche Propheten auftauchen und viele verführen”. Der württembergische evangelische Bischof Gerhard Maier schrieb dazu: “Verführung ist für die Gemeinde gefährlicher als Verfolgung. Verfolgung eint die Gemeinde. Verführung spaltet sie. Verfolgung lässt das Echte hervortreten, Verführung das Unechte triumphieren.” Einer der bedeutendsten russischen Philosophen, Wladimir Solowjew, veröffentlichte 1899 die “Erzählung vom Antichrist”. Am Ende der Zeit taucht ein grosser Herrscher auf. Er beruft ein ökumenisches Konzil, um die Einheit aller Religionen zu erreichen. Die Masse der Christen folgt ihm, nur wenige bekennen sich weiter zu Christus und fliehen in die Wüste. Ist das die Zukunft, das Leid? Damit wären wir jedenfalls beim letzten Kennzeichen Jesu für die Endzeit. Die Mehrheit der Historiker spricht davon, dass wir uns in einem “Kampf der Religionen” befinden. Er hat 2001 167.000 Christen das Leben gekostet, jeden Tag 450. Zwei Drittel aller Märtyrer sterben durch die Hand von Moslems. Keiner wird umgebracht, weil er an Gott glaubt, sondern weil er an Christus festhält. In keinem einzigen christlich geprägten Staat aber wird auch nur ein Moslem inhaftiert, weil er Moslem wäre. In 60 Staaten werden jedoch 200 Millionen Christen diskriminiert. Christen in Europa und den USA sind davon bisher kaum betroffen. Das könnte sich ändern. So haben islamische Gelehrte Ende 2002 den Tod von drei prominenten US-Protestanten gefordert – darunter den Sohn Billy Grahams, Franklin – nur weil sie den Islam kritisiert haben.

Eine Fortsetzung über daraus zu ziehende mögliche Konsequenzen folgt.

Datum: 26.02.2003
Autor: Helmut Matthies
Quelle: idea Deutschland

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