Vom Mörder zum Missionar

Wie Edward Mauricio Hoffnung fand

Er war drogenabhängig, ein Dieb und ein Mörder. Doch als Edward Mauricio im Gefängnis Jesus kennenlernt, ändert sich sein Leben so drastisch, wie er es selbst nie für möglich gehalten hätte ...

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Edward Mauricio mit seiner Familie
Ich wuchs in San Antonio in Texas auf, als jüngstes von fünf Kindern. Meine Eltern waren katholisch, aber das hatte keinen Einfluss auf unser Leben. Natürlich ging auch ich zur Beichte und betete dann den Rosenkranz und ein paar «Vater Unser». Aber danach lebte ich weiter, als gäbe es Gott nicht.

Eine Scheidung mit Folgen

Mein Vater war ein Trinker und schlug meine Mutter immer häufiger. Als ich sechs Jahre alt war, liessen sie sich scheiden. Nach der Trennung arbeitete meine Mutter in einer Wäscherei und hatte kaum mehr Zeit für uns. Ich fing also an, auf der Strasse rumzuhängen. Ich verkaufte leere Limonadenflaschen, alte Zeitungen und Pappschachteln. Und ich putzte Schuhe vor einer Militärkaserne. Ich wurde ein echtes Strassenkind und wie alle anderen fing auch ich an zu klauen.

Als ich zehn Jahre alt war, begann ich zu schnüffeln: Kleber, Gas aus Feuerzeugen, Benzin. Ich schluckte auch immer wieder Schlafmittel und begann Alkohol zu trinken. Später rauchte ich Marijuana, schloss mich einer Strassengang an und fing schliesslich an, Heroin zu spritzen. Ich wusste, ich war auf der schiefen Bahn.

Eine Tat, die mein Leben veränderte

Immer wieder versuchte ich es mit anständigen Jobs. Ich arbeitete für einen Sicherheitsdienst und ging zum Militär. Doch dann bot sich eine Gelegenheit, die ich besser hätte ausschlagen sollen. Bekannte planten ein grosses Ding, einen Raubüberfall. Aber alles ging schief und endete mit einem Toten. Jetzt war alles vorbei.

Die Worte des Staatsanwalts vor Gericht werde ich nie vergessen: «Euer Ehren, der Staat Texas möchte die Akte schliessen und beantragt die Todesstrafe durch den Elektrischen Stuhl.» Ich war des Raubes und vorsätzlichen Mordes angeklagt. Doch weil der Richter gnädig war, bekam ich nur lebenslänglich.

Leben im Knast

Das Leben im Gefängnis war rauh. Die Gefängniswärter bezeichneten mich als Nigger oder als Schlitzauge. Und sie schlugen zu, wann immer sie Lust darauf hatten. Während ich Baumwolle erntete oder Mais, Kartoffeln oder andere Gemüsearten, traten uns die Wärter mit Füssen und schlugen uns von ihren Pferden aus mit Kuhpeitschen. Auch die medizinische Versorgung war sehr schlecht. Wir waren nichts wert. In dieser Zeit verlor ich mein linkes Auge, es musste komplett entfernt werden.

Inmitten dieser Umstände, fing ich an, nach dem Sinn des Lebens zu suchen. Ich wurde Buddhist und begann zu meditieren und nach den buddhistischen Regeln zu leben. Doch sieben Jahre später musste ich feststellen, dass ich mich immer noch leer und verloren fühlte. Ich kam zu dem Entschluss, dass Religion keine Lösung bietet und niemanden und nichts verändern kann. Ich verbitterte und in mir breitete sich noch mehr Hass aus.

Gelegentlich besuchten uns Christen, die uns von Gott überzeugen wollten. Nach und nach überredeten wir die Wärter wegzuschauen, damit wir die Gläubigen zusammenschlagen konnten. Ich erinnere mich gut, wie ich einmal einen Christen schnappte und seinen Kopf gegen die Gefängnisstangen schlug, bis ihm das Blut über das Gesicht strömte. Er schrie nach den Wachen, ihm zu helfen, und von Gott war keine Rede mehr.

Die Bibel bringt Veränderung

Ich wollte nichts von Gott wissen. Trotzdem begann ich in der Bibel zu lesen, die mir ein Wärter in meine Zelle gelegt hatte, aus Langeweile und zum Zeitvertreib.

Jahre später nahm ich das erste Mal an einem Gottesdienst im Gefängnis teil. Ein schwarzer Prediger sprach von der Geschichte aus der Bibel, von Saul, dem Christenverfolger, der dann selbst Jesus begegnete.

Seine Worte trafen mich mitten ins Herz. Ich weiss nicht warum, aber plötzlich ahnte ich, dass Jesus die Antwort ist. Zurück in meiner Zelle, fing ich an zu beten. Ich sagte: «Gott, ich weiss, dass ich schlecht bin. Ich habe mir durch meine eigene Schuld mein Leben zerstört. Aber wenn du trotzdem noch etwas mit mir zu tun haben willst und wenn du etwas aus meinem Leben machen willst, dann komm in mein Leben, du kannst es haben.»

Es mag eigenartig klingen, aber ich wusste, dass ich endlich angekommen war. Ich liess mich im Gefängnis taufen und begann ein verändertes, neues Leben.

Leben in Freiheit

Vier Jahre später wurde ich entlassen. Ich schloss mich einer christlichen Organisation, der «Calvary Commission» an, und ging zurück ins Gefängnis – dieses Mal als freier Mann und als einer von diesen Christen, die Gefangene besuchen und ihnen von Jesus erzählen. 1983 wurde ich dann Pastor in der Calvary Commission Church an der mexikanischen Grenze und bereiste als Missionar Belize, Guatemala, Rumänien und Indien.

Gott hat mein Leben verändert und froh gemacht. Durch ihn bekam mein verkorkstes Sein Sinn und Hoffnung. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass Gott sogar aus einem Mörder einen Missionar machen kann.

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Datum: 07.05.2013
Autor: Miriam Hinrichs
Quelle: Godreports.com

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