Wenn Hilfe dringend wird

Nächstenliebe ist: tue es einfach

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Drei Leute sahen einen Verletzten am Boden liegen, aber nur einer kümmerte sich um ihn. Dieser Mann, der «barmherzige Samariter», hätte eigentlich einen Orden der Nächstenliebe verdient.

Die Frage, ob Glaube und Handeln zusammengehören, erübrigt sich in dieser Situation. Natürlich bilden sie eine Einheit! Wer an Gott glaubt und kein Mitleid zeigt – mit dem stimmt etwas nicht (auch im christlichen Sinn).
 
Eigentlich ist es völlig egal, ob oder was jemand glaubt, der jemanden hilft, wenn es ihm richtig dreckig geht. Gott freut das so oder so. Es geht hier über die Qualität der Liebe. Nächstenliebe ist nicht irgendeine eng gefasste Definition von Liebe, die man nur bestimmten Leuten entgegenbringt. Es ist dasselbe wie die Liebe zu Gott. Ihr sollt Gott mit allen Fähigkeiten, Herz - Seele - Denken und Kraft, lieben und ihr sollt euren Nächsten lieben wie euch selbst. So hängt die Liebe nicht davon ab, wer der Nächste ist, sondern wer man selber ist.

Ohne Wenn und Aber

Der Samariter sah den Mann am Boden liegen und hatte Erbarmen. Das ist der Punkt, an dem alles beginnt. Hier geht es um einen Mann, der sagte: Ich will mich uneingeschränkt um diesen Mann kümmern. Ich werde diesem Mann geben, was immer er braucht, ohne Wenn und Aber.
 
Jesus war in vielerlei Hinsicht unkonventionell, er hat sogar biblische Gesetze übertreten, wenn sie ihn in seiner Barmherzigkeit hinderten. Deshalb gilt: Wenn jemand dich um Hilfe bittet, dann tue es einfach.
 
Vielleicht werden sie jetzt sagen, was hat diese alte Geschichte mit uns heute zu tun? Es gibt sie noch, die barmherzigen Samariter. Eine bewegende Lebensgeschichte von Olli Ewers auf Youtube.

Der Typ aus Samarien hat ein gutes Herz

Irgendwann kam mal einer von den Theologen vorbei, um Jesus auszutesten. Er stellte ihm folgende Frage: «Herr Lehrer, was muss ich denn Ihrer Meinung nach tun, um ein Leben von Gott zu bekommen, das nie mehr aufhört?»

Jesus antwortete: «Was steht denn zu dem Thema in den Gesetzen, die Gott uns gegeben hat? Was kann man dazu lesen?»

«Du sollst deinen Gott radikal lieben», sagte der Mann auswendig, was in den Büchern vom Mose stand. «Mit deinen Gefühlen, mit deinen Gedanken, mit allem, was du hast. Und die Menschen um dich rum, deine Nachbarn, die sollst du auch lieben, genauso wie du dich selber liebst.»

«Richtig», sagte Jesus, «das ist es! Wer das befolgt, bekommt das Leben von Gott, das nie mehr aufhören wird.»

Der Mann kam nicht so richtig darauf klar. Er fragte noch mal nach: «Wer ist denn das konkret, der Mensch um mich rum, mein Nachbar?»

Jesus antwortete mit einer Geschichte: «Es gab da einmal ein Mann, der gerade auf dem Weg von Jerusalem nach Jericho war. Plötzlich kamen ein paar asoziale Hooligans aus dem Gebüsch und verprügelten ihn. Sie zockten seine Kleidung und seine ganze Kohle. Anschliessend stiessen sie ihn in einen Graben am Strassenrand und verschwanden.

Zufällig kam ein Priester vorbei, doch als der den Mann da liegen sah, wechselte er schnell die Strassenseite und verpieselte sich.

Dann kam ein Angestellter von der Kirche vorbei und sah ihn auch da liegen. Aber er wechselte auch die Strassenseite und ging schnell an ihm vorbei.

Und dann kam noch ein Typ aus Samarien vorbei, einer von diesen Leuten, die für Euch die letzten Penner sind. Als er den Mann da liegen sah, hatte er voll Mitleid.

Er beugte sich zu ihm runter, machte eine Erste-Hilfe-Notversorgung, verband seine Wunden und so weiter. Dann brachte er ihn noch in ein Hotel in der Nähe und versorgte ihn da.

Am nächsten Morgen gab er dem Hotelbesitzer 300 Euro und bat ihn, sich um den Mann zu kümmern. ‘Sollte das Geld nicht ausreichen, bezahle ich den Rest, wenn ich das nächste Mal hier bin!‘

Preisfrage: Wer von den drei Männern war jetzt so drauf, wie es sich für einen Nachbarn gehört?»

«Natürlich der Mann, der nett zu ihm war und ihm wirklich geholfen hat!» – «Genau», meinte Jesus, «also geh los und mach es genauso!»

Der «Barmherzige Samariter» wurde der Volx-Bibel entnommen (Lukas, Kapitel 10, ab Vers 25).

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Datum: 28.09.2011
Autor: Bruno Graber

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