Werde ruhig

Wer will schon warten!?

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Warten fällt uns schwer.
Warten ist heutzutage eines der lästigste Dinge. Es ist vergeudete Zeit, es ist nutzlos und nervig. Wir werden schnell ungehalten, wenn wir an der Kasse oder beim Arzt warten müssen. Im Alltag versuchen wir Wartezeiten zu überbrücken. Zeitung, Buch, Handy und Musikplayer helfen uns dabei.

Viele Geräte und Einrichtungen des alltäglichen Lebens helfen das Warten zu vermeiden: Wir warten nicht mit dem Kauf, bis wir das Geld haben, sondern kaufen sofort auf Raten. - Unsere Nahrung, die wir einkaufen, ist schon so vorbereitet, dass wir nicht lange warten müssen.

Es ist wie beim Wachsen von Pflanzen - es braucht einfach seine Zeit. Wir aber laufen eilig allem hinterher, was uns Schnelligkeit verheißt. Dafür stehen die Worte «Instant» und «Express».

Warum Warten so unangenehm ist

Warten ist aber nicht nur ein Misstand oder Folge schlechter Organisation. Viele haben es total verlernt zu warten, sie leben nach dem Motto «Jetzt, hier und gleich».

Für manche ist warten aber auch deshalb schlimm, weil sie dabei spüren, wie abhängig sie sind, sie fühlen sich wie ausgeliefert und fremd bestimmt, weil sie selbst einfach nichts tun können.

Im Alltag wieder warten lernen

- Warten Sie ab, wenn Sie mit jemandem reden. Lassen Sie ihn erstmal ausreden bevor Sie dazu etwas sagen.

- Innere Prozesse (Veränderung von Gewohnheiten, psychische und spirituelle Erfahrungen) brauchen viel Zeit. Lassen Sie auch sich selbst Zeit. Man könnte auch sagen: Warten Sie auf sich.

- Warten Sie mit Anschaffungen, anstatt sich Geld zu leihen.

- Bemühen Sie sich beim Autofahren um die Fähigkeit zu warten. Wieviel Ärger bis hin zur handfesten Gefährdung nimmt man in Kauf, weil man nicht warten will.

- Im Umgang mit vielen Menschen kommen wir nur klar, wenn wir bereit sind zu warten und uns Zeit zu nehmen. Seien es Kinder, ältere oder kranke Menschen.

Warten ist nicht einfach nutzlos. Es verändert den, der wartet und letztlich auch die Erfahrung, die nach dem Warten folgt. Warten macht etwas mit uns. Es verlangt uns etwas ab, aber es macht das, auf was wir warten bedeutungsvoller.

Advent: Zeit des Wartens

Von seiner Grundidee ist der Advent eine Zeit des Wartens. Davon bekommen wir allerdings heute nicht mehr viel mit. Die Tage vor Weihnachten sind für viele Menschen keine Zeit des Wartens, sondern geschäftige und stressige Zeiten - zum Warten haben wir in diesen hektischen Tagen einfach keine Zeit!

Warten im Advent meint aber nicht nur Herumstehen oder nichts tun. Warten meint vielmehr «sich bereit machen, sich vorbereiten» - das ist etwas Aktives. Wie aber soll das gehen, auf Gott, auf Jesus zu warten? Wer mit Menschen spricht, die an Jesus glauben, wird oft hören, dass sie manchmal auf ein erstes Reden oder Handeln Gottes warten mussten. Aber dieses Warten hat sich gelohnt!

Durch den Propheten Jesaja sagte Gott ein Wort dazu, wie man ihn findet: «Kehrt doch um zu mir, und werdet ruhig, dann werdet ihr gerettet! Vertraut mir, und habt Geduld, dann seid ihr stark!» (Die Bibel, Jesaja, Kapitel 30, Vers 15)


Autor: Norbert Abt
Quelle: Jesus.ch

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