FAQ

Oft gestellte Fragen und Antworten zu Ostern

Warum überhaupt Ostern?
Beliebt ist Ostern heutzutage vor allem als heimeliges Hasenfest und verlängertes freies Wochenende. Doch am Anfang stand nicht Gefühl, sondern Härte. Jesus von Nazareth wurde auf Betreiben der jüdischen Anführer von den Römern gekreuzigt. Nach drei finsteren Tagen stand er wieder von den Toten auf. Das begründete das Christentum. Der Gedenktag für die Kreuzigung ist der Karfreitag; die Auferstehung wird an Ostern begangen. Bei den Juden zählten auch angefangene Tage.

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Was ist das Besondere am Tod von Jesus?

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Qualvoll sterben tun viele Menschen, ob unter den Römern am Kreuz oder heutzutage bei einem Mordanschlag. Insofern wäre grausame Tod von Jesus nur einer unter vielen. - Das ist die Sicht eines Zuschauers. Doch viele Zeitgenossen von Jesus haben bezeugt, dass er nicht nur für sich selber gestorben ist. Er trug "die Sünde der Welt" (Johannes 1,29) und gab, wie er selber ankündigte, "sein Leben als Lösegeld für viele" (Markus 10,45). Denn der "liebe Gott" ist zugleich ein heiliger Gott, der über Sünde nicht einfach hinwegsehen kann.

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Warum war der Tod Jesu eigentlich notwendig?

Ist das nicht ein grausamer Gott, wegen dem Jesus am Kreuz sterben musste?
Jesus tat es freiwillig. Sein Vater gab ihm zwar den Auftrag; angenommen und erfüllt bis zum Ende hat er ihn aber selber (Phil 2,8; Matthäus 2,36-46), bis zu dem Ausruf am Kreuz "Es ist vollbracht" (Johannes 19,30). Die Auflehnung gegen Gott war von Anfang an in der Welt. Gegenüber dem Gottessohn selber erreichte sie ihren Höhepunkt. Und der liess sich das gefallen! Dieses "Opfer" nahm Gott an, indem er Jesus von den Toten wiederauferweckte. Wer sich heute vor Gott darauf beruft, für den hat die Auflehnung gegen Gott ebenfalls ein Ende (Galater 3,13f).

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Der Tod eines anderen soll für mich etwas Gutes bedeuten?
Ja. Denn Jesus war nicht nur ein Mensch, sondern nach der einhelligen Überzeugung der biblischen Autoren Gottes Sohn. Sein Tod und Auferstehen bedeutet die Rettung für die Welt. Der menschliche Verstand kann das nur umkreisen, aber nie "verstehen". Schon immer wurde das auch als dumm und unverfroren abgetan, wenn erzählt wurde, dass ein Kreuz im Mittelpunkt des Glaubens stehen soll (1. Korinther 1,18ff; Apostelgeschichte 17,32). Wer sich aber darauf einlässt, der erlebt es als "Gotteskraft".

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Kreuz und Friedhof gehören für mich zusammen. Ist das nicht etwas Düsteres?
Wenn man das Kreuz als Schlusspunkt versteht, dann ist das düster. Dann sagt es nur aus: "So, jetzt ist wirklich fertig." Ursprünglich wurde das Kreuz auf den Gräbern als Protestzeichen eingeführt, mit dem man dem Tod vor Augen führte: "Schau genau hin: An diesem Kreuz damals hast du deine Macht verloren." Genau das meinte Paulus, als er ausrief: "Das Leben hat den Tod überwunden! Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo bleibt nun dein Schrecken?" (1. Korinther 15,54.f)

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Wie soll ich die Sache mit der Auferstehung glauben können?

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Mit diesem Problem befinden Sie sich jedenfalls in guter Gesellschaft. Als die Jünger von Jesus davon hörten, "erschienen ihnen diese Worte, als wär's Geschwätz", heisst es ganz freimütig in der Bibel (Lukas 24,11). Wochenlang konnten sie nichts damit anfangen, sondern gingen teilweise sogar zurück in ihre alten Berufe (Johannes 21,2.3)! "Auferstehung - so what?" würden wir heute sagen. Gottes Geist musste sie erst zum Staunen darüber führen (Johannes 16,13; Lukas 24,45). So ist das geblieben.

