Feiertage gestalten

Weihnachten allein zu Hause?

„Ich bin Single und das die meiste Zeit sogar ganz gern“, schreibt die 36-jährige Petra S. „Doch wenn Weihnachten vor der Tür steht, kriege ich die Krise. Oft fühle ich mich in dieser Zeit unendlich einsam. Feiertage sind nun mal „Familientage“. Manchmal feiere ich bloss noch mit meinen Eltern und verheirateten Geschwistern zusammen, weil ich keine Alternative sehe. Wie kann ich der Feiertagsfalle entkommen?“

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Viele Singles scheinen Ihr Erleben zu teilen: Die Feiertage sind belastend. Es lohnt sich deshalb, sich rechtzeitig Gedanken zu machen, wie Sie diese Tage gestalten können. Aber das beginnt nicht erst mit der Zeitplanung, sondern schon bei der Art und Weise, wie Sie über diese Tage denken.

1. Feiertage sind Ausnahme-Zeiten

Wer sich im Bekanntenkreis umhört, entdeckt schnell, dass die Weihnachtstage von manchen Menschen eher mit einigem Unbehagen erwartet werden. Feiertage sind mit spezifischen Erwartungen verbunden. Dies betrifft vor allem die „Gefühlslage“, in der man solche Tage meint verbringen zu müssen: Feierlich, friedvoll, in harmonischer Gemeinschaft. Dadurch wird die Diskrepanz zum „normalen“ Leben umso stärker empfunden. Gerade für Sie als Single ist es wichtig, das Unbehagen diesen Tagen gegenüber nicht allein auf Ihren Status zu beziehen.

2. Bewährtes darf bleiben

Bisher verbrachten Sie die Weihnachtstage im Familienkreis. Aus Ihrem Schreiben geht nicht hervor, warum Sie das ändern möchten. Viele Menschen leben in eher gespannten Verwandtschaftsbeziehungen und versuchen deshalb, Weihnachten ohne Familie zu gestalten. Andererseits leben wir in einer Gesellschaft, in der scheinbar nur das Aussergewöhnliche noch eine Bedeutung hat. Dadurch entsteht für viele der Druck, sich immer etwas Originelles einfallen lassen zu müssen. Wer als Single jedes Jahr „nur“ mit der Familie feiert, erscheint vor diesem Hintergrund als ideenloser Langweiler. Es wäre schade, wenn Sie sich das Feiern mit Eltern und Geschwistern von einem solch überhöhten Originalitätsanspruch madig machen liessen.

3. Probieren Sie neue Ideen aus

Auf der andern Seite kann gerade scheinbar Bewährtes dazu führen, dass neue Ideen gar nicht ausprobiert werden. „Ich würde gerne mit dieser Reisegruppe nach Norwegen fahren, aber dann wären meine Geschwister enttäuscht.“ Es kann sein, dass die Absicht, Weihnachten anders als bisher zu verbringen, zunächst Unverständnis auslöst. Deshalb sollten veränderte Bedürfnisse im bisherigen Kreis frühzeitig zur Sprache gebracht werden. Das gibt den anderen Familienmitgliedern die Möglichkeit, die eigene Planung anzupassen.

Häufig halten uns Vorstellungen über mögliche Reaktionen der anderen ab, einen Schritt wirklich auszuprobieren. Haben Sie Ideen, mit wem Sie Weihnachten gerne verbringen würden? Wagen Sie es, konkrete Schritte zu unternehmen! Lassen Sie sich von Ihrem Eindruck, Familien möchten lieber unter sich bleiben, nicht daran hindern, wenigstens zu fragen. Nur wer seine Wünsche zur Sprache bringt, kann etwas Neues in Bewegung setzen.

4. Seien Sie nett zu sich selber

Ausnahme-Zeiten brauchen Struktur. Wer die Tage einfach auf sich zukommen lässt, ist danach vielleicht enttäuscht, nicht mehr aus der Zeit gemacht zu haben. Übernehmen Sie Verantwortung für sich und planen Sie bewusst die Stunden, in denen Sie alleine sind: Dekorieren Sie den Frühstückstisch auch für sich alleine. Überlegen Sie, mit welchen Texten und welcher Musik Sie täglich eine Zeit der Meditation und Stille gestalten wollen. Überlegen Sie, welche Ausflüge Sie unternehmen oder welches Buch Sie lesen möchten. So erleben Sie sich als aktiver Gestalter Ihrer Feiertage.

Dossier: www.weihnachten.jesus.ch


Autor: Andreas Zimmermann
Quelle: Neues Leben

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