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Widerspricht die Auferstehung nicht modernem wissenschaftlichem Denken?
Nein. Das enge Denken in den Grenzen vorgegebener Gesetze ist nicht modern, sondern gehört ins 19. Jahrhundert. Heute geht man von mehr oder weniger grossen Wahrscheinlichkeiten aus. Die übereinstimmenden Augenzeugenberichte in der Bibel, das Unverständnis der Jünger, die Vertuschungsversuche durch die damalige Obrigkeit und die weltgeschichtliche Wirkung weisen auf eine auch wissenschaftlich gesehen sehr hohe Wahrscheinlichkeit der Auferstehung hin.

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Wie kann das Kreuz Rettung bedeuten, wenn ein Gekreuzigter als "verflucht" galt?
"Verflucht ist jeder, der am Holz (Kreuz) hängt", steht in der Bibel (5. Mose 21,23). Insofern war Jesus tatsächlich verflucht. Aber nicht, weil er selber dazu Anlass gegeben hätte, sondern weil er stellvertretend den Fluch der Sünde auf sich nahm. Das musste einmal und ein für allemal geschehen, wenn es eine neue Zukunft geben sollte, das heisst eine Vergebung und die Möglichkeit für ein neues Leben unter den Menschen. Der je individuelle Fluch ist seitdem gebrochen (Galater 3,13f; Galater 2,19f).

Haben die Jünger damals das Ganze nicht einfach erfunden?
Wohl kaum. Die Berichte im Neuen Testament sind glaubwürdig: Die Jünger selber erscheinen nicht als "Glaubenshelden", sondern als Zweifelnde, und erste Zeugen waren als unglaubwürdig angesehene Frauen. Eine Erfindung hätte besser argumentiert. Angesichts der vielen kritischen Zeitzeugen hätte sich eine Lüge nie gehalten. Aber die Botschaft von der Auferstehung hat sich durchgesetzt, sogar weltweit.

Ist Jesus wirklich gestorben oder war das nicht nur ein Scheintod - und darum auch nur eine Schein-Auferstehung?
Die Gegner von Jesus sind die besten Zeugen für seinen tatsächlichen Tod. Die römischen Soldaten sollten vor dem Sabbat bei allen drei Gehenkten für einen schnellen Tod sorgen, indem sie ihnen die Beine zerschlagen. Die Verurteilten sackten dann wehrlos in sich zusammen. Jesus aber war bereits tot, wie auch die "Gegenprobe" bewies: Aus seinem Körper traten nach einem Lanzenspiess bereits Blut und Wasser (Johannes 19,31-37).

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Reicht nicht auch der Glaube an eine allgemeine Hoffnung auf ein Weiterleben?

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Die Gegenfrage ist: Worauf würde sich so eine Hoffnung gründen? Ein allgemeiner Wunsch nach einem Weiterleben ist eine schwammige Sache. Umgekehrt ist die bestens bezeugte Tatsache, dass Jesus auferstanden ist, der Mittelpunkt des christlichen Glaubens. Ohne diesem zentralen Faktum bricht er in sich zusammen bzw. wäre bereits Wochen nach diesem Geschehen nie entstanden (1. Korinther 15,12-19).

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Gut, Jesus starb am Kreuz. Aber wäre das nicht auch anders gegangen?
Die genau gleiche Frage hatte sich auch Jesus gestellt, als es ernst wurde. "Mein Vater, wenn es möglich ist, so bewahre mich vor diesem Leiden", betete er wenige Stunden von seiner Verhaftung (Matthäus 26,39). Aber er bekam von Gott die Kraft und Entschiedenheit für diesen Gang ans Kreuz. "Du hast noch nicht erkannt, wie schwer deine Sünde wiegt", antwortete ein Theologe des Mittelalters (Anselm von Canterbury) auf die Frage, ob es nicht auch anders gegangen wäre.

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Was hat der auferstandene Jesus mit mir zu tun?
Er kann auch Ihnen ein neues Leben ermöglichen. Wenn nur ein Verschütteter aus einem Bergwerk den Weg ins Freie findet, dann steht dieser Weg allen Verschütteten offen. Jesus ist den Weg aus dem Tod heraus gegangen. An Jesus glauben, heisst, diesen Weg selber mitgehen. Reden Sie mit ihm darüber - wie wenn er neben Ihnen stünde. Sagen Sie ihm, dass auch Sie heraus möchten aus der Finsternis, und danken Sie ihm dafür, dass er diesen Weg freigemacht hat (Römer 5,17.18; Römer 6,6-11).

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Warum wurde Jesus verurteilt?

Weil sich die damaligen religiösen Führer infrage gestellt fühlten. Er durchschaute ihre Frömmigkeit, die nur auf Äusserlichkeiten aufbaute, und griff sie auch öffentlich scharf an, bis hin zu Sätzen wie, sie hätten "den Teufel zum Vater" (Johannes 8,44). Dazu kam eine ganz banale Eifersucht, weil die Leute lieber auf Jesus hörten als auf sie (Lukas 19,47.48). Den eigentlichen Anlass gab ihnen Jesus selber, indem er sich bei einem Verhör als Gottes Sohn bekannte - in den Ohren jener Geistlichen die grösste denkbare Gotteslästerung (Matthäus 26,62-66). Darauf stand die Todesstrafe. Deren Vollstreckung durch die Römer geschah aus formal-juristischen Gründen.

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Ist die Auferstehung eine bewiesene Sache?

Sie ist bestens bezeugt. In der Geschichtswissenschaft gilt eine Sache dann als glaubhaft, wenn sie mit möglichst vielfältigen Hinweisen belegt werden kann. Die Tatsache des leeren Grabes stritten nicht einmal die Gegner von Jesus ab (Matthäus 28). Dass die Jünger selber zunächst nicht daran glaubten, macht die Berichte in der Bibel nur umso glaubwürdiger (Lukas 24,11.12). Geschönte Osterpropaganda liest sich anders. Erst als Jesus ihnen und Hunderten anderer Menschen wieder begegnete, fing die Botschaft von der Auferstehung an (Lukas 24,36-53; 1. Korinther 15,5-8).

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Wusste Jesus, dass er sterben würde?

Ja. Er wusste sogar, dass er wieder auferstehen würde. Er sprach beispielsweise vom Einreissen des Tempels und seinem Wiederaufbau in drei Tagen - und "meinte damit den Tempel seines Leibes" (Johannes 2,19-22). Er sagte sogar Einzelheiten seines Scheinprozesses voraus (Markus 10,33.34) und erklärte den Jüngern vor seiner Verhaftung, dass sein Tod einen neuen Bund mit Gott bedeuten wird (Lukas 22,20). Nur machte dieses Wissen das Ganze nicht leichter für ihn. Unmittelbar vor seiner Verhaftung betete er in Todesangst - die er dann am Kreuz für alle überwand (Lukas 22,41-44; 1. Korinther 15,55-57).

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Weiss man, wann genau Jesus gekreuzigt wurde?

Der Zeitpunkt seiner Kreuzigung ist fast auf die Stunde genau überliefert, nämlich etwa 9 Uhr am Morgen. Das ist gemeint mit der "dritten Stunde" in Markus 15,25, denn die Juden zählten den Tag von 6 Uhr an. Nach dem Evangelisten Johannes fand das letzte Verhör "um die sechste Stunde" statt (Johannes 19,14); nach römischer Zeitrechnung um 6 Uhr morgens. Dazwischen liegen die Geisselung und der Weg zur Kreuzigung a.

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Woher kommt das Wort "Ostern"?

Wir wissen es nicht genau. Aber ziemlich sicher nicht von einer angeblichen germanischen Göttin "Ostara", wie häufig behauptet wird. Wahrscheinlicher ist es, dieses Wort von einem altnordischen "austr" abzuleiten, das soviel wie "begiessen" bedeutet. Denn Ostern war in der frühen Kirche ein äusserst beliebter Tauftag.

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Datum: 13.04.2006
Quelle: Jesus.ch

